Montag, 23. September 2019
Navigation öffnen

Medizin

Juni 2012

Genom eines Fötus mit 18 Wochen entschlüsselt

Eine Blutprobe der Mutter und Speichel des Vaters haben Wissenschaftler der University of Washington dazu benutzt, das Genom eines Fötus im Mutterleib zu sequenzieren. Zum Zeitpunkt der Untersuchung war der Fötus 18 Wochen alt. Die in "Science Translational Medicine" veröffentlichten Studienergebnisse könnten laut den Forschern zu einem einfachen und sicheren Test für Tausende genetisch bedingte Erkrankungen führen. Sie räumen jedoch auch ein, dass ein derartiger Test viele ethische Fragen aufwerfen würde.

Hoher Vitamin D-Spiegel reduziert das Risiko einer Multiplen Sklerose

Vitamin D in ausreichenden Mengen im Blut senkt das Risiko, an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken. Besonders gilt das für Patienten/-innen mit einem Vorläufer der MS, dem klinisch isolierten Syndrom, berichteten Forscher/-innen auf dem Europäischen Neurologenkongress in Prag. Eine orale Verabreichung von Vitamin D empfiehlt sich bei entsprechendem Mangel genauso wie bei bereits eingetretener MS-Erkrankung: Selbst bei einer Dosierung weit über den Grenzwerten besteht für diese Gruppe keine gesundheitliche Gefahr.

Beim Einsatz von Liraglutid den gesamten Nutzen berücksichtigen

Bei der aktuellen ökonomischen Bewertung von Arzneimitteln stehen derzeit kurzfristige Effekte und unmittelbare Kosten im Vordergrund. Da jedoch insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes  Folgekosten die Gesamt-aufwendungen für die Erkrankung maßgeblich bestimmen, forderten Experten im Rahmen der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Stuttgart (1,2) eine langfristige ökonomische Betrachtungsweise, die alle anfallenden Kosten und den gesamten Nutzen eines Wirkstoffes berücksichtigt. Das beinhaltet Aufwendungen...

Probleme am Arbeitsplatz und Depression verschlimmern Rückenschmerz

Bis zu 90 Prozent der Bevölkerung in Industrieländern leiden zumindest einmal im Leben an Rückenschmerzen, was eine enorme Belastung für Betroffene, Gesundheitsbudgets und Volkswirtschaften darstellt. Um Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen, muss ganzheitlich gedacht werden. Wer unter Problemen am Arbeitsplatz oder Depressionen leidet, bei dem sind Rückenschmerzen besonders hartnäckig, zeigen zwei australische Studien, die heute auf dem Europäischen Orthopädiekongress (EFORT) in Berlin präsentiert wurden.

FIFA-Chefarzt: Schmerzmittelmissbrauch im Fußball üblich

Der Schmerzmittel-Konsum entgleist im Profifußball zusehends. Hohe Sorgfalt der Teamärzte ist notwendig, um Missbrauch und gesundheitliche Schäden vorzubeugen, warnt Jiri Dvorak, medizinischer Leiter des Weltfußballverbandes FIFA. "Bei den FIFA-Turnieren und in höheren Spielligen hat die Einnahme von Schmerzmitteln extrem zugenommen. Um die Nebenwirkungen bei Langzeiteinnahme zu verhindern, müsste stärker auf die Indikation geachtet werden", so der Experte.

Fibromyalgie auch bei Kindern?

Ganzkörperschmerz ist seit einigen Jahren ein gängiger Begriff geworden, insbesondere für Erwachsene. Ärzte und Fachleute sprechen bei dieser Erkrankung von der sogenannten Fibromyalgie. Die einschlägigen Fachgesellschaften haben im Frühjahr diesen Jahres eine überarbeitete Therapieleitlinie für die Diagnostik und Therapie der Fibromyalgie erstellt. Aber was ist, wenn Kinder unter Schmerzen am ganzen Körper leiden? Leiden sie dann auch unter Fibromyalgie? Die einschlägigen Fachgesellschaften haben im Frühjahr diesen Jahres eine...

RE-LY-Studie: Weniger Blutungen im Gehirn unter Dabigatran

Intrakranielle Blutungen sind bei älteren Patienten mit Vorhofflimmern die schwerwiegendste Komplikation während einer gerinnungshemmenden Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten. Eine aktuelle Analyse der RE-LY-Studie zeigt, dass unter dem neuen direkten Thrombinantagonisten Dabigatran deutlich weniger tödliche intrakranielle Blutungskomplikationen auftreten als unter Warfarin. Darauf weisen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hin. „Die Behandlung mit Dabigatran weist wesentliche Vorteile gegenüber einer engmaschig kontrollierten...

