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21. Februar 2017 Das Kreuz mit dem Kreuz: Auftakt zur Vortragsreihe „Neurochirurgie zum Anfassen“

Rückenschmerzen gelten inzwischen als Volksleiden. Zu langes Sitzen, falsches Heben von Lasten, Übergewicht oder altersbedingte Verschleißerscheinungen: die Ursachen sind vielfältig. Doch bei wem es im Rücken bereits zwickt, der läuft unter Umständen Gefahr, dass es mit der Zeit schlimmer wird oder sogar ein Bandscheibenschaden dazukommt. Beim ersten Vortrag der Reihe „Neurochirurgie zum Anfassen“ (24.2., 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm) der Ulmer Universitätsklinik für Neurochirurgie wird der Wirbelsäulenspezialist Dr. Christoph Grimm über häufige Rückenleiden wie Bandscheibenvorfälle sprechen und Behandlungsoptionen erläutern. Der Eintritt ist frei.
Fast jeder zehnte Deutsche hat täglich Rückenschmerzen. Und bei mittlerweile jedem 20. gesetzlich Versicherten lautet die Diagnose einem Krankenkassen-Report zufolge sogar „Bandscheibenschaden“. „Bandscheibenvorfälle oder andere Verengungssyndrome der Nerven und des Rückenmarks wie Spinalkanalstenosen können in vielen Fällen konservativ mit Physiotherapie und Schmerzmedikamenten behandelt werden, vor allem, wenn die Beschwerden noch erträglich sind und sie die Betroffenen nicht gravierend beeinträchtigen“, erläutert Dr. Christoph Grimm. „Unser Ziel ist es, eine OP, wenn es geht, zu vermeiden. Ist eine Operation doch notwendig, versuchen wir, den möglichst kleinsten Eingriff vorzunehmen, um die Belastung und die Risiken für den Patienten zu reduzieren.“

In seinem Vortrag wird der Mediziner deshalb unter anderem verschiedene Operationsverfahren vorstellen, auf Alternativen zur OP hinweisen sowie darauf eingehen, wann eine Operation möglicherweise doch sinnvoll sein kann. Die Zuhörer bekommen außerdem Einblicke in die Geschichte der Medizin und erfahren, wie man Wirbelsäulenerkrankungen früher behandelt hat. Nach dem Vortrag können sich interessierte Zuhörer von Physiotherapeuten der Klinik zeigen lassen, wie man sich im Alltag rückengerecht bewegt, also zum Beispiel, wie man einen schweren Wasserkasten anhebt, ohne den Rücken zu viel oder falsch zu belasten.

„Mit der Vortragsreihe möchten wir Ulmer Bürgern das faszinierende Fachgebiet der Neurochirurgie veranschaulichen und ihnen zeigen, was heutzutage alles möglich ist“, sagt der Ideengeber und Organisator der Vortragsreihe Professor Christian Rainer Wirtz. „Denn dieses älteste chirurgische Fachgebiet, das unser komplexestes Organsystem, das Nervensystem, in den Mittelpunkt rückt, steht heute gleichzeitig für modernste Technik im OP und ist ohne sie kaum mehr vorstellbar“, so der Ärztliche Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Neurochirurgie weiter. Bei den weiteren Vorträgen im April, Mail und September informieren die Referenten über die chirurgische Versorgung geschädigter oder eingeengter Nerven, die Taubheitsgefühle in Armen und Beinen verursachen, wie zum Beispiel nach Unfällen oder beim Karpaltunnelsyndrom. Oder sie thematisieren die Verwendung modernster Technik im OP-Saal sowie die Behandlung von Schädel-Hirn-Verletzungen.

An der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Ulm werden rund 850 Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen im Jahr behandelt. Die Besonderheit: Sie ist eine „Klinik an zwei Standorten“: Zu dem 1970 eingerichteten Standort am Bezirkskrankenhaus in Günzburg kam 2004 der zweite am Uniklinikum Ulm hinzu. An beiden Standorten werden neben weiteren auch Spezialsprechstunden zur Wirbelsäulenchirurgie angeboten.

Terminüberblick
Freitag, 24. Februar, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm; freier Eintritt
Das Kreuz mit dem Kreuz – was hilft, wenn´s im Rücken zwickt
Dr. Christoph Grimm

Weitere Termine der Vortragsreihe „Neurochirurgie zum Anfassen“
– Der Eintritt ist frei –

Freitag, 28. April, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
High Tech im OP – Neurochirurgie mit modernster Technik
Prof. Dr. Ralph König

Freitag, 26. Mai, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
Periphere Nervenchirurgie – wenn der Nerv nervt
Prof. Dr. Gregor Antoniadis

Freitag, 22. September, 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm
Zack, Peng, Knuff - Was passiert, wenn Obelix den Römern auf die Birne haut
PD Dr. Thomas Kapapa

Universität Ulm


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