Mittwoch, 29. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

1. Nationales Schmerzforum: "Politik und Selbstverwaltung müssen für genügend Therapieangebote stationär und ambulant sorgen"

Anlässlich des 1. Nationalen Schmerzforums am 17.9.14 weist der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. darauf hin, dass mehrere Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland chronische Schmerzen haben. Allein die volkswirtschaftlichen Kosten chronischer Schmerzen (direkte Kosten wie Behandlung, Rehabilitation, Medikamente sowie indirekte Kosten durch vorzeitige Verrentung oder Arbeitsunfähigkeit) belaufen sich gemäß der Bundesregierung (vgl. BT-DS 17/14631) auf bis zu 38 Mrd. Euro.

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"Statt vieler unkoordinierte Einzelschritte ist es an der Zeit, dass alle Akteure ihre Kräfte bündeln, um die große Fehl- und Unterversorgung der Bevölkerung bei Schmerzen zu beenden und unnötiges Leid zu lindern", so Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. "Wir sind froh, dass erstmalig in Deutschland nun über 60 prominente Vertreter der maßgeblichen Verbände und Institutionen des Deutschen Gesundheitswesens am 17. September 2014 in Berlin auf dem 1. Nationalen Schmerzforum den Status-Quo der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland und notwendige Verbesserungen erörtern. Und: Die betroffenen Bürger und Patienten sind die ganze Zeit am Tisch des Schmerzforums mit dabei, denn die Bürger-, Patienten- und Versichertensichtweise ist uns wichtig, und zwar von Beginn an. Das Gesundheitswesen ist für die Patienten da - und nicht umgekehrt, wie oftmals kritisiert", so die Deutsche Schmerzgesellschaft, auf deren Einladung und Initiative das 1. Nationale Schmerzforum stattfindet. Es wird im Anschluss die jeweiligen Themenstellungen vertiefen und jährlich tagen, um die Fortentwicklungen zu erörtern.
 
"Ein großes Problem ist, dass die Menschen lange umherirren müssen, bevor der Zugang zu einer geeigneten Schmerztherapie erfolgt", so Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. "Die Selbstverwaltung, aber auch Bund und Länder müssen an einem Strick ziehen, um hier Verbesserungen zu erzielen", betont Tölle.
 
Beispiel Krankenhaus (vgl. HTA-Bericht 126): „Es darf nicht länger sein, dass der überwiegende Teil der Patienten nach Operationen im Durchschnitt schlecht versorgt ist und an vermeidbaren Schmerzen leidet. Deshalb sollten die Länder die Qualität und die Strukturen der Schmerzversorgung am Krankenhaus bei der Landeskrankenhausplanung berücksichtigen und gemeinsam mit den Vertragspartnern Verbesserungen erzielen“, fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft. Auch müssen Krankenhäuser in die Lage versetzt werden, ausreichende Angebote auch für chronische Schmerzpatienten vorzuhalten, die multimodale Therapie erfordert interdiziplinäre Behandlungsteams, die derzeit in viel zu wenig Kliniken vorgehalten werden können. Oftmals ist zudem die „schnelle Operation“ (z.B. bei Rückenschmerzen) lukrativer als die eigentlich nötige multimodale Schmerztherapie, bei der auch Psychologen und Physiotherapeuten sowie der Patient selber aktiv einbezogen werden.
 
In Richtung der ambulanten Bedarfsplanung niedergelassener Praxen richtet die Deutsche Schmerzgesellschaft die Erwartung an die Kassenärztlichen Vereinigungen, sicherzustellen, dass Kassenarztsitze mit schmerztherapeutischer Ausrichtung bei altersbedingten Ausscheiden ausschließlich von Ärzten besetzt werden, die entsprechende spezielle Kenntnisse haben. Anderenfalls droht eine weitere Ausdünnung der ambulanten Versorgungslandschaft. Zudem ist die Rolle der Schmerztherapie innerärztlich aufzuwerten und zu fördern.
 
Einen wichtigen Schwerpunkt wird das 1. Nationale Schmerzforum zudem auf Fragen der Versorgungsforschung sowie auf ethische Aspekte bzw. die Patienten- und Nutzersicht legen. „Wir hoffen“, so Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, "dass bei der Arbeit des neuen Qualitätsinstituts auch "Schmerz" eine vertiefte Beachtung findet, Patientenbefragungen ausgebaut und spezifische Qualitätsdaten mehr als bisher erhoben und auch analysiert werden. Der zusätzliche Aufbau eines Nationalen Schmerzregisters ist nötig und sollte koordiniert angegangen werden. Darüber hinaus bieten die geplanten strukturierten Behandlungsprogramme (z. B. zu Rückenschmerzen) Chancen und müssen solide wissenschaftlich fundiert und evaluiert werden.“
 
"Zudem sollte der Gesetzgeber sicherstellen, dass "chronischer Schmerz" für die geschädigten Patientinnen und Patienten auch bei der Bemessung des Grads der Behinderung (GdB) bzw. Grades der Schädigung (GdS) zu berücksichtigen ist. Gegenwärtig ist dies nur eine unverbindliche "Kann-Regelung" der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV). Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich hier zusätzlich zu ihren ohnehin schon belastenden Grunderkrankungen und Schmerzen auch gesellschaftlich schlechter gestellt. Fragen der Verbraucherinformation über Strukturen und Qualität der Versorgung, aber auch der Bürgerinformation zu Möglichkeiten der Schmerzvermeidung sollten in Ergänzung der zuvor genannten Punkte  zudem im Rahmen einer Bund-Länderarbeitsgruppe aufgegriffen werden. Ein offizieller von Bund und Ländern getragener Aktionsplan gegen den Schmerz ist nötig“, so der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V, auf deren Initiative hin das 1. Nationale Schmerzforum erstmalig tagt.
 
Das vollständige Programm finden Sie in der Anlage sowie auf der Homepage www.dgss.org.

Quelle: Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.


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