Adipositas-Gene entlarven – Spitzenförderung für Nachwuchsforscher

Die Boehringer Ingelheim Stiftung hat den Pharmazeutiker PD Dr. Peter Kovacs vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig (IZKF) und sein Forschungsprojekt "Funktionelle Genetik der Fettverteilung" in ihr Perspektiven-Programm "Plus 3" aufgenommen. Damit verbunden ist ein Förderbetrag in Höhe von insgesamt rund 500.000 Euro verteilt auf die nächsten drei Jahre.

Genregulation: Transkriptionsfaktor P-TEFb reguliert RNA-Polymerase nach einem unerwarteten Muster

Wird genetische Information von der Erbsubstanz DNA abgelesen, übersetzt die RNA-Polymerase II sie in RNA-Moleküle. Ein wichtiger Bereich des Polymerase-Moleküls ist die C-terminale Domäne, kurz CTD. Sie übermittelt der Polymerase Informationen darüber, wie der genetische Code abgeschrieben und weiter verarbeitet werden soll. Dazu heftet das Enzym P-TEFb molekulare Botschaften in Form von Phosphatresten an bestimmte Positionen innerhalb der CTD. Wissenschaftler am Dortmunder Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie haben nun beschrieben, nach welchem Muster P-TEFb dabei vorgeht. Die...

Studie zur frühen Antibiotikatherapie bei Patienten mit schwerer Sepsis: Kombinationstherapie bringt keinen Vorteil

Immer noch versterben weltweit 30-50% der Patienten mit schwerer Sepsis. Obwohl die Therapie mit Breitspektrumantibiotika in den ersten Stunden nach Beginn die wichtigste Behandlungsmaßnahme darstellt, gab es bis jetzt weltweit noch keine prospektive randomisierte, kontrollierte Studie zur frühen Antibiotikatherapie von Patienten mit schwerer Sepsis. Bisher wurden diese Patienten in den Zulassungsstudien neuer Antibiotika seitens der pharmazeutischen Industrie ausgeschlossen. Wichtige Fragen zur Sepsistherapie – ob etwa die Kombination zweier Breitspektrumantibiotika mit unterschiedlichen...

Schleudertrauma: Häufig, aber selten mit schwerwiegenden Folgen

Bis zu einer Million Europäer erleiden jährlich ein sogenanntes Schleudertrauma oder „Peitschenschlag-Syndrom“, doch nur ein Bruchteil dieser Verletzungen hat nachhaltig neurologisch messbare Konsequenzen. Dies zeigt eine neue Studie, die heute auf dem Europäischen Orthopädiekongress (EFORT) in Berlin vorgestellt wurde. Aus Anlass der WHO Dekade zur Reduktion von Verkehrsunfällen sind neue Erkenntnisse zu Prävention und Therapie unfallbedingter Verletzungen eines der Schwerpunktthemen des wissenschaftlichen Großereignisses.

Vor 100 Jahren erschien das erste deutsche Jugendbuch gegen die Weltkriegsgefahr

Keiner der bekannten deutschen Dichter des beginnenden 20. Jahrhunderts hat das erste deutsche Buch gegen die drohende Weltkriegsgefahr geschrieben. Es war der Hamburger Volksschullehrer Wilhelm Lamszus (1881 – 1965). Vor genau einhundert Jahren veröffentlichte er sein künstlerisch intendiertes Jugendbuch „Das Menschenschlachthaus – Bilder vom kommenden Krieg“. Es war eines der sehr wenigen literarisch-künstlerischen Werke dieser Zeit, das eine eindeutige Kampfansage an die damals verbreitete chauvinistische Kriegsdarstellung und deren...

Weiterhin hoher Orientierungsbedarf zur Krankenhaushygiene

Über 180 Vertreter deutscher Kliniken trafen sich gestern in Berlin, um sich mit Experten über die Folgen des novellierten Infektionsschutzgesetzes für ihren Arbeitsalltag auszutauschen. Auf dem von der "Initiative Infektionsschutz" und der "PEG – DIE AKADEMIE" organisierten Berliner Hygienesymposium 2012 wurden Strategien und Maßnahmen zur Eindämmung nosokomialer Infektionen lebhaft diskutiert. Insbesondere Fragen des optimalen Screenings, messbarer Qualitätskriterien aber auch nicht zuletzt der Haftung führten zu einem ...

