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CME-Artikel

04. April 2019 Strahlentherapie benigner ossärer Komplikationen

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Die Strahlentherapie ist neben der Chemotherapie und der Operation eine tragende Säule in der Therapie onkologischer Erkrankungen. Die in der onkologischen Therapie üblichen Dosis-Konzepte zielen darauf ab, vor allem die Zellproliferation von Tumorzellen zu eliminieren – die zytotoxische Wirkung auf Tumorzellen steht im Vordergrund. In der Therapie benigner Erkrankungen erklärt sich die Wirkung der Strahlentherapie durch eine Beeinflussung biologischer Prozesse wie Hemmung der Proliferation, Differenzierung und Entzündungsmediation. Die Dosierungen unterscheiden sich deshalb grundlegend von denen der onkologischen Therapie. Die Strahlentherapie findet in einer Reihe gutartiger Erkrankungen eine breitgefächerte Anwendung, von Meningeomen über M. Dupuytren bis hin zum plantaren oder dorsalen Fersensporn.
Der Beitrag „Strahlentherapie benigner ossärer Komplikationen“ erschien im JOURNAL ONKOLOGIE 04/2018 – hier gelangen Sie zum vollständigen Artikel.


Fersensporn Fallbeispiel

Es stellt sich eine 54 jährige Patientin in der Poliklinik für Strahlentherapie mit bekanntem plantaren Fersensporn rechts vor.

Die Patientin berichtet über eine seit etwa 2 Jahren rezidivierende Kalkaneodynie aufgrund eines bekannten plantaren Fersensporns rechts. Im Bereich der rechten plantaren Ferse besteht eine stechende Schmerzsymptomatik vor allem morgens direkt nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen. Die Patientin ist sportlich aktiv mit regelmäßigem Ausdauersport früher vor allem Joggen. Aufgrund der Beschwerden wurde die sportliche Aktivität zwischenzeitlich auf Schwimmen und Radfahren umgestellt. Durch das regelmäßige Tragen spezieller orthopädischer Einlagen sowie regelmäßige Dehnübungen der Fußsohle konnte die Schmerzsymptomatik im Alltag bereits reduziert werden. Es bestehen aber weiterhin rezidivierende symptomatische Beschwerden. In der klinischen Untersuchung besteht bei 170 cm Körpergröße und einem Gewicht von 61 kg. Es liegen keine Fußfehlstellungen vor, auslösbarer Druckschmerz im Bereich der Ferse, im Bereich der Achillessehne kein wesentlicher Druckschmerz.

 
Abbildung: Laterale Gegenfelder zur Strahlentherapie bei rechtsseitigem plantarem Fersensporn.



Im Röntgenbild zeigt sich ein plantarer Fersenporn des Kalkaneus rechts, kein dorsaler Fersensporn im Bereich der Achillessehne. Nach ausführlichem Aufklärungsgespräch über die geplante Strahlentherapie willigt die Patientin in die Therapie ein. Vorab erfolgt an einem Therapiesimulator die Festlegung der Bestrahlungstechnik. Lagerung der Patientin in Seitenlage rechts, rechtes Bein ausgestreckt, linkes Bein angewinkelt. Festlegung der Bestrahlungsfelder mittels Röntgenaufnahmen am Therapiesimulator. Es werden bezogen auf den Patienten seitliche Gegenfelder gewählt. Die Strahlentherapie erfolgt mit 6 MeV Photonen bis zu einer Gesamtdosis von 3 Gy, Einzeldosis 0,5 Gy mit 3 Fraktionen pro Woche. Die Strahlentherapie kann ohne akute Nebenwirkungen durchgeführt werden. In der ersten Nachuntersuchung nach 6 Wochen zeigte sich eine leichte Besserungstendenz der Kalkaneodynie, nach 4 Monaten ist die Patientin beschwerdefrei.
 

Prof. Dr. med. Stephanie E. Combs, München

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