Donnerstag, 20. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Praxismanagement

22. Mai 2019 Elektronische Patientenakte: Datensicherheit muss gewährleistet sein

Die Telemedizin ist auf dem Vormarsch: Patienten in Deutschland werden nach Erwartungen der Ärzteschaft künftig verstärkt übers Internet mit ihrem Arzt in Kontakt treten. Vorrang haben müsse dabei die Sicherheit der Daten: „Höchste Priorität haben hier der Datenschutz und eine Einwilligung der Patienten in digitale Prozesse“, sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery. www.journalmed.de informiert Sie über den aktuellen Stand der Telemedizin und die Herausforderungen, die die elektronische Patientenakte mit sich bringt.
Berufsordnungen an die Fernbehandlung angepasst

Den Weg für die Fernbehandlung von Patienten hatte vor einem Jahr der Deutsche Ärztetag geebnet. So sollen Patienten etwa Überweisungen, Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit oder Verschreibungen ohne Vor-Ort-Besuch einer Praxis erhalten können. Inzwischen haben fast alle Landesärztekammern ihre Berufsordnungen entsprechend angepasst.

Telemedizin als Ergänzung

„Als Einstieg in den Kontakt zu einem Arzt wollen inzwischen viele Menschen auch elektronische Zugangswege“, sagte Montgomery. „Dabei müssen wir als Ärzte klar machen, was man auf Distanz machen kann und was einer weiteren Diagnostik und Behandlung im direkten Kontakt bedarf.“ In „Behandlung“ stecke immer noch das Wort „Hand“. Telemedizin werde eine sinnvolle Ergänzung sein.

Elektronische Patientenakten

Doch die Digitalisierung geht darüber hinaus. So hatte Spahn vor wenigen Tagen angekündigt, den Versicherten mit einem neuen Gesetz etwa Zugang zu Gesundheits-Apps auf Kassenkosten zu geben – etwa als Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten. Versicherten sollen zudem elektronische Patientenakten mit ihren Gesundheitsdaten bekommen. Montgomery sagte: Bei der Digitalisierung in der Medizin sind wir aus jahrelanger Erfahrung bisher skeptisch gewesen.“ Die Industrie habe mit der Lieferung von Geräten für den Anschluss an die entsprechende Datenautobahn nicht immer mitgezogen. Nicht alle Gebiete seien an schnelle Netze angebunden. Doch bei schnellerer Digitalisierung insgesamt ergebe auch mehr Tempo in der Medizin Sinn. Zugleich warnte Montgomery vor Wildwuchs bei den sensiblen Patientendaten wie Angaben zu Behandlungen oder Blutwerten. „Es ist kontraproduktiv, wenn am Ende keiner mehr wirklich weiß, wo welche Daten gespeichert sind“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer. „Es ist für einen Arzt auch unzumutbar, wenn er mit x-verschiedenen Patientenakten arbeiten muss, die völlig unterschiedlich strukturiert sind“, sagte er. „Die Patientenakten müssen praxistauglich, patientenfreundlich und sicher sein.“

Datensicherheit auch Patientenpflicht

Für mehr Datensicherheit sieht der Ärztepräsident auch die Patienten in der Pflicht. „Für mindestens so gefährlich wie mögliche Hackerangriffe halte ich den unbedarften Umgang der Menschen mit ihren Daten“, sagte er. „Es ist erschreckend, wie viele persönliche Daten freiwillig an große Datensammelkonzerne gegeben werden – auch zum Beispiel über Fitnessarmbänder oder Schrittzähler im Smartphone.“ Da kämen wertvolle Daten zusammen, die die Anbieter teuer verkaufen könnten. „Damit kann man unser Leben viel stärker beeinflussen, als wenn vielleicht jemand versucht, sich in eine elektronische Patientenakte hineinzuhacken.“ Aufklärung müsse verstärkt werden.

Quelle: Bundesärztekammer


Das könnte Sie auch interessieren

Diabetes – eine unterschätzte Herausforderung in der Pflege

Diabetes – eine unterschätzte Herausforderung in der Pflege
© Robert Kneschke / fotolia.com

Die stetig steigende Zahl an pflegebedürftigen Menschen mit Diabetes stellt eine wachsende Herausforderung dar. Mit dem Kompaktkurs „Basisqualifikation Diabetes Pflege DDG“ bietet die DDG praktische Hilfe und vermittelt Sicherheit bei der Pflege von Patienten mit Diabetes. Von der DDG qualifizierte Trainer bieten diese Kurse überregional an. Eine Liste der Trainer ist auf der Website abrufbar. Die Trainerteams verfügen sowohl über diabetologisch-ärztliche als auch über Diabetes beratende und pflegerische Qualifikationen. Die Fortbildung für...

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden
© DREIDREIEINS Foto / Fotolia.com

Der Verlust eines geliebten Menschen – ganz gleich ob unvermittelt oder nach einem schweren Leidensweg – reißt Hinterbliebenen den Boden unter den Füßen weg. Nicht selten wird der Schmerz zur unerträglichen Belastung, die Trauer nimmt überhand und ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Leere stellt sich ein, während der Alltag unerträglich wird. Das Online Selbsthilfe Portal Selfapy nimmt sich der Hilflosigkeit Betroffener an und zeigt Wege aus dem Kummer auf. Individuelle Kursangebote und das Erlernen spezieller Bewältigungsmechanismen helfen...

Häufiger Sauna-Besuch senkt Schlaganfallrisiko

Häufiger Sauna-Besuch senkt Schlaganfallrisiko
© BillionPhotos.com / fotolia.com

Gute Nachrichten für alle, die das ganze Jahr über in die Sauna gehen: Wer mehrmals wöchentlich sauniert, kann das Schlaganfallrisiko um bis zu 61 Prozent senken. Zu diesem Ergebnis kommen ForscherInnen der Medizin Uni Innsbruck und der Universität Ostfinnland in einer gemeinsamen Studie, die das Sauna-Verhalten von über 1.600 Männern und Frauen unter die Lupe genommen hat. Das renommierte Fachjournal Neurology berichtet.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Elektronische Patientenakte: Datensicherheit muss gewährleistet sein"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.