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12. September 2018 Umfragen: Bürger tendenziell offen für neue Organspende-Regeln

Mögliche neue Regeln für eine automatische Einwilligung in Organspenden außer bei erklärtem Widerspruch treffen laut Umfragen bei den Bundesbürgern tendenziell auf Zustimmung. Einen entsprechenden Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) befürworten eher oder sogar voll und ganz 46 Prozent der Befragten, wie eine Umfrage des Instituts YouGov ergab - eher oder voll und ganz dagegen sind demnach 38%. In einer Umfrage des Instituts Civey für die „Welt“ sprachen sich 52% der Deutschen für solche neuen Regeln aus, dagegen waren demnach 42%.
Spahn hatte sich am Montag für neue Regeln stark gemacht, damit mehr Menschen Organe spenden. Demnach soll automatisch jeder als Spender gelten - solange man oder ein Angehöriger nicht widerspricht. Der Minister plant dafür aber vorerst kein Gesetz, sondern wirbt für eine offene Debatte im Bundestag. Bisher gilt hierzulande das umgekehrte Prinzip, wonach Organentnahmen nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt sind. In Deutschland warten laut Ministerium mehr als 10 000 Menschen auf Spenderorgane. Die Zahl der Spender erreichte laut Deutscher Stiftung Organtransplantation 2017 einen Tiefpunkt von 797.

Aus der Unionsfraktion wurde teils Kritik an Spahns Vorgehen laut. Die gesundheitspolitische Sprecherin Karin Maag (CDU) sagte den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag): „So geht es nicht. Wir machen unseren eigenen Gesetzentwurf mit einer Debatte kaputt, die viel zu früh kommt.“ Spahn hat einen Entwurf auf den Weg gebracht, der die Bedingungen für Organspenden in Kliniken unter anderem mit einer höheren Vergütung verbessern soll. Dagegen lobte Unions-Fraktionsvize Georg Nüßlein (CSU) den Vorstoß. Er sehe „diesmal die Chance, dafür eine Mehrheit im Parlament zu finden“.

Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, bekräftigte, die Widerspruchslösung sei eine „sehr gute Idee“. Allerdings sei die Initiative rechtlich nur sehr schwierig umzusetzen, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Die Diskussion müsse aber auch und vor allem in der Gesellschaft geführt werden.

dpa


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