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Gesundheitspolitik

19. April 2012 Ärzte mit wenigen Kassenpatienten empören die Krankenkassen

Viele Ärzte haben nur ein Viertel der in ihrer Zunft üblichen Patientenzahlen. Die Kassen üben heftige Kritik an diesen Medizinern. Selbst die Regierung hält langes Warten bei Kassenpatienten dadurch für nicht ausgeschlossen.
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Viele Kassenärzte behandeln in weit geringerem Ausmaß Kassenpatienten als bei ihren Fachkollegen üblich. Die Krankenkassen reagierten empört. Die Grünen forderten Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu strengen Prüfungen auf. Patientenvertretern ist seit langem ein Dorn im Auge, dass viele Kassenärzte verstärkt lukrative Privatpatienten behandeln.

Besonders viele Internisten, Nervenärzte, Radiologen und Chirurgen behandeln weit weniger Kassenpatienten als der Durchschnitt ihrer Fachgruppe. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in Berlin vorlag.

Der Sprecher des Kassen-Spitzenverbands, Florian Lanz, sagte: «Das ist ein wirklich starkes Stück, wenn sich Ärzte nicht im vorgesehenen Umfang um kranke Menschen kümmern und dadurch Wartezeiten entstehen.» Die Grünen-Gesundheitsexpertin Birgitt Bender warf der Bundesregierung und den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) vor, die Einhaltung der Vorgaben für die Kassenärzte nicht genügend zu überprüfen. Ob die KVen den Auftrag der Ärzte zur Versorgung überwachen, sei der Bundesregierung egal.

Aus der Übersicht geht unter anderem hervor, dass vor allem in Westdeutschland in den meisten Regionen mehr als jeder fünfte Internist, Nervenarzt, Radiologe und Chirurg weniger als ein Viertel der Behandlungen aufweist als der Durchschnitt der Arztgruppe. Bei Hausärzten sind dies zwischen 4 und 9,5 Prozent.

Das Bundesgesundheitsministerium räumt ein, Daten über langes Warten von Kassenpatienten auf einen Arzttermin aus diesem Grund gebe es nicht. «Dass in Regionen, in denen Vertragsärzte ihren Versorgungsumfang nicht vollumfänglich wahrnehmen, Wartezeiten entstehen können, obwohl die Region (...) über ausreichend Ärzte verfügt, ist jedoch nicht auszuschließen.»

Quelle:


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