Donnerstag, 27. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik

21. März 2018 Arbeitsunfähigkeit kann auch durch Reha-Arzt festgestellt werden

Für einen Anspruch auf Krankengeld reicht es aus, dass die Arbeitsunfähigkeit vor Ablauf der letzten Bewilligung erneut festgestellt wird. Dabei ist es nicht notwendig, dass dies der behandelnde Kassenarzt vornimmt. Es reicht aus, wenn sich dies aus dem Entlassungsbericht einer Rehabilitationseinrichtung ergibt, entschied das Landessozialgericht Niedersachsen (Az.: L 5 KR 501/16), wie die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.
Der Fall: Ein Mann arbeitete als Fleischer. Aufgrund dieser Tätigkeit war er krankenversichert mit Anspruch auf Krankengeld. Im August 2014 wurde er arbeitsunfähig und erhielt Krankengeld. Sein Arbeitsverhältnis endete im September 2014. Aufgrund fortlaufend bescheinigter Arbeitsunfähigkeit gewährte die Krankenkasse bis Ende März 2015 Krankengeld. Während des Krankengeldbezugs blieb der Mann aber weiter krankenversichert.

Im Entlassungsbericht stellte der behandelnde Chefarzt des Reha-Zentrums fest, dass eine Arbeitsunfähigkeit noch für drei bis vier Wochen bestehen werde. Der Patient wurde in die weitere fachärztliche Betreuung entlassen. Die Krankenversicherung meinte, dass der Anspruch auf Krankengeld nicht mehr bestehe. Es liege keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch einen Vertragsarzt vor.

Das Urteil: Die Klage des Mannes auf Weiterzahlung des Krankengelds war erfolgreich. Es reiche aus, dass der Chefarzt des Reha-Zentrums die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat. Durch den Anspruch auf Krankengeld habe auch nicht die Mitgliedschaft des Versicherten geendet. Im Übrigen hätten an der kassenärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte nach dem Entlassungsbericht aus dem Reha-Zentrum eine Arbeitsunfähigkeit bis Ende November 2015 festgestellt.

Quelle: dpa


Das könnte Sie auch interessieren

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein
@ Von Schonertagen / Fotolia.com

Jedes Jahr verletzen sich 1,25 Millionen Bundesbürger beim Sport so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen (1). Überbelastung, hohe Risikobereitschaft und eine mangelnde Vorbereitung auf das Training führen immer wieder zu Unfällen. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Millionen Menschen, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr schmerzfrei bewegen können. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stellen Experten vom 24. bis 27. Oktober Therapien vor, mit denen sie Beweglichkeit bis ins hohe Alter...

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer...

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?
© freshidea / Fotolia.com

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 440.000 Patienten mit Herzschwäche in eine Klinik eingewiesen, weil bei ihnen ihr Herz entgleist ist. Damit zählt die Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt. „Ganz konkrete Warnsignale zeigen das Entgleisen des Herzens an. Für diese müssen Betroffene wachsam sein, insbesondere für Wassereinlagerungen im Körper, an den Knöcheln, den Unterschenkeln oder im Bauchraum. Diese sogenannten Ödeme sind leicht zu erkennen, wenn man sich täglich wiegt....

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Arbeitsunfähigkeit kann auch durch Reha-Arzt festgestellt werden"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.