Montag, 11. Dezember 2017
Navigation öffnen

Patientenbereich

28. November 2016 Rheumakranke Menschen sollten auf ihren Impfschutz achten

Egal, ob Tetanus oder jährliche Grippeimpfung: Wer an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leidet, sollte auf einen guten Impfschutz achten. Darauf weist die Deutsche Rheuma-Liga hin. Ausführliche Informationen rund um das Thema hat der Verband auf den Internetseiten zusammengestellt.
Die Empfehlungen der Experten sind eindeutig: Vor allem chronisch kranke Menschen sollten sich jetzt gegen Grippe impfen lassen, denn sie haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung. "Aus unseren Beratungen von betroffenen Rheuma-Kranken vor Ort wissen wir, dass trotz der Empfehlungen viele Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen vor der Influenza-Impfung und anderen Schutzimpfungen zurückschrecken", weiß Professorin Dr. Erika Gromnica-Ihle, internistische Rheumatologin und Ehrenpräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. "Viele haben Angst, dass die Impfung eine Verschlechterung ihrer Krankheit auslösen könnte", berichtet sie.

Diese Sorge ist unbegründet: Wer in einer Phase niedriger Krankheitsaktivität seinen Impfschutz auffrischen lässt, muss keinen akuten Krankheitsschub befürchten. Dennoch sind viele Patienten verunsichert, ob und wann sie sich impfen lassen dürfen. Professor Dr. Klaus Krüger, Rheumatologe in München und Sprecher der Arzneimittelkommission der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, stellt klar: "Viele Patienten mit autoimmun-vermittelten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nehmen dauerhaft Medikamente ein, die in das Immunsystem eingreifen und die chronische Entzündung im Körper eindämmen. Sie dürfen daher keine Lebendimpfstoffe erhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken." Impfungen gegen Grippe, Diphterie, Tetanus, Pneumokokken und viele andere Krankheiten enthalten dagegen nur inaktivierte, abgetötete Krankheitserreger oder nur Bruchteile davon. "Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen dürfen diese Impfungen meist auch dann erhalten, wenn sie Medikamente nehmen", stellt der Experte klar.

Wichtig sei es, einen Zeitraum zu wählen, in dem es den Patienten gut geht, beziehungsweise den Impfschutz aufzufrischen, bevor ein medikamentöser Eingriff ins Immunsystem startet. Professorin Erika Gromnica-Ihle betont: "Nehmen Sie zum nächsten Termin beim Rheumatologen Ihren Impfpass mit und besprechen mit ihm, welche Schutzimpfungen für Sie persönlich sinnvoll sind."

Besonders wichtig sind Impfungen für rheumakranke Kinder: "Bestimmte Erkrankungen und ihre notwendige medikamentöse Therapie bergen unter anderem ein erhöhtes Risiko für schwere bakterielle Infektionen, wie Hirnhaut- und Lungenentzündung sowie Blutvergiftung", betont Dr. Fabian Speth vom Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen. Betroffene Kinder sollten deshalb in Rücksprache mit dem betreuenden Kinderrheumatologen vorbeugend geimpft werden. Das gilt auch für typische Kinderkrankheiten. Zum Teil kann man sogar nachträglich impfen, etwa, wenn ein ungeimpftes Kind Kontakt zu einem Altersgenossen hatte, der an Windpocken oder Masern erkrankt ist. "In diesem Fall kann man unter Umständen eine Notfallimpfung durchführen", erläutert Dr. Speth.

Prof. Dr. Stefan Schewe, Vorstandsmitglied der Deutschen Rheuma-Liga, weist auf die Wichtigkeit der Pneumokokken-Impfung hin: „Neben der Grippe-Impfung jedes Jahr ist vor allem die Pneumokokken-Impfung für jeden wichtig, der eine entzündliche Rheumaerkrankung hat und entweder unter einer Basistherapie steht oder sie beginnen muss. Darüber hinaus sollten sich alle älteren Personen über 60 Jahren dieser Impfung unterziehen, da für beide Gruppen ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit diesem Erreger besteht: Pneumokokken können zu tödlichen Lungenentzündungen und anderen Infektionen führen.“

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.


Weitere Beiträge zum Thema

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung

Jedes Jahr aufs Neue rollen gegen Ende des Jahres die ersten Grippewellen an: Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt den Unterschied zwischen Erkältung und echter Grippe, der sogenannten Influenza. Zudem gibt er Tipps zu Schutzmaßnahmen gegen Grippeviren.

Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Die vergangene Grippesaison 2016/2017 sorgte in Deutschland für rund sechs Millionen Infektionen. Wer sich diesen Winter vor einer Grippe schützen möchte, sollte sich jetzt impfen lassen. „Der Körper benötigt nach der Grippeimpfung rund zwei Wochen, bis ein ausreichender Virenschutz aufgebaut ist. Wer sich rechtzeitig auf das größte Ansteckungsrisiko vorbereiten will, sollte also jetzt zum Arzt gehen“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Insbesondere ältere Menschen mit Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sollten sich gegen die saisonale Influenza wappnen.

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein

Jedes Jahr verletzen sich 1,25 Millionen Bundesbürger beim Sport so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen (1). Überbelastung, hohe Risikobereitschaft und eine mangelnde Vorbereitung auf das Training führen immer wieder zu Unfällen. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Millionen Menschen, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr schmerzfrei bewegen können. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stellen Experten vom 24. bis 27. Oktober Therapien vor, mit denen sie Beweglichkeit bis ins hohe Alter erhalten und verlorene Beweglichkeit wiederherstellen können. Mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland ist der DKOU der größte europäische Kongress dieser Fachrichtung.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Rheumakranke Menschen sollten auf ihren Impfschutz achten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!