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Medizin

Mai 2012

Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster untersucht die hausärztliche Versorgung von Schmerzpatienten

Hausärzte haben als erste Anlaufstelle eine zentrale Rolle bei der Schmerzversorgung. Im Rahmen der einzigartigen Versorgungsforschungsstudie „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster“ wurden daher in Kooperation mit dem Hausärzteverbund Münster (HVM) 77 Hausärzte zum Schmerzmanagement befragt. Auf die Ergebnisse folgen nun Verbesserungen wie Qualifizierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Hausärzteverbund und einer interdisziplinären Arbeitsgruppe.

Eindämmung eines seltenen multiresistenten Keims am Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig kämpft gegen den multiresistenten Keim KPC (Carbapenemase bildende Klebsiellen). Dieser Keim wurde vor zwei Jahren erstmals nach Übernahme eines in der Region lebenden Patienten aus einem griechischen Krankenhaus am UKL nachgewiesen. Dieser Patient ist bis heute wegen seiner Grunderkrankung am UKL in Behandlung. Der bisher in Nordeuropa wenig verbreitete KPC-Keim ist tendenziell in den letzten Jahren auf dem Vormarsch.

Rizinusöl wirkt über einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor

Rizinusöl ist vor allem als effektives Abführmittel bekannt, wurde aber auch bereits in der Antike bei Schwangeren zur Förderung der Wehentätigkeit eingesetzt. Erst jetzt ist es Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung gelungen, die entscheidenden Details des Wirkmechanismus zu entschlüsseln. Verantwortlich ist demnach ein Rezeptor mit dem Namen EP3 auf den Muskelzellen des Darmes und der Gebärmutter. Dieser wird durch einen Bestandteil des Öls aktiviert.

Männer unter Stress sozialer?

Ein Forschungsteam unter der Leitung der Freiburger Psychologen und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Markus Heinrichs und Dr. Bernadette von Dawans hat in einer Studie untersucht, wie Männer in Stresssituationen reagieren – und mit den Ergebnissen eine fast 100 Jahre alte Lehrmeinung widerlegt. Dieser zufolge sollen Menschen und die meisten Tierarten bei Stress die „Kampf-oder-Flucht-Reaktion“ („fight-or-flight“) zeigen. Erst seit den späten 1990er Jahren vertreten einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die These, dass Frauen unter Stress alternativ nach dem...

Grübelnde Menschen haben höhere Aktivität in Hirnregionen, die für die Sprachproduktion zuständig sind

Grübeln kennt jeder: Die Gedanken kreisen um ein bestimmtes Thema, um ein Problem, doch man gelangt zu keiner Lösung. Solche Grübeleien kosten nicht nur Zeit, sie verderben einem häufig auch die Stimmung. Dr. Simone Kühn, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, ist der Frage nachgegangen, was im Kopf von Menschen vor sich geht, die besonders häufig zum Grübeln neigen.

Kardiale Rehabilitation durch Bewegung

Sport statt Stents: Unter diesem Motto läuteten die Experten auf dem Satelliten-Symposium „Interventionelle Kardiologie durch Training überflüssig?“ am 11. Mai 2012 in Leipzig einen Paradigmenwechsel für die optimale Rehabilitation bei Koronarer Herzkrankheit ein. Körperliches Training mit optimaler medikamentöser Therapie ist ein wesentlicher Baustein zur Primär- und Sekundärprävention bei kardiovaskulären Erkrankungen. Schon nach vier Wochen Bewegungstherapie erhöht sich der koronare Durchfluss. Diese Effekte werden wesentlich durch Stickstoffmonoxid (NO) vermittelt, so das Fazit der...

Beratergremium der US-amerikanischen FDA votiert gegen die Zulassung von Rivaroxaban zur Sekundärprävention nach akutem Koronarsyndrom

Das Beratergremium Cardiovascular and Renal Drugs Advisory Committee der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat sich gegen die Zulassung des oralen Gerinnungshemmers Rivaroxaban in einer Dosierung von zweimal täglich 2,5 mg in Kombination mit Standard-Plättchenaggregationshemmung zur Sekundärprävention nach einem akutem Koronarsyndrom (ACS) ausgesprochen.

Patient Blood Management und intravenöse Eisen-Applikation mit Ferric Carboxymaltose

Bluttransfusionen sind einerseits ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Notfallmedizin, sie stellen andererseits eine nicht-kausale Behandlungsform dar, die mit erheblichen gesundheitlichen Komplikationen verbunden und zudem kostenintensiv ist – so die Meinung der Experten auf dem Symposium „Tut Blut immer gut? Transfusionsreduktion durch effektives Patient Blood Management“, das im Rahmen des diesjährigen DAC am 6. Mai 2012 in Leipzig stattfand.

Gelockerte Hüftgelenksprothesen: Biologischer Knochenaufbau statt Metall und Zement

Durch die neue Methode des „Impaction Grafting“ können ausgetauschte Hüftgelenksprothesen statt durch Zement in echter Knochenmasse befestigt werden. Auf dem Europäischen Orthopädiekongress (EFORT) in Berlin forderten Experten die breite Anwendung dieses neuen Verfahrens, weil es vor allem jüngeren Patienten die Möglichkeit eines weiteren, schonenden Prothesentausches offenhält – im Gegensatz zu den komplikationsträchtigen bisher gängigen Verfahren.

