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SchwerpunktAugust 2019

01. August 2019
Seite 3/3

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Fachinformation


 
Was sind die Ihrer Meinung nach am besten behandelbaren Diabetes-Formen, welche sind die herausforderndsten?

Prof. Fritsche: Die milden Formen, die auch weniger häufig mit Folgeerkrankungen einhergehen, könnten in Zukunft eine weniger intensive medikamentöse Therapie erhalten. Dagegen sollten die Patienten mit schweren Formen, die Folgeerkrankungen nach sich ziehen, mit geeigneten Medikamenten für Diabetes und seine Folgeerkrankungen behandelt werden. Dazu gehört auch die Blutdruck- und Hypercholesterinämie-Behandlung.

Welche unterschiedlichen Risikoprofile lassen sich im Bereich der Prädiabetes ausmachen?

Prof. Fritsche: Auch beim Prädiabetes gibt es unterschiedliche Risikoprofile und Pathogenesewege (3). In Analysen bei Prädiabetespatienten konnten wir nahezu die gleichen Subgruppen mit unterschiedlichen Risikoprofilen identifizieren wie bei den manifesten Diabetespatienten. Insbesondere konnten wir 2 Subgruppen identifizieren, die insulinresistent sind und eine ungünstige Fettverteilung haben – viel viszerales Fett und/oder Leberfett. Diese sind schon vor dem Auftreten von hohen Blutzuckerwerten und Diabetes gefährdet, eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion zu entwickeln.

Welche Maßnahmen werden bei Prädiabetes-Patienten ergriffen?

Prof. Fritsche: Da es bei Prädiabetespatienten auch Subgruppen gibt, bei denen der Diabetes milde verläuft oder die erst sehr spät oder gar nicht einen Diabetes entwickeln, kann bei diesen die Lebensstilintervention auch milde und ohne starken Druck erfolgen.
Andererseits sollten diejenigen, die eine hohes Risiko für Diabetes und Folgeerkrankungen haben, eine intensivere Vorsorge durch intensivere Lebensstiländerung betreiben, und sie sollten engmaschiger kontrolliert werden.

 
Prof. Dr. med. Andreas Fritsche
 
Lehrstuhl für Ernährungsmedizin und Prävention, Universitätsklinikum Tübingen
Stellvertretender Ärztlicher Direktor Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Tübingen
Stellvertretender Leiter des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtzzentrums München an der Universität Tübingen
Leiter Abteilung Prävention und Therapie des Diabetes mellitus
 
Otfried Müller Straße 10
72076 Tübingen
 
Telefon: +49-7071-29 -85669 / -80590
Fax: +49-7071-295974

Literatur:

(1) Ahlkvist, E. et al., Novel subgroups of adult-onset diabetes and their association with outcomes: a data-driven cluster analysis of six variables. The Lancet Diabetes & Endocrinology published online March 1, 2018. https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(18)30051-2/fulltext?elsca1=tlpr
(2) Li, L. et al.: Identification of type 2 diabetes subgroups through topological analysis of patient similarity. In: Science Translational Medicine, published online 28 Oct. 2015, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26511511
(3) Häring HU. Novel phenotypes of prediabetes? Diabetologia. 2016; 59: 1806-18.

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