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Medizin

August 2012

Neurologie: Grundfunktion des Sehens auch ohne Sehnervenkreuzung

Wesentlich für die Verarbeitung unserer Seheindrücke ist die korrekte Verteilung der Information beider Augen auf die beiden Hirnhälften. Im menschlichen Sehsystem spielt dabei die Sehnervenkreuzung eine Schlüsselrolle. Hier wird die Information aus der rechten beziehungsweise linken Hälfte der Sehwelt auf die jeweils gegenüberliegende Hirnhälfte geleitet. Dieses fundamentale Organisationsprinzip ist in zahlreichen Lehrbüchern beschrieben und stellt eine grundlegende Spezialisierung der beiden Hirnhälften dar. Es wäre folglich zu...

Anti-Stress-Programm hilft Diabetikern

Diabetiker, die durch ein „Anti-Stress-Training“ besser entspannen und den psychischen Umgang mit ihrer Erkrankung lernen, haben langfristig möglicherweise weniger gesundheitliche Schäden und psychische Probleme. Zu diesem Ergebnis kommt die Heidelberger Diabetes und Stress-Studie (HeiDis), die erste kontrollierte klinische Studie, die den Effekt der Stressreduktion bei Diabetikern untersucht. Ihre Ergebnisse nach einem Jahr Therapie sind jetzt veröffentlicht worden: Die Teilnehmer an der achtwöchigen Anti-Stress-Gruppentherapie mit wöchentlichem...

Gliazellen schützen das Gehirn vor epileptischen Anfällen

Epileptische Anfälle sind wie große Gewitterstürme im Gehirn: Nervenzellen schaukeln sich plötzlich in ihrer Aktivität gegenseitig auf und rhythmische elektrische Entladungen breiten sich über weite Gehirngebiete aus. Nach einem solchen Anfall sind die Nervenzellen stark angegriffen, es kann zu dauerhaften Schäden kommen. Den im Gehirn vorkommenden Gliazellen unterstellte man lange, sie würden zu den schädlichen Folgen der Epilepsie beitragen. Das Gegenteil ist der Fall, wie ein Team um die Neurobiologen Prof. Dr. Carola Haas vom...

Parodontitis: Zusammensetzung der Mikroorganismen in der Mundhöhle beeinflusst Zahngesundheit

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Gesundheit der Zähne eines Menschen und der Zusammensetzung der Mikroorganismen in der Mundhöhle. Um die Entstehung von Parodontitis – einer Entzündung des Zahnhalteapparates, die mit Knochenabbau einhergeht – zu verstehen, ist es nötig, die Gemeinschaft der Mikroorganismen im Mund zu analysieren. Nur einige wenige Bakterienarten zu untersuchen, wie bisher üblich, ist nicht ausreichend. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universitäten Münster und Bielefeld in einer neuen Studie,...

Studie zu Fatigue – Chronisches Müdigkeitssyndrom bei Brustkrebs

Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, leiden häufig unter einem schweren Müdigkeitssyndrom, das in der Fachsprache als Fatigue bezeichnet wird. Diese Art von Erschöpfung und Leistungsabfall grenzt sich deutlich von dem normalen Maß gewohnter Müdigkeit ab. Viele Patientinnen, die unter Fatigue leiden, sind kaum noch in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Die Ursachen finden sich in der Erkrankung selbst, können aber auch als Folge der Chemotherapie und Bestrahlung auftreten. Die Therapieansätze zur Behandlung der Fatigue sind bisher ...

Genom: Enzym entfernt falsche Bausteine aus dem Erbgut

Forscher am Institut für Immunologie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden konnten jetzt zeigen, dass bei der Verdoppelung des Erbgutes vor der Zellteilung regelmäßig Fehler gemacht werden, die die Stabilität des Genoms bedrohen. Statt der normalen DNS-Bausteine werden von den Replikationsenzymen oftmals fälschlicher Weise RNS-Bausteine eingebaut. Diese sind den DNS-Bausteinen zwar ähnlich, vermindern jedoch die chemische Stabilität des DNS-Fadens.

