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Medizin

April 2012

Chirurgen diskutieren über bessere Work-Life-Balance in ihrem Fach

Rund 20 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland leiden unter Burnout. Bereits jeder Vierte weist erste Anzeichen für einen Erschöpfungszustand auf. Die Ursachen reichen von Versagensängsten bis hin zur klassischen Überbelastung und Verlust der Lebensqualität durch zu hohe Arbeitszeiten. Die Folgen: Ärzte erkranken zunehmend, immer weniger Nachwuchs lässt sich für die ärztliche Tätigkeit begeistern und die künftige medizinische Versorgung in Deutschland ist beeinträchtigt. Inwiefern Chirurgen von Burnout betroffen sind, diskutieren Experten auf dem 129. Kongress der Deutschen...

Integrin alpha-3-Mutation: Neue erbliche Erkrankung identifiziert

In einer weltweiten Kooperation, koordiniert durch Prof. Dr. Cristina Has, Ärztin an der Universitäts-Hautklinik Freiburg, konnten Wissenschaftler eine neue Krankheit identifizieren. Die Krankheit ist komplex und weist Symptome in mehreren Organen auf. Haut, Niere und Lunge sind von ihr betroffen. Die Ursache sind Mutationen im Gen für das Eiweißmolekül Integrin alpha-3. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlicht.

DGIM: Epigenetik verbessert Kenntnis von Krankheiten

Krankhaftes Übergewicht und Typ-2-Diabetes mellitus während der Schwangerschaft erhöhen für das ungeborene Kind das Risiko, später selbst daran zu erkranken. Denn nicht nur die Erbsubstanz bestimmt, mit welchen angeborenen Merkmalen und Krankheiten ein Mensch zur Welt kommt. Entscheidend ist auch, welche Gene später aktiv werden und sich ausprägen. Diese „Epigenetik“ lässt Rückschlüsse darauf zu, wie beispielsweise Diabetes oder auch Krebs entstehen. Forscher finden darin Ansätze für neue Therapien.

Studie: Neuer Biomarker ermöglicht Prognose bei Herzschwäche

Der neuer Biomarker KIM-1 (Kidney injury molecule-1) soll bei Herzschwäche-Patienten eine Prognose der Sterblichkeit ermöglichen. KIM-1 korreliert mit dem Schweregrad der Herzschwäche (Herzinsuffizienz, HI), hat einen prognostischen Wert bezogen sowohl auf die Gesamtmortalität als auch auf einen kombinierten Endpunkt aus Gesamtmortalität und Wiedereinweisungs-Wahrscheinlichkeit in ein Krankenhaus ("Rehospitalisationsrate"). Das berichtet Dr. Carsten Jungbauer (Regensburg) auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim.

Immunsystem unterscheidet zwischen lebendigen und toten Bakterien

Auf lebende Krankheitserreger reagiert der Körper mit Abwehr, tote dagegen ignoriert er – diese beseitigen Fresszellen. Wie das Immunsystem die Lebenszeichen von Bakterien – die sogenannte Viabilität – erkennt, zeigte der Nachwuchsforscher Dr. med. Leif Erik Sander aus Berlin in mehreren Experimenten. Für seine in dem hoch renommierten Fachmagazin Nature veröffentlichten Erkenntnisse zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) den Infektiologen mit dem Theodor-Frerichs-Preis 2012 aus. Der Preis ist mit 30 000 Euro dotiert. Die DGIM verlieh ihn am 15. April 2012...

Genauere Diagnose der Alzheimer-Erkrankung durch nuklearmedizinische Verfahren

Zunehmende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten haben in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen zu einer Umkehr der so genannten Alterspyramide geführt. Dementsprechend nimmt auch die Anzahl von Patienten mit Erkrankungen des hohen Lebensalters wie beispielsweise Demenzen beständig zu. Ursachen und Mechanismus der Alzheimer Erkrankung sind derzeit noch nicht vollständig geklärt. Mittels nuklearmedizinischer, bildgebender Diagnoseverfahren besteht aber nun die Chance, die diagnostischen Möglichkeiten zur Früh- und Frühsterkennung der...

Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin 2012: Neueste Erkenntnisse zu Stammzellforschung und Bluthochdruck

Die Deutsch-Rumänische Akademie verleiht den mit 8000 Euro dotierten Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin dieses Jahr an zwei Mediziner: Dr. med Sebastian Arnold vom Universitätsklinikum Freiburg hat einen Schlüsselfaktor identifiziert, um Herzmuskelzellen aus Stammzellen zu gewinnen. Vor allem die frühen Schritte der Entwicklung wurden bisher nur unzureichend verstanden. Dr. med. Philip Wenzel von der Medizinischen Klinik und Poliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erhält den Preis für seine Forschung zur Entstehung von Bluthochdruck und den daraus folgenden...

Studie: Kardiale Magnetresonanz-Tomographie sagt Infarktrisiko voraus

Eine deutsche Studie zeigt, dass sich das individuelle Herzinfarkt-Risiko mittels kardialer Magnetresonanz-Tomographie zuverlässig voraussagen lässt. Bei Patienten mit unauffälligem Stress-MRT-Befund lag das Risiko eines kardialen Ereignisses bei nur 0,6 Prozent pro Jahr. Mit dieser Methode lässt sich auch sehr sicher sagen, welchen Patienten man zum Herzkatheter schicken muss und wer mit Medikamenten behandelt werden kann.

Blutdruck bei jedem zweiten Diabetiker zu hoch

Laut einer neuen Analyse des National Health Service für England ist die Anzahl der Diabetiker, die ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren, in den vergangenen Jahren bei rund 50 Prozent stehen geblieben. Experten von Diabetes UK riskieren die Patienten damit schädliche Komplikationen. Denn ein hoher Blutdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen des Herzens, Nierenversagen oder eines Schlaganfalls. Laut Diabetes UK brauchen die Betroffenen mehr Unterstützung beim Umgang mit ihrer Krankheit.

Vorhofflimmern-Update 2012: Wer profitiert von Dronedaron?

Vorhofflimmern (VHF) ist eine Erkrankung mit einem heterogenen Patientenbild: Dauer und Stadium der Erkrankung, Komorbiditäten und Alter sind zentrale Unterschiede und ausschlaggebend für die Therapiewahl. Im Rahmen der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2012 referierten und diskutierten Experten. Konsens der Referenten: Die gründliche Anamnese bildet die Grundlage für die Therapieentscheidung. Für den behandelnden Arzt bleibt die Aufgabe, die Daten aus klinischen Studien in den kardiologischen Alltag zu übersetzen. Dabei zeigt sich, dass der Einsatz von Dronedaron...

Diabetes: Magenbypass-Operation statt Insulin auch bei Normalgewichtigen?

Ein Magenbypass, der bei extremer Fettleibigkeit einen Gewichtsverlust erzwingt, kann Menschen mit Typ-2-Diabetes mellitus in drei Viertel der Fälle von ihrer Stoffwechselstörung befreien. Dieser Effekt hält einer aktuellen Studie zufolge zwei Jahre nach dem Eingriff an. Ob eine Operation auch weniger übergewichtigen Diabetikern hilft, auf Insulingaben zu verzichten, untersuchen derzeit Mediziner am Universitätsklinikum Heidelberg in einer klinischen Studie. Die Forscher interessiert dabei auch, ob die Operation außerdem die schädlichen Folgen des erhöhten Blutzuckers an Gefäßen oder...

Studie: Depressive Herzkranken fehlt das schützende Stresshormon Cortisol

Menschen mit koronarer Herzerkrankung (KHK) empfinden zwar unter Stress die Belastung deutlich, allerdings kommt es bei ihnen zu einer verminderten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, das auch eine entzündungshemmende Wirkung hat. Dieser "Hypocortisolismus" wird durch das Vorliegen einer chronischen Depression noch deutlich verstärkt. Er könnte ein direkter Hinweis auf eine möglicherweise gesteigerte Entzündungs- und Immunantwort bei diesen Patienten sein, die das Fortschreiten einer KHK begünstigen könnte, heißt es in einer deutschen Studie. Die Ergebnisse könnten zu einer Erklärung...

