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Gesundheitspolitik

19. März 2020 Arztpraxen wollen Versorgung als Bollwerk sichern

In der Gesundheitskrise lieber zum Arzt gehen oder davon Abstand nehmen? Die Ärzte rufen zum Maßhalten auf – und bemühen sich um eine Trennung von Infektionsfällen und anderen Patienten.
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Deutschlands Kassenärzte wollen sich in der Coronakrise als eine Art Bollwerk vor die Krankenhäuser stellen. Wenn die Praxen ihre Patienten nicht mehr versorgen könnten, würden die Kliniken schnell überfordert, warnte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Donnerstag in Berlin. Die KBV forderte die Menschen daher auf, möglichst zuhause zu bleiben. Patienten ohne stärkere Krankheitssymptome sollten keine Praxis aufsuchen.

Nicht jeder solle sich auf das Coronavirus testen lassen, mahnte KBV-Chef Andreas Gassen. Allgemeine Ausgangssperren lehnte der Ärzte-Funktionär ab. Die Versorgung der Praxen mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln sieht die KBV weitgehend gesichert.

"Wir sind von normal weit entfernt", sagte Gassen. Breche der "Damm" der Praxen, würden Deutschlands Krankenhäuser überfordert – wie in Italien. "Wir tun alles dafür, dass dieser Damm hält." Die Bürger rief Gassen deshalb auf: "Bleiben Sie gesund, und bleiben Sie zuhause." Einzelne Praxen seien bereits wegen Quarantänemaßnahmen beim Personal geschlossen, aber noch nicht viele.

Viele Ärzte hätten getrennte Sprechstunde mit Räumen für Patienten mit Covid-19-Verdacht und andere Patienten. Auch die Trennung des Praxisbetriebs sei im Gespräch: Fieberambulanzen könnten sich demnach um Patienten mit Coronaverdacht kümmern, andere Praxen um die weiteren Patienten. Einen Ansturm gibt es auf die Arzthotline 116 117. Allein am Montag wurden dort 170.000 Anrufe gezählt. Gassen sagte, wer nicht angenommen werde, solle es einfach noch einmal versuchen.

Der Ärztechef wandte sich gegen allgemeine Ausgangssperren. Wichtig sei es, dass die Menschen aus eigenem Einsehen möglichst zuhause blieben. "Dann brauchen wir weitergehende Maßnahmen wie Ausgangssperren nicht." KBV-Vize Stephan Hofmeister wies darauf hin, dass auch der Bedarf bei den Psychotherapeuten steigen werde, "wenn die Bilder noch beklemmender werden". Bei anderen Fachärzten wie Augenärzten sei hingegen derzeit weniger los.

Quelle: dpa


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