Freitag, 21. Februar 2020
Navigation öffnen

Patientenbereich

13. April 2018 Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Deutschen zum medizinischen Fortschritt im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen.
47 Prozent der Deutschen haben noch nie etwas von Biopharmazeutika gehört (1). Ebenfalls 47 Prozent ist der Begriff zwar geläufig, sie wissen aber nicht, was dahinter steckt.(1) Nur sechs Prozent der Befragten trauen sich eine Definition zu (1). Der Großteil davon liegt falsch: Ein Prozent vermutet Naturheilmittel ohne chemische Zusätze (1). Ein weiteres Prozent tippt auf natürliche Heilmittel (1). Nur drei Prozent der Bundesbürger liegen richtig: Ein Prozent benennt richtig "mit Biotechnologie hergestellte Medikamente" und zwei Prozent tippen auf "mit gentechnisch veränderten Organismen hergestellte Medikamente" (1).

Biopharmazeutika werden mit gentechnisch veränderten Organismen hergestellt und kopieren beispielsweise körpereigene menschliche Proteine. Diese therapeutischen Proteine können die Grundlage für wichtige neue Behandlungsansätze liefern. Sie werden zur Behandlung von Krebs (z. B. Antikörper-Therapie), Nierenerkrankungen, Bluterkrankungen, rheumatoider Arthritis, Stoffwechselerkrankungen und Erkrankungen des Immunsystems genutzt. Bekannter Vertreter dieser Medikamentenkategorie ist das Insulin. Das lebenswichtige Hormon wurde bereits 1922 von Forschern aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern gewonnen und seitdem erfolgreich zur Behandlung von Diabetikern eingesetzt. Insgesamt sind über 250 Biopharmazeutika in Deutschland zugelassen (2). Ihr Marktanteil nahm 2016 knapp ein Viertel des deutschen Arzneimittelmarktes ein, so der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) (2). Mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller neu zugelassenen Medikamente waren 2017 biotechnolgisch hergestellte Arzneimittel (2).

Wird den Deutschen eine Definition für biotechnologische Arzneimittel bereitgestellt, reagieren sie positiv auf die innovativen Therapiemöglichkeiten. 91 Prozent der Deutschen glauben daran, dass mit biotechnologischer Forschung schwere Krankheiten bekämpft werden können (1). Und das nicht nur theoretisch: Sie würden auch selber auf derartige Arzneimittel setzen. 84 Prozent würden sich mit Biopharmazeutika behandeln lassen, wenn ihr Arzt diese empfiehlt (1).

Da laut der Amgen-Studie die Aufklärung zu biotechnologischen Arzneimitteln sehr schwach ausgeprägt ist, wundert es kaum, dass sich 87 Prozent der Befragten mehr Informationen über diese Medikamente wünschen (1). 89 Prozent würden gerne genau wissen, was durch die Einnahme in ihrem Körper passiert (1). Vor allem ältere Menschen fühlen sich zu wenig aufgeklärt: 92 Prozent der Generation 60plus wünschen generell mehr Aufklärung, 94 Prozent speziell zu den Auswirkungen auf ihren Körper (1).

"Die medizinische Biotechnologie bietet Chancen für Millionen von Patienten", sagt Dr. Roman Stampfli, Geschäftsführer der Amgen GmbH. "Dank der biotechnologischen Forschung verstehen wir die biologischen Mechanismen von Krankheiten besser und können gezielte Therapien für schwere und seltene Erkrankungen entwickeln. Wir sind überzeugt, biotechnologische Arzneimittel sind der Schlüssel für eine bessere Gesundheitsversorgung."

Video "Biologika und Biosimilars - Was steckt dahinter?"

In der Animation "Biologika und Biosimilars - Was steckt dahinter?" erklärt das Biotechnologie-Unternehmen Amgen die Entwicklung und Herstellung von biotechnologischen Arzneimitteln - sogenannten Biopharmazeutika. Zudem beschreibt die Animation anschaulich die Unterschiede zwischen Originalpräparaten und Biosimilars. Link zur Animation: https://bit.ly/2JzPLyx

Zentrum Neue Technologien im Deutschen Museum München

Amgen ist Gründungspartner des Zentrums Neue Technologien (ZNT) im Deutschen Museum in München, dem weltweit größten naturwissenschaftlichen Museum. Im ZNT erhalten jährlich rund 1,45 Millionen Besucher des Deutschen Museums faszinierende Einblicke in die wissenschaftlichen Entwicklungen der Nano- und Biotechnologie. Auf der 2.400 Quadratmeter großen Fläche präsentiert die Amgen-Themeninsel die jüngste biotechnologische Arzneimittelforschung.

Zur Studie

Für die Studie "Einstellungen zu Wissenschaft und Forschung" wurden 1.000 Deutsche im Auftrag von Amgen repräsentativ zu medizinischem Fortschritt und Biopharmazeutika als besonders innovativen Arzneimitteln befragt. Die Befragung führte Toluna im Dezember 2017 online durch.

