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Medizin

November 2012

Neuronale Mechanismen des intendierten Vergessens

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung ist Vergessen nicht immer nur eine Schwäche oder Fehlfunktion des Gedächtnisses, sondern manchmal auch ein willentlicher Akt des Gehirns: In einer aktuellen Studie konnte der Psychologe Dr. Simon Hanslmayr, Fellow des Zukunftskollegs der Universität Konstanz, die Steuerungsprozesse des Gehirns nachweisen, mit denen das Gedächtnis willentlich irrelevante Informationen ausblendet und durch neue Informationen ersetzt.

Firewall für Nervenzellen: Fumarsäureester gegen MS

Die Multiple Sklerose (MS) ist bis heute nicht heilbar. Mit modernen Medikamenten lässt sich ihr Verlauf zwar verlangsamen, jedoch sind die Wirkstoffe entweder in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt oder mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden. Hoffnung kommt jetzt aus der Dermatologie. Bochumer Forscher haben entdeckt, dass ein seit langem gegen Schuppenflechte bewährter Wirkstoff auf Basis der Fumarsäure die MS-Symptome stark bessert: Die Patienten erlitten 50% weniger MS-Schübe und hatten bis zu 90% weniger entzündlich aktive Herde. Nun gelang den...

Helicobacter pylori-Eradikation: Zusätzliche Therapie mit hochdosierten Lactobazillen steigert den Behandlungserfolg

Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Völlegefühl: Hinter solchen Beschwerden steckt oft eine Magenschleimhautentzündung. Knapp sieben Millionen Deutsche sind davon jährlich betroffen. Häufigster Auslöser ist der Magenkeim Helicobacter pylori. Eine Studie von Canducci et al. (1) zeigte: Wird die klassische Tripletherapie aus zwei Antibiotika und einem Magensäureblocker durch hochdosierte Lactobazillen (Lacteol®) begleitet, steigert dies signifikant die Eradikationsrate von 72 auf 88%.

Multiple Sklerose: Neue Daten für orales BG-12 und Natalizumab

Auf dem diesjährigen ECTRIMS-Kongress (European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis) in Lyon präsentierte Biogen Idec neue Daten für das in der Zulassung befindliche orale BG-12 (Dimethylfumarat) sowie für Natalizumab (Tysabri®). Die integrierte Analyse der DEFINE- und CONFIRM-Zulassungsstudie sowie erste Zwischenergebnisse der Fortsetzungsstudie ENDORSE bestätigen die klinische Wirksamkeit und Sicherheit des oralen Wirkstoffs BG-12.

Chronisch-entzündliche Darmkrankheiten durch überaktives Immunsystem?

In einer der größten jemals durchgeführten wissenschaftlichen Studien konnte ein internationales Team ein neues Licht auf die genetischen Ursachen von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten (CED) werfen. Über 2,5 Millionen Menschen weltweit sind von diesen Krankheiten betroffen. Um diesen Menschen zu helfen, suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach den krankheitsauslösenden Genen. Ihren Durchbruch veröffentlichten sie in der aktuellen Ausgabe (31.10.2012) der Fachzeitschrift Nature.

Wachstumsbremse für bösartige Weichgewebstumore

Welche Rolle bestimmte molekulare Faktoren für die Entwicklung von bösartigen Weichgewebstumoren spielen, untersucht Mustafa Becerikli vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil. Der Mitarbeiter der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Lars Steinsträßer, Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte mit Handchirurgiezentrum (Direktor: Prof. Dr. Marcus Lehnhardt), hat die Ergebnisse seiner Arbeit auf der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen ...

Schlaganfall-Reha: Bessere Beweglichkeit durch Lokalanästhesie

Dank moderner Anästhetika lassen sich heute nicht nur chirurgische Operationen schmerzfrei durchführen. Auch bei verschiedenen Diagnoseverfahren kommen sie zum Einsatz. Wie Psychologen und Mediziner der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Universitätsklinikums Jena nun zeigen, können Anästhetika auch bei der Therapie von Schlaganfallpatienten von hohem Nutzen sein. In einer aktuellen Publikation stellen die Forscher die Ergebnisse einer Studie vor, die belegt, dass durch eine Lokalanästhesie die motorischen Fähigkeiten von Patienten...

Enzym HDAC11 als vielversprechende Zielstruktur für neue Krebstherapien

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Universitätsklinikum Heidelberg identifizierten das Enzym HDAC11 als vielversprechende Zielstruktur für neue Krebstherapien. Wird das Molekül ausgeschaltet, so stellen die Krebszellen ihr Wachstum ein und sterben ab. Normalen Zellen schadet eine Blockade von HDAC11 dagegen nicht. Auf der Basis dieser Ergebnisse suchen die Forscher nun nach selektiven Wirkstoffen gegen HDAC11.

