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SchwerpunktJuni 2019

01. Juni 2019
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Fachinformation


4. Wie erfolgt die Diagnostik?

Ganz wesentlich ist die genaue Befragung nach der Beschwerdesymptomatik. Bei der Untersuchung des Patienten prüft man vor allem die Kraft und die Sensibilität an beiden Beinen sowie die Reflexe. Als differenzialdiagnostischer Ausschluss wird die Durchblutung an den Beinen überprüft, um auszuschließen, dass die Symptomatik durch eine Durchblutungsstörung bedingt ist.

In Röntgenbildern der Lendenwirbelsäule in 2 Ebenen sieht man die deutlichen degenerativen Veränderungen. Den Wirbelkanal mit den knöchernen Strukturen und den Weichteilen kann man am besten mit einer Kernspinaufnahme der unteren Lendenwirbelsäule beurteilen.

5. Welchen Verlauf nimmt die Spinalkanalstenose üblicherweise?

Die Beschwerdesymptomatik beginnt in aller Regel schleichend. Bei vielen Patienten beginnt es mit einem tiefsitzenden Kreuzschmerz. Oft ist die Rückneigung in der Lendenwirbelsäule eingeschränkt oder auch schmerzhaft. Erst wenn die Gehstrecke merklich reduziert wird, bemerken viele Patienten ihre Einschränkung.

Wie bei degenerativen Veränderungen üblich, entwickelt sich die Symptomatik über lange Zeit, oft einige Jahre. Viele Patienten gewöhnen sich auch an die Einschränkung. Wenn aber eine zunehmende Einschränkung in der Bewegung und der Selbstversorgung gegeben ist, sollten die Therapieoptionen abgeklärt werden.

6. Welche Therapieoptionen – konservativ oder operativ – bestehen? Welche Form der Therapie empfehlen Sie?

Die Einengungen des Wirbelkanals werden in 4 verschiedene Grade eingeteilt. Bei mittlerer Ausprägung kann auch bei einer schon deutlichen Beschwerdesymptomatik mit einer spezifischen konservativen Therapie mit verschiedenen Maßnahmen geholfen werden. Dazu gehören gezielte Injektionen im Rahmen der orthopädischen Schmerztherapie mit Spritzen in den Wirbelkanal, an die Nervenwurzeln, an die kleinen Wirbelgelenke und im Bereich der Nervenaustrittslöcher. So können gereizte und geschwollene Strukturen zur Abschwellung gebracht werden. Oft kommen die Patienten einige Jahre ohne weitere Behandlungsmaßnahmen zurecht.

Wichtig ist stets eine krankengymnastische Behandlung. Damit ist es möglich, die Lendenwirbelsäule aus dem Hohlkreuz zu bringen und Verhaltensmaßnahmen für den Alltag umzusetzen. In vielen Fällen hilft es auch, das Körpergewicht zu reduzieren und damit eine bessere Einstellung der Lendenwirbelsäule im Stehen und Gehen zu erreichen.
 
Joachim Grifka: Der große Ratgber: Gesunder Rücken. Mit großem Übungsteil für Kinder und Erwachsene. 2. Auflage 2014. 184 Seiten. Preis: EUR 19,90. ISBN: 978-3- 86371-121-4.
Joachim Grifka: Der große Ratgber: Gesunder Rücken. Mit großem Übungsteil für Kinder und Erwachsene. 2. Auflage 2014. 184 Seiten.  Preis: EUR 19,90. ISBN: 978-3- 86371-121-4.


Der Patientenratgeber „Gesunder Rücken“, für die Übungsbehandlung und auch für die konservative Therapie, beschreibt das Vorgehen sehr genau und bietet darüber hinaus eine Anleitung für gezielte Übungen, die Betroffene selbst durchführen können.

Eine operative Versorgung ist erst dann anzuraten, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft wurden.

7. Wie geht man operativ vor?

Wenn keine Möglichkeit mehr besteht, mit konservativen Maßnahmen zu helfen, also der Wirbelkanal derart eingeengt ist, dass die Nerven fast sanduhrförmig bedrängt werden, dann kann der Wirbelkanal mit einer minimal-invasiven operativen Verfahrensweise erweitert werden. Dazu wird ein Mikroskop benutzt, um die feinen Strukturen im Rückenbereich – sowohl die Bänder als auch die einengenden knöchernen Bereiche – gezielt abzutragen. Dieses operative Verfahren haben wir dahingehend weiter minimiert, dass auch bei einer Operation der rechten wie der linken Seite nur durch einen einzigen Schnitt beide Seiten versorgt werden können.

Wenn eine gezielte konservative Therapie mit spezifischer orthopädischer Schmerzbehandlung keine Besserung mehr bringt, dann ist die minimal-invasive operative Versorgung mit Mikroskop ein Segen.


 
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka
Grifka
Direktor der Orthopädischen Klinik
für die Universität Regensburg
 
Kaiser-Karl V.-Allee 3
93077 Bad Abbach
 
Tel: 094 05 18 240 1
Fax: 094 05 18 292 0
http://www.uni-regensburg.de/orthopaedie
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