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Praxismanagement

25. Juli 2019 Patienten mit Behinderung: Checkliste für einen barrierefreien Zugang

Der Gesetzgeber schreibt auch für Arztpraxen und Ärztehäuser einen barrierefreien Zugang vor: „Beim Standort und bei der Einrichtung der Praxis ist Barrierefreiheit i.S. § 4 BGG i.V. mit § 17 Abs. 1 Nr. 4 SGB I herzustellen“. Der gleichberechtigte Zugang zu Leistungen des Gesundheitswesens wird in Art. 25 der Behindertenrechtskonvention (BRK) gefordert. www.journalmed.de hat für Sie eine Checkliste zusammengestellt, mit der Sie Ihre Praxis barrierefrei gestalten können.
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Fachinformation
1. Erreichbarkeit / Wege und Stellplätze
 
  • mit Bus, Bahn, Straßenbahn usw., max. 10-15 Gehminuten
  • Parkplätze für RollstuhlfahrerInnen in der Nähe des Eingangs
  • Ebene, berollbare, rutschsichere Plattenbeläge

2. Zugang: Überwindung von Höhenunterschieden mittels Rampen
 
  • Rampen mit einer Neigung von ≤ 6% Steigung. Zu beachten: Für eine Stufe von 18 cm ist eine Rampenlänge von 3 m erforderlich. Ist dies baustrukturell nicht möglich, sind Rampen mit max. 10% Neigung zulässig.
  • Mobile Rampen erlauben meist keinen selbstständigen Besuch und erfordern daher eine Begleitperson oder Hilfe aus der Arztpraxis.

3. Treppenanlagen
 
  • Treppenhandläufe auf beiden Seiten der Treppe
  • Handlaufbeschilderung für Blinde
  • Stufenvorderkantenmarkierung auf der Treppenstufe kennzeichnen Treppenanfang und Treppenende

4. Taktile, optische und akustische Orientierungshilfen
 
  • Beschilderung kontrastreich und in gut lesbarer Schriftgröße in Augenhöhe (120-140 cm), zusätzliche optische Rückmeldung für Hörbehinderte
  • tastbare Lichtschalter
  • blendfreie Beleuchtung des Außenbereichs und des Eingangs und der Räume
  • Bodenindikatoren erleichtern die Orientierung mit dem Langstock

5. Hebebühnen / Treppenplattformlifte / Aufzüge
 
  • Die Plattform / der Fahrkorb des Liftes muss mindestens Platz für einen Elektrorollstuhl bieten: lichte Breite 110 cm, lichte Tiefe 140 cm, Zufahrtsbreite min. 90 cm
  • Anforderungstaster müssen vom Rollstuhl erreichbar, für Sehbehinderte kontrastreich und für Blinde zu ertasten sein
  • Sprachansage (Empfehlung), Notruf

6. Türen
 
  • Türklingeln und Gegensprechanlagen, Lichtschalter sowie Öffner (vorzugsweise automatisch) müssen leicht bedienbar sein; Höhe: 85-105 cm und vom Rollstuhl aus erreichbar
  • zusätzliche optische Rückmeldung für Hörbehinderte
  • Türbreite 90 cm (Bestandsbauten: 80 cm sind kritisch)
  • ausreichende Bewegungsfläche vor und hinter der Tür
  • Klemmschutz gegen das Fingereinklemmen für große und kleine Patienten

7. Praxisräume
 
  • große Glasflächen mit kontrastreicher Markierung versehen als Durchlaufschutz zur Unfallvermeidung
  • Anmeldetresen mit abgesenktem Bereich zur Kommunikation im Sitzen zwischen Patient und Krankenschwester
  • induktive Höranlage für Hörbehinderte, alternativ kann ein Gebärdendolmetscher zum Termin hinzugezogen werden
  • Platz für Blindenführhund

8. Bodenbeläge
 
  • rutschhemmende Bodenbeläge oder Bodenbeschichtungen für stark frequentierte Bereiche mit tastbaren Markierungen
  • berollbare Sauberlaufmatten

9. Toiletten
 
  • Raumgröße mit ausreichenden Bewegungsflächen (150 x 150 cm); Bewegungsflächen dürfen sich überlagern
  • Türen nach außen aufschlagend
  • Notruf
  • Ausstattung des WCs mit Haltegriffen und Stützgriffen zum Umsetzen; Abstand zur Wand beidseitig 90 cm
  • Waschbecken unterfahrbar (mind. 30 cm), Spiegel einsehbar

10. Umkleiden / Liegen
 
  • Umkleidekabine mit ausreichender Bewegungsfläche (150 x 150 cm) oder Umkleidemöglichkeit in einem Behandlungsraum
  • Sitzgelegenheiten, Haltegriffe, oder eine (Wandklapp-)Liege vorhanden

11. Untersuchungsraum / mobile Lifter
 
  • Platzbedarf für Rollstuhlnutzer sowie eventuell Stuhl für Begleitperson
  • wegklappbare Fußstützen und abnehmbare Armlehnen an Behandlungsstühlen
  • höhenverstellbare Untersuchungsmöbel (Untersuchungsliegen, Röntgenapparate, Stühle für gynäkol. Untersuchungen, Zahnarztstühle)
  • technische Hilfsmittel z.B. mobile Lifter/Hebelifte für das Umsetzen vom Rollstuhl auf die Behandlungsliege

12. Service
 
  • Schulung des Personals
  • Kommunikationstraining
  • Toleranz und Hilfsbereitschaft gegenüber Hörbehinderten, Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit psychischen Problemen

Quelle: Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen


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