Knochen durch Lauftraining nicht überlasten

Hartes Training kann bei Laufsportlern, aber auch bei Tänzern, Fußballprofis oder Radsportlern zu einer schmerzhaften Überbelastung an Bein- und Fußknochen führen. Wie eine aktuelle Studie zeigt, ist es mittels einer einfachen Ultraschalluntersuchung möglich, drohende Knochenbrüche zu erkennen. Die kostengünstige Untersuchung könne Sportlern dabei helfen, Trainingspausen frühzeitig einzuleiten und einen möglichen „Karriereknick“ in Folge einer solchen „Stressfraktur“ zu vermeiden.

Neuer Regulator der Immunabwehr identifiziert

Für die erworbene, erlernte Immunantwort sind MHC-II-Moleküle, die sich auf der Oberfläche von Immunzellen befinden, von zentraler Bedeutung. Sie helfen, zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden und präsentieren Bruchstücke potentieller Erreger, damit diese erkannt und vom Körper entsprechende Abwehrmaßnahmen eingeleitet werden können. Forscher des Leibniz-Instituts für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena identifizierten nun einen Mechanismus, wie die Synthese (Transkription) von...

Wachstum der Zystennieren durch Tolvaptan gebremst

Weltweit leiden mehrere Millionen Menschen an der Erbkrankheit Zystennieren. Forschern der Universität Zürich ist es zusammen mit Kollegen gelungen, mittels eines V2-Vasopressin-Rezeptorantagonisten das Wachstum dieser Zysten zu bremsen. Bisher konnten nur die Symptome von Zystennieren behandelt werden. Die autosomal-dominante polyzystische Nierenkrankheit (ADPKD) ist eine der häufigsten Erbkrankheiten, die 1 Person von 1000 betrifft und weltweit für ein Nierenversagen von bis zu 10% der Patientinnen und Patienten verantwortlich ist. Charakteristisch für die...

Hilft Achtsamkeits-Meditation bei der Behandlung chronischer Depression?

Depressive Störungen gehören zu den Hauptursachen gesundheitlicher Beeinträchtigungen und sind eine der häufigsten psychischen Störungen. Viele Betroffene leiden über Jahre hinweg an einer chronischen Depression. Trotz psychotherapeutischer und medikamentöser Therapie können die Symptome in einigen Fällen nicht ausreichend gelindert werden. Um Patienten mit dieser Form der Depression besser zu versorgen, führen Psychologen unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Stangier in der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe- Universität...

Hodenkrebs: neuen Tumormarker entdeckt

Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei jungen Männern in der Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes ist die Bestimmung der Konzentration sogenannter Biomarker im Blut der Patienten. Für einen großen Teil der Patienten fehlten allerdings bisher geeignete Biomarker. Diese Lücke hilft ein neuer Marker zu schließen, über den Wissenschaftler des Zentrums für Humangenetik der Universität Bremen und Mediziner des Hamburger Albertinen Krankenhauses jetzt im...

Sportmedizin: Stretching aktiviert Muskeln und motorischen Cortex

Wer rastet, der rostet", davon ist Professor Volker Zschorlich, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Rostock, fest überzeugt. Diese Volksweisheit spiegelt den Umstand wider, so der Wissenschaftler, der den Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft leitet, dass durch Bewegung neben der Aktivierung der Muskeln und des Kreislaufes auch große Bereiche des Gehirns aktiviert werden, so dass sich gut funktionierende neuronale Netze im Bereich des motorischen Cortex ausbilden und stabilisieren. Wie das im Einzelnen funktioniert, das wollen...

Narkosetiefe durch Überwachung von Hirnnerven bestimmbar

Die so genannte intraoperative Wachheit ist über alle Patienten gesehen ein sehr seltenes Ereignis, kann aber bei Risikopatienten und -eingriffen bei bis zu einen von 100 Patienten auftreten. Häufig hinterlässt solch eine intraoperative Wachheit bei Betroffenen potentiell schwerwiegende psychische Folgen. Ein Verfahren, mit dem derartige Ereignisse zuverlässig vorhergesagt und somit in ihrer Häufigkeit reduziert werden können, existiert bislang nicht. Durch gute Beobachtungsgabe gelang es halleschen Neurochirurgen um Prof. Christian Strauss zusammen mit...

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Vergessenes OP-Besteck im Körper, Komplikationen durch fehlerhafte Medizinprodukte oder Infektionen mit Keimen – immer wieder kommt es in deutschen Krankenhäusern zu solchen Zwischenfällen. Laut Medizinischem Dienst der Krankenkassen (MDK) lag die offizielle Zahl der bestätigten Behandlungsfehler im vergangenen Jahr bundesweit bei knapp 3.500. Das verunsichert Patienten verständlicherweise vor wichtigen medizinischen Eingriffen. Frauen sorgen sich häufiger als Männer vor einem Klinikaufenthalt, so das aktuelle Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag...

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Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich...

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EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • USA offiziell aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgetreten – Der Austritt wird in einem Jahr gültig (dpa, 08.07.2020).
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