Antibabypille bei Migränepatientinnen ohne Aura – kein gesteigertes Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt!

Neurologen, Schmerztherapeuten und Kopfschmerzambulanzen berichten in letzter Zeit zunehmend von verunsicherten Patientinnen, denen eine orale Empfängnisverhütung (Kontrazeption) mit dem Hinweis verweigert wurde, sie seien Migränikerinnen. Hintergrund sind die Leitlinien „Medical eligibility criteria for contraceptive use“ der WHO und „Empfängnisverhütung“ der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) (momentan in Überarbeitung). Laut Leitlinien empfiehlt die WHO kombinierte hormonelle Kontrazeptiva in jeder Applikationsform bei Patientinnen mit einer Migräne ohne...

Indikationserweiterung: Etoricoxib kann nun auch gegen Akutschmerz nach Zahnoperationen eingesetzt werden

Als 90-mg-Dosis kann Etoricoxib nun auch in der kurzzeitigen Behandlung (3 Tage) von mäßig starken operationsbedingten Zahnschmerzen eingesetzt werden. Die Zulassung basiert auf den positiven Daten einer klinischen Studie mit Zielparameter TOPAR6, die 90 mg Etoricoxib bei postoperativen Zahnschmerzen mit anderen Therapien verglich. Schmerzmodell war die Extraktion von Backenzähnen mit entsprechenden mittelschweren bis starken Schmerzen. In der analgetischen Gesamtwirkung (primärer Endpunkt) war Etoricoxib nach 6 Stunden wie auch in der Bewertung der Studienmedikation bzgl. der...

Masern-Impfschutz auch für Erwachsene sinnvoll

Eine Masern-Erkrankung kann zu schweren Komplikationen wie Bronchitis oder Lungenentzündung führen - auch bei Erwachsenen. Wer nach 1970 geboren und nicht oder nur einmal als Kind gegen Masern geimpft wurde, sollte das daher nachholen. Denn mit rund 1600 gemeldeten Erkrankungen hätten sich die Masern-Fälle im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln anlässlich der Europäischen Impfwoche (21. bis 27. April).

Bestimmte Probiotika lindern respiratorische Infektionen und gastrointestinale Beschwerden

Der Darm des Menschen beherbergt mehr als 500 verschiedene bakterielle Spezies. Und diese darmassoziierte Mikrobiota erfüllt eine Reihe relevanter Funktionen. Dazu zählen neben der Unterstützung der Verdauung durch die Bereitstellung von enzymatischer Kapazität der Erhalt des darmspezifischen Milieus, die Neutralisation toxischer Stoffe sowie die Verdrängung pathogener Keime. Für die praktische Medizin ist derzeit gesichert, dass bestimmte Probiotika die Dauer von banalen Infektionen vor allem der oberen Atemwege abkürzen können. Darüber hinaus lassen sich gastrointestinale Beschwerden,...

IQWiG legt erste Nutzenbewertung für ein HIV-Therapeutikum vor: Zusatznutzen von Rilpivirin für die gesamte Zielpopulation bestätigt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat heute die Nutzenbewertung für das Arzneimittel Edurant® (Wirkstoff: Rilpivirin) des Herstellers Janssen veröffentlicht und attestiert einen Zusatznutzen. Bei männlichen Patienten sei innerhalb der ersten 48 Wochen das virologische Ansprechen signifikant höher als unter Vergleichstherapie, und geschlechtsunabhängig zeige sich eine deutlich bessere neurologische Verträglichkeit. Rilpivirin gehört zur Substanzklasse der Nicht-Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) und ist zur einmal täglichen...

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