Amgen GmbH

Literatur:

1. Amgen-Studie "Einstellungen zu Wissenschaft und Forschung", Marktforschungsinstitut Toluna, Dezember 2017
2. Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) / Boston Consulting Group: BioTech-Report - Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2017 (letzter Zugriff März 2018)


Weitere Beiträge zum Thema

Coronavirus: Die Angst geht um

Coronavirus: Die Angst geht um
© dottedyeti - stock.adobe.com

Das Coronavirus hält die Welt seit Wochen in Atem. Drastische Maßnahmen werden in China, aber zum Beispiel auch in Deutschland ergriffen, um die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit zu verhindern. Auch wenn das Kern-Infektionsgebiet Wuhan rund 8.300 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt liegt: Bei vielen Menschen weckt das Ängste. So sind in hiesigen Apotheken beispielsweise vereinzelt Mund- und Atemschutzmasken ausverkauft. Michael Falkenstein, Experte für Psychologie von der KKH Kaufmännische Krankenkasse, erklärt, woher solche Ängste kommen...

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1

Was tun bei psychischem Druck durch Diabetes Typ 1
© interstid - stock.adobe.com

Zum Alltag von Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 gehören eine regelmäßige Medikamenteneinnahme beziehungsweise Insulingaben, die Kontrolle des Glukosespiegels und eine daran angepasste Ernährungsweise. Die Erkrankung erfordert an 365 Tagen im Jahr Aufmerksamkeit und Disziplin, um eine gute Stoffwechseleinstellung zu erreichen. Viele der mittlerweile mehr als 7 Millionen Betroffenen bewältigen dies erfolgreich und sind dabei genauso leistungsfähig wie Stoffwechselgesunde. Das ist auch modernen Technologien wie Insulinpumpen, Sensormesssystemen und dem...

Das könnte Sie auch interessieren

Ständig im Einsatz und am Limit: Anforderungen an Personal in Krankenhaus und Rettungsdienst

Ständig im Einsatz und am Limit: Anforderungen an Personal in Krankenhaus und Rettungsdienst
© chalabala - stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) startet die Online-Kampagne „Danke für 24/7“. Die Fachgesellschaft bedankt sich damit bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus und Rettungsdienst. Hier tragen Ärzte und Pflegekräfte 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Sorge für Patientinnen und Patienten. Das verdient aus Sicht der DGIIN eine besondere und öffentliche Wertschätzung.

Nur einnehmen, was wirklich benötigt wird: Die erste Untersuchung vor der OP gilt dem Medikationsplan

Nur einnehmen, was wirklich benötigt wird: Die erste Untersuchung vor der OP gilt dem Medikationsplan
© irissca - stock.adobe.com

„Apotheker-Arzneimittelgespräch“ mag ein schwieriges und langes Wort sein – als Instrument, die Sicherheit der Patienten des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) zu erhöhen, ist es jede Silbe wert. Wer als UKL-Patient vor einer geplanten chirurgischen Operation steht oder eine Augen-OP erhält, führt zuvor ein vertrauensvolles Gespräch mit einem Klinikapotheker über seinen Medikationsplan. Die pharmazeutischen Experten des UKL kontrollieren und analysieren die Liste der einzunehmenden Arzneimittel und korrigieren an den nötigen Stellen.

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten
© J.Mühlbauer exclus. / fotolia.com

„Zöliakie?? Keine Angst!“, heißt es auf einem Informations-Portal, das seit Kurzem online kostenlos zur Verfügung steht. Der von der Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erarbeitete Online-Kurs www.zoeliakie-verstehen.de bildet den maßgeblichen Teil des EU-Projekts Focus IN CD (Fokus auf Zöliakie). Das Lernprogramm soll Betroffenen aktuelles und umfassendes Wissen zu Zöliakie bieten und medizinisches „Fachchinesich“ anschaulich erklären. Ein weiterer Kurs für...

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden

Handhygiene stärken – Krankenhausinfektionen vermeiden
© Picture-Factory / fotolia.com

Es ist die denkbar einfachste Hygienemaßnahme der Welt: das Händewaschen. Vielleicht wird seine Effizienz gerade deshalb oft unterschätzt. Anlässlich des Internationalen Tages der Händehygiene, den die WHO am 5. Mai begeht, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) daran, dass eine sorgsame Händehygiene das mit Abstand wichtigste und effektivste Mittel ist, um die Übertragung und Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen. Dies gilt nicht nur im Alltag, sondern gerade auch in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen. Anstatt ineffiziente...

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird
© psdesign1 - stock.adobe.com

Schlägt das Herz unregelmäßig und „stolpert“, sprechen Herzmediziner von Palpitationen. Das Stolperherz umfasst verschiedene Herzrhythmusstörungen, die ohne Vorwarnung auftreten können. Schlägt das Herz plötzlich anders als gewohnt, wird das von den meisten als beängstigend empfunden. „Ist mein Herz in Gefahr?“, fragen sich Betroffene, wenn kräftiges Herzklopfen, Herzrasen oder Aussetzer des Herzschlags wie aus dem Nichts kommen. „Herzstolpern beschreibt das unangenehme Wahrnehmen des Herzschlags, der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.