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SchwerpunktAugust 2019

01. August 2019
Seite 2/3

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Wie kann man die einzelnen Subtypen erkennen, bzw. wie sind Sie voneinander abgegrenzt?

Prof. Fritsche: Zur Unterscheidung der einzelnen Subtypen wurden in der skandinavischen Studie die folgenden 6 Variablen herangezogen:
 
  • Alter bei Diagnosestellung,
  • BMI,
  • HbA1c-Wert,
  • Betazell-Funktion, Insulinsekretion (HOMA2 B),
  • Insulinresistenz (HOMA2 IR) sowie
  • Autoantikörper gegen Glutamatdecarboxylase (GADA).
Mit modernen statistischen Methoden kann man mit Hilfe von anthropometrischen Daten (Alter, Gewicht) und Stoffwechseldaten (Zuckerspiegel, Insulinwirkung und Insulinausschüttung) unterschiedliche Subgruppen von Diabetespatienten bilden. Wichtig ist hier, dass man ohne Hypothese und vorurteilsfrei solche Subgruppen aufgrund von statistischen Ähnlichkeiten durch Statistikprogramme finden lässt, also eine Clusteranalyse anwendet. Man kann diese bei schon manifestem Diabetes, aber auch bei Prädiabetes durchführen.

Welche Komorbiditäten treten bei den Subphänotypen auf und unterscheiden sie sich von denen „klassischer“ Diabetes-Patienten?

Prof. Fritsche: Für den Arzt und die Patienten können die Subphänotypen wichtig werden, weil manche Unterformen, v.a. die insulinresistenten, sehr stark mit dem Auftreten von Folgeerkrankungen des Diabetes, z.B. Nierenerkrankung, assoziiert sind, andere wiederum eher milde verlaufen. Subphänotypen, die mit erhöhtem Risiko für Folgeerkrankungen verbunden sind, oft schon vor dem Auftreten von Diabetes, müssen natürlich ganz anders und intensiver behandelt werden als die mild verlaufenden Diabetesformen.
Die vorgeschlagene Einteilung wird durch erste genetische Tests zwar bestätigt, ob die 5 Cluster jedoch tatsächlich unterschiedliche ätiologische Entitäten darstellen, muss sich noch bestätigen. In jedem Fall aber weisen sie die Richtung für eine personalisierte und differenzierte Diabetes-Therapie, die sich an individuellen Risiken orientiert (2).

Welche Altersklassen sind vornehmlich betroffen?

Prof. Fritsche: Alle Altersklassen sind betroffen, wobei die mild verlaufenden Diabetesformen (MARD) eher im höheren Alter auftreten.

Welche neuen analytischen Methoden stehen zur Verfügung?

Prof. Fritsche: Bei der Einteilung der Subgruppen des Typ-2-Diabetes ist die Bestimmung der Insulinresistenz und der Insulinsekretion wichtig, und zwar mit dafür geeigneten Formeln, die auf der C-Peptidmessung beruhen. Diese Bestimmung ermöglicht die Messung von Insulinsekretion und Insulinresistenz besser und genauer.

 

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