Großes EHEC-Kollektiv untersucht – EHEC bleibt wichtiges Thema

Bereits in den ersten sechs Wochen des Jahres 2012 wurden dem Robert-Koch-Institut 121 Patienten gemeldet, die sich mit enterohämorrhagischen Escherichia-coli-Bakterien (EHEC) infiziert hatten. Somit bleibt die Betreuung von Patienten mit EHEC auch nach der Epidemie in Norddeutschland Mitte 2011 eine Herausforderung. Eine Studie in der DMW beschreibt mit 117 Patienten eines der bislang größten Kollektive mit überwiegend jungen und weiblichen Patienten mit EHEC.

Wie vorbeugen bei erblichem Krebs?

Wie kann man Menschen helfen, bei denen ein hohes Risiko besteht, an einer erblichen Krebsform zu erkranken? Zurzeit setzen Ärzte vor allem auf spezielle Früherkennungsprogramme. Neue Hoffnung weckte vor einiger Zeit die Entdeckung eines Krebsgens, bei dessen Hemmung die Krebszellen im Tierversuch abstarben. Am Universitären Centrum für Tumorerkrankungen der Goethe-Universität soll nun überprüft werden, ob das Krebsgen die häufigsten erblichen Krebsformen, nämlich Brust- und Eierstockkrebs sowie Darmkrebs, verhindern kann. Die Studie wird von der Carls Stiftung mit 110.930 Euro gefördert.

DIALOGUE-Register: Erstes prospektives Register über Typ-2-Diabetiker mit manifester Hypertonie in Deutschland

Rund 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker leiden gleichzeitig an Hypertonie, was auf gemeinsame Risikofaktoren wie falsche Ernährung und mangelnde Bewegung sowie die steigende Lebenserwartung zurückzuführen ist. Schon Diabetes allein erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie etwa Schlaganfall oder Lungenödeme. Ein Patient mit Typ-2-Diabetes und Hypertonie hat ein bis zu vierfach erhöhtes kardiovaskuläres Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko gegenüber einem Nicht-Diabetiker mit Bluthochdruck (1).

Studie über Patienten mit Rücken- und Schulterschmerzen: Chronische Schmerzen beeinflussen die Wahrnehmung von Bewegungen

Patienten mit chronischen Rücken- oder Schulterschmerzen sehen ihre Umwelt mit anderen Augen als gesunde Menschen – zumindest wenn es um ihre schmerzenden Körperteile geht. Darauf deutet die Studie eines interdisziplinären Teams von Wissenschaftlern aus Münster und Jena hin, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "PAIN" veröffentlicht ist. Demnach wirken sich chronische Schmerzen nicht nur auf die Körper der betroffenen Patienten aus. Sie können auch beeinflussen, wie Schmerzpatienten die Bewegungen wahrnehmen, die sie bei anderen beobachten: Das Urteilsvermögen der Betroffenen...

Sertürner-Preis für Erforschung des Gewöhnungseffektes bei Opioiden

Die Sertürner Gesellschaft e.V. ehrte auf ihrer Jahrestagung in Einbeck den Jenaer Pharmakologen Prof. Dr. Stefan Schulz vom Universitätsklinikum Jena für seine Forschungsarbeiten zu den Mechanismen der Toleranzentwicklung gegen Schmerzmittel. Bei längerer Einnahme von Opioiden muss häufig die Dosis gesteigert werden, um bei der Therapie chronischer Schmerzen einen konstanten Therapieeffekt zu erzielen. Damit steigt aber auch das Risiko für Nebenwirkungen. Die Ursache für diesen Gewöhnungseffekt, der sowohl bei Morphin als auch bei synthetischen Opioiden eintritt, liegt in der verminderten...

Olodaterol als Kombinationspartner für Tiotropium in der Dauertherapie bei COPD

Neue Studiendaten, die im Rahmen des Jahrestreffens 2012 der American Thoracic Society vorgestellt wurden, schließen das klinische Phase-II-Studienprogramm zu Olodaterol als Monotherapie bei Patienten mit chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) ab. Die aktuelle Phase-II-Studie verglich die Wirksamkeit und Verträglichkeit von ein- bzw. zweimal täglich über den Respimat® Soft Inhaler (SMI) eingesetztem Olodaterol miteinander.

Wie die Gene die Alterung des Gehirns beeinflussen

Der Hippocampus ist ein Bestandteil des Gehirns, dessen Volumen sich mit dem Alter verringert und so Gedächtnisstörungen hervorruft. Die Beschleunigung dieses Phänomens ist eines der Anzeichen für Alzheimer. Ein internationales Forscherteam, unter Mitwirkung französischer Wissenschaftler, hat die Genmutationen untersucht, die mit dieser Volumenverringerung zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden am 15. April 2012 in der Fachzeitschrift Nature Genetics (1) veröffentlicht.

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