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28. März 2017 Neue psychotherapeutische Sprechstunden - Was Patienten wissen müssen

Mit einem psychischen Problem sollte man zum Therapeuten gehen. Bisher dauert es aber Monate, bis dort ein Termin frei wird. Die Psychotherapeuten bieten deshalb ab April eine neue Sprechstunde an - in dringenden Fällen auch eine sogenannte Akuttherapie.
Wer ein psychisches Problem hat, muss in der Regel monatelang warten, um mit einem Therapeuten sprechen zu können. Das soll sich nun ändern: Vom 1. April an müssen Psychotherapeuten eine spezielle Sprechstunde anbieten, für die es kurzfristig Termine gibt. Das teilt die Bundes Psychotherapeuten Kammer (BPtK) mit. Patienten sollen zeitnah besprechen können, wie ihr Problem einzuschätzen ist und was sie im ersten Schritt tun können.

„Nicht jeder ist ja wirklich psychisch krank“, sagt BPtK-Präsident Dietrich Munz. Die neue Sprechstunde sei insofern auch eine präventive Maßnahme. Der Therapeut kann beispielsweise auf Beratungsangebote hinweisen, damit sich eine psychische Störung gar nicht erst entwickelt. Ist der Patient krank, kann bereits geklärt werden, ob eine Kurz- oder Langzeit-, eine Einzel- oder Gruppentherapie sinnvoll wäre.

Für Menschen, die sehr dringend Hilfe benötigen, gibt es ein weiteres neues Angebot: die Akuttherapie. „Wer etwa nicht mehr arbeitsfähig ist, muss gleich behandelt werden“, sagt Munz. 24 Sitzungen à 25 Minuten stehen dafür ab dem 1. April zur Verfügung. Der Krankenkasse müssen diese Akuttermine nur gemeldet werden. Ein Antrag ist nicht nötig. „Die Betroffenen sollen schnell Hilfe bekommen“, sagt Munz.

Wie schnell man künftig tatsächlich einen Termin bekommt, lasse sich nur schwer genau abschätzen. „Wir rechnen damit, dass durch die neue Sprechstunde auch Menschen Hilfe suchen, die das bisher nicht getan haben“, erklärt der BPtK-Präsident. „Wünschenswert wäre, dass die Wartezeit für einen Sprechstundentermin nur noch ein bis zwei Wochen beträgt.“ Um einen Termin zu bekommen, kann man sich auch an die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen wenden.

Nach der psychotherapeutischen Sprechstunde bleibt alles wie es ist, sagt Munz. Das heißt, Patienten stehen bei der Suche nach einem Therapeuten für eine reguläre Therapie weiterhin probatorische Sitzungen zu. Dabei schaut der Therapeut noch einmal ganz genau, welche Störungen vorliegen und erstellt einen Behandlungsplan. „In der Probatorik soll der Patient zudem sehen, ob er mit dem Therapeuten gut zurechtkommt.“

Die Wartezeit für eine reguläre Therapie verkürzt sich durch die neuen Regelungen nicht. Im Gegenteil: Munz zufolge dürfte sich die Lage eher noch verschärfen. Schließlich müssen die Therapeuten jetzt zusätzlich Zeit für die neuen Sprechstunden frei halten.

dpa


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