Kognition: Reaktionszeit durch Wechselstrom verkürzt

Viele Menschen greifen im Alltag zu Koffein, Nikotin und manche auch zu Ritalin, um Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Experten sprechen vom sogenannten Neuroenhancement. Eine ähnliche Wirkung hoffen klinische Neurophysiologen zukünftig zu erzielen, indem sie Hirnströme mit Strom verstärken. Forschern der Universität Göttingen gelang es erstmals, in einem Lernexperiment mit Testpersonen die Reaktionszeit in einem Merktest mittels transkranieller Wechselstromstimulation (tACS) deutlich zu verkürzen. Ziel dieser ...

Registerstudie: Thrombose- und Blutungsrisiko wichtige Parameter für optimale Überbrückung der oralen Antikoagulation

Thrombose- und Blutungsrisiko sind wichtige Parameter für die optimale antithrombotische Überbrückung (Bridging) der oralen Antikoagulation bei kardiologischen Patienten, das bestätigen die Daten der großen multizentrischen nationalen Registerstudie BORDER (1) (BNKOnline-bRiDging-REgisteR): Die Verwendung des HAS-BLED Score ermöglicht eine effektive Risikostratifizierung hinsichtlich klinisch relevanter Blutungen und das Bridging mit niedermolekularem Heparin (NMH) in halbtherapeutischer Dosierung hat sich als wirksam und sicher erwiesen.

Depression: Subjektiven Zustand objektiv messen

Depression und Melancholie werden in Kunst und Literatur schon immer mit visuellen Begriffen umschrieben: Grau und Schwarz sind die Farben, die für Melancholie oder Depressivität stehen. Im Englischen dagegen wird die niedergedrückte Stimmung mit der Farbe Blau in Verbindung gebracht, etwa wenn ein deprimierter Mensch sagt: "I'm feeling blue". Dass sich hinter diesen Sprachbildern auch eine empirische Wirklichkeit versteckt, hat nun eine Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Freiburg mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Psychiatrie, ...

Einsatz von Mikronährstoffen bei Patienten mit Herzerkrankungen

Herzrhythmusstörungen sind oft ein Anzeichen für Imbalancen im Elektrolythaushalt von Patienten, die durch eine ausreichende Zufuhr von Kalium und Magnesium ausgeglichen werden sollten. „Erfahrungsgemäß kann bei vielen Patienten dadurch sogar der Einsatz von stärkeren medikamentösen Maßnahmen vermieden oder zumindest hinausgezögert werden“, so Dr. med. Peter Jakob, niedergelassener Arzt aus Hamburg. Mit Tromcardin® complex steht dafür eine ergänzende bilanzierte Diät (EBD) zur diätetischen...

Interdisziplinäres HIV-Zentrum in München gegründet

Für HIV-positive Patienten haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, in der Folge ist die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen stetig gestiegen. Hierdurch nahm die Komplexität der Diagnostik und Therapie der HIV-Infektion sowie bestehender Begleiterkrankungen zu. Um den veränderten Bedingungen adäquat begegnen zu können, haben mehrere Einrichtungen des Klinikums rechts der Isar der TU München gemeinsam das Interdisziplinäre HIV-Zentrum am Klinikum rechts der Isar, kurz IZAR, gegründet.

Weitere Genorte für Lippen-Kiefer-Gaumenspalte entdeckt

Wissenschaftler der Universität Bonn haben entdeckt, dass bestimmte Genregionen auf den Chromosomen 1, 2, 3, 8, 13 und 15 mit der Ausbildung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zusammenhängen. Damit ist die Forschung einen großen Schritt vorangekommen, den Zusammenhang zwischen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Erbgut und Umwelt besser zu verstehen. Die Ergebnisse sind nun in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nature Genetics“ erschienen.

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