Montag, 18. Juni 2018
Navigation öffnen

Patientenbereich

28. November 2016 Rheumakranke Menschen sollten auf ihren Impfschutz achten

Egal, ob Tetanus oder jährliche Grippeimpfung: Wer an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leidet, sollte auf einen guten Impfschutz achten. Darauf weist die Deutsche Rheuma-Liga hin. Ausführliche Informationen rund um das Thema hat der Verband auf den Internetseiten zusammengestellt.
Die Empfehlungen der Experten sind eindeutig: Vor allem chronisch kranke Menschen sollten sich jetzt gegen Grippe impfen lassen, denn sie haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung. "Aus unseren Beratungen von betroffenen Rheuma-Kranken vor Ort wissen wir, dass trotz der Empfehlungen viele Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen vor der Influenza-Impfung und anderen Schutzimpfungen zurückschrecken", weiß Professorin Dr. Erika Gromnica-Ihle, internistische Rheumatologin und Ehrenpräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. "Viele haben Angst, dass die Impfung eine Verschlechterung ihrer Krankheit auslösen könnte", berichtet sie.

Diese Sorge ist unbegründet: Wer in einer Phase niedriger Krankheitsaktivität seinen Impfschutz auffrischen lässt, muss keinen akuten Krankheitsschub befürchten. Dennoch sind viele Patienten verunsichert, ob und wann sie sich impfen lassen dürfen. Professor Dr. Klaus Krüger, Rheumatologe in München und Sprecher der Arzneimittelkommission der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, stellt klar: "Viele Patienten mit autoimmun-vermittelten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nehmen dauerhaft Medikamente ein, die in das Immunsystem eingreifen und die chronische Entzündung im Körper eindämmen. Sie dürfen daher keine Lebendimpfstoffe erhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken." Impfungen gegen Grippe, Diphterie, Tetanus, Pneumokokken und viele andere Krankheiten enthalten dagegen nur inaktivierte, abgetötete Krankheitserreger oder nur Bruchteile davon. "Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen dürfen diese Impfungen meist auch dann erhalten, wenn sie Medikamente nehmen", stellt der Experte klar.

Wichtig sei es, einen Zeitraum zu wählen, in dem es den Patienten gut geht, beziehungsweise den Impfschutz aufzufrischen, bevor ein medikamentöser Eingriff ins Immunsystem startet. Professorin Erika Gromnica-Ihle betont: "Nehmen Sie zum nächsten Termin beim Rheumatologen Ihren Impfpass mit und besprechen mit ihm, welche Schutzimpfungen für Sie persönlich sinnvoll sind."

Besonders wichtig sind Impfungen für rheumakranke Kinder: "Bestimmte Erkrankungen und ihre notwendige medikamentöse Therapie bergen unter anderem ein erhöhtes Risiko für schwere bakterielle Infektionen, wie Hirnhaut- und Lungenentzündung sowie Blutvergiftung", betont Dr. Fabian Speth vom Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen. Betroffene Kinder sollten deshalb in Rücksprache mit dem betreuenden Kinderrheumatologen vorbeugend geimpft werden. Das gilt auch für typische Kinderkrankheiten. Zum Teil kann man sogar nachträglich impfen, etwa, wenn ein ungeimpftes Kind Kontakt zu einem Altersgenossen hatte, der an Windpocken oder Masern erkrankt ist. "In diesem Fall kann man unter Umständen eine Notfallimpfung durchführen", erläutert Dr. Speth.

Prof. Dr. Stefan Schewe, Vorstandsmitglied der Deutschen Rheuma-Liga, weist auf die Wichtigkeit der Pneumokokken-Impfung hin: „Neben der Grippe-Impfung jedes Jahr ist vor allem die Pneumokokken-Impfung für jeden wichtig, der eine entzündliche Rheumaerkrankung hat und entweder unter einer Basistherapie steht oder sie beginnen muss. Darüber hinaus sollten sich alle älteren Personen über 60 Jahren dieser Impfung unterziehen, da für beide Gruppen ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit diesem Erreger besteht: Pneumokokken können zu tödlichen Lungenentzündungen und anderen Infektionen führen.“

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.


Weitere Beiträge zum Thema

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden

Es ist die denkbar einfachste Hygienemaßnahme der Welt: das Händewaschen. Vielleicht wird seine Effizienz gerade deshalb oft unterschätzt. Anlässlich des Internationalen Tages der Händehygiene, den die WHO am 5. Mai begeht, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) daran, dass eine sorgsame Händehygiene das mit Abstand wichtigste und effektivste Mittel ist, um die Übertragung und Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen. Dies gilt nicht nur im Alltag, sondern gerade auch in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen. Anstatt ineffiziente Maßnahmen wie die Isolierung von Patienten durchzuführen, sollte die Verbesserung der allgemeinen Hygiene, insbesondere der Handhygiene, weiter vorangetrieben werden, so die Fachgesellschaft.

Jeder vierte Patient erhält die Diagnose bereits als Kind

„In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen von den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betroffen“, sagt der CED-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, PD Dr. Bernd Bokemeyer. „Die Diagnose wird bei etwa einem Viertel der Patienten schon vor dem 18. Lebensjahr gestellt. Ein Viertel dieser erkrankten Jugendlichen hat seine Diagnose sogar schon vor dem zehnten Lebensjahr erhalten.“  

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich breit akzeptiert, trotz der Risiken, die mit seinem Konsum einhergehen. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, so die Autoren des Alkoholatlas Deutschland 2017. Leberschäden gehören dabei zu den weitgehend bekannten Folgen. Doch auch das Risiko für Darmkrebs steigt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März macht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf aufmerksam, dass auch der vergleichsweise moderate Konsum von Alkohol das Risiko für eine Darmkrebserkrankung erhöht. Ausschlaggebend ist dabei allein die Menge des konsumierten Alkohols, nicht die Art des alkoholischen Getränks. In ihrem Aufruf an die Politik „Prävention beginnt in den Verdauungsorganen“ fordert die DGVS unter anderem eine bessere Aufklärung über die Gefahren des Alkohols sowie mehr Regularien für die alkoholproduzierende Industrie, auf diese Risiken hinzuweisen.

Rückenfit an der frischen Luft

Zum 17. Mal findet am 15. März 2018 der Tag der Rückengesundheit statt. Das diesjährige Motto „Rückenfit an der frischen Luft“ möchte dazu motivieren, sich mehr in der Natur zu bewegen und sportliche Aktivitäten im Freien zu genießen. Frische Luft belebt Körper und Geist und Tageslicht sorgt zusätzlich für gute Laune. Initiiert und organisiert wird der Aktionstag von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Rund um den 15. März finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Aktionen statt.

"Vorsorge für den Ernstfall" - Verbraucherinformation der DKV

Ein schlimmer Unfall oder eine schwere Krankheit kann Menschen in eine Situation bringen, in der sie sich nicht mehr mit dem Arzt verständigen können. Dann hilft eine Patientenverfügung: Hier kann jeder festlegen, welche medizinische Versorgung er im Notfall wünscht – und welche nicht. Das Dokument entlastet auch die Angehörigen, die als Betreuer sonst Entscheidungen über lebenserhaltende Maßnahmen treffen müssten. Wie eine Patientenverfügung aussehen muss, damit sie gültig ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Er erklärt außerdem, wie die Verfasser sicherstellen können, dass Ärzte im Notfall von ihrer Patientenverfügung erfahren und wie sie das Dokument ändern können.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Rheumakranke Menschen sollten auf ihren Impfschutz achten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.