Schmerzmanagement bei Senioren und Hochaltrigen: Besonderheiten einer Patientenklientel

Welche Schmerz-Assessment-Instrumente und therapeutischen Interventionen berücksichtigen die altersbedingten Veränderungen bei Senioren? Und: Warum ist es wichtig neben Pharmakokinetik und -dynamik sowie abnehmender renaler Eliminationsleistung auch auf das pharmakokinetische Interaktionspotential des gewählten Schmerzpräparats zu achten? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich unter dem Motto „Der verschwiegene Schmerz“ die Vorträge und Workshops auf dem Zukunftsforum Schmerz von Janssen. Dabei zeigte sich, dass bereits durch die Auswahl eines...

Revolution in der Rückenschmerzdiagnostik und -therapie – dynamische Funktionsmessung unter „real-life“ Bedingungen

Wir müssen uns einer Tatsache bewusst sein: Das „Schmerzproblem der Welt“ – aus Sicht der Patienten und der Gesundheitsökonomie - sind Rückenschmerzen. Und immer wieder Rückenschmerzen. 20 Millionen Menschen in Deutschland haben regelmäßig Rückenschmerzen. Doch mehr als ein Drittel davon wird falsch behandelt. Viele Patienten haben eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich. Sie bekommen Schmerzmittel und oder werden am Rücken operiert – oft ohne Erfolg. Denn Rückenschmerzen sind nicht gleich...

AAN 2012: Wöchentliche MS-Basistherapie mit Interferon beta-1a in der Schwangerschaft unbedenklich

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 2.500 Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS) konfrontiert. Frauen sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Männer. Bei der Mehrheit der MS-Patienten tritt die Erkrankung erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Gerade für Frauen bedeutet dies: Die Erstdiagnose der MS fällt häufig in eine Lebensphase, in der die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. In der Langzeitbehandlung schubförmiger MS ist der Einsatz immunmodulierender Basistherapeutika bewährter Standard – bislang...

Multimodales Therapiekonzept wird Patientenbedürfnissen bei Morbus Parkinson besser gerecht

Patienten mit Morbus Parkinson haben je nach Phase ihrer Erkrankung unterschiedliche Bedürfnisse, denen der behandelnde Arzt mit einem integrierten Krankheitsmanagement besser gerecht werden kann. Besonders eine intensive, auf die Anforderungen des Patienten ausgerichtete Kommunikation kann sich positiv auf das Arzt-Patienten-Verhältnis, die Lebensqualität und die Adhärenz auswirken. Dies ergab eine aktuelle, über die unabhängige Ärzteplattform esanum durchgeführte, deutschlandweite Umfrage, an der sich 300 Neurologen beteiligten. Gemeinsam...

TOWER-Studie: Phase-III-Studie mit Teriflunomid bei schubförmiger Multipler Sklerose

Sanofi und sein Tochterunternehmen Genzyme gaben Top-Line-Ergebnisse der Studie TOWER (Teriflunomide Oral in people With relapsing remitting multiplE scleRosis) bekannt, in der die Wirksamkeit und Sicherheit einer Behandlung mit einmal täglich oral einzunehmendem Teriflunomid bei Patienten mit schubartig verlaufender Multipler Sklerose (MS) geprüft wurden. In der Studie zeigte sich bei den Patienten unter Behandlung mit 14 mg Teriflunomid eine statistisch signifikante Reduktion der jährlichen Schubrate sowie eine statistisch signifikante Reduktion des Risikos einer...

Das könnte Sie auch interessieren

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich
© pressmaster / Fotolia.com

In Deutschland werden jedes Jahr über 500 klinische Forschungsstudien zu neuen Therapien und Medikamenten durchgeführt. Ein Großteil betrifft Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD, Arthrose oder Schuppenflechte und richtet sich an chronisch kranke Patienten. Leider weiß die Mehrheit dieser Patienten nichts über aktuelle Studien und die Möglichkeiten, die sich daraus für sie ergeben können. Hier setzt das Aufklärungsprinzip von Mondosano an und bietet einfach aufbereitete Informationen zu neuen Therapieformen und Forschungsprojekten. Bei...

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?
© freshidea / Fotolia.com

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 440.000 Patienten mit Herzschwäche in eine Klinik eingewiesen, weil bei ihnen ihr Herz entgleist ist. Damit zählt die Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt. „Ganz konkrete Warnsignale zeigen das Entgleisen des Herzens an. Für diese müssen Betroffene wachsam sein, insbesondere für Wassereinlagerungen im Körper, an den Knöcheln, den Unterschenkeln oder im Bauchraum. Diese sogenannten Ödeme sind leicht zu erkennen, wenn man sich täglich wiegt....