Sonntag, 31. Mai 2020
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik

10. Dezember 2019 Aufbruchstimmung dank Telemedizin, KI und Co

Einen 360-Grad-Blick auf Telemedizin, eHealth und das vernetzte Krankenhaus der Zukunft sowie die intersektorale Versorgung – das versprach Magdalena Groneberg von Telekom Healthcare Solutions den Besuchern in ihrer Auftaktrede. Mehr als 200 Gäste hatten sich am 29. November bei der Telekom am Landgrabenweg eingefunden, um sich bei „Gemeinsam #360digital“ über Neuerungen im Bereich Telemedizin zu informieren, über die Lage am Gesundheitsmarkt auszutauschen, die neuesten Trends kennen zu lernen und bestehende Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Anzeige:
Fachinformation
Zur Begrüßung erfasste Mark Düsener, Geschäftsführer der Telekom Healthcare Solutions, die spürbare Aufbruchstimmung in der Branche: „Unser Gesundheitssystem braucht die Digitalisierung. Endlich schafft Gesundheitsminister Jens Spahn Tatsachen und macht Tempo. Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz ist der gordische Knoten jetzt durchschlagen.“ Er betonte weiter, Deutschland hätte eines der besten Gesundheitssysteme weltweit: „Aber leider auch eines der schlechtesten, wenn es um Digitalisierung geht. Und das möchten wir ändern“, so Düsener weiter. „Allerdings fließen aktuell nur rund 1,5 % des Budgets eines Krankenhauses in die Digitalisierung. Das ist viel zu wenig für die Aufgaben, die IT-Verantwortliche heute angehen müssen.“ Michael Waldbrenner, Geschäftsführer Produkte und Finanzen bei Telekom Healthcare Solutions, ging in seiner Rede auf die neue KRITIS-Verordnung des BSI ein, hier seien jetzt Sinn und Unsinn voneinander zu trennen.

Erste Krankenhauskette in Südafrika mit digitaler Dokumentation

Schließlich berichtete Fabian Berger, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Telekom Healthcare Solutions, von der ersten digitalen Krankenhauskette mit 52 Standorten in Südafrika. Die Telekom habe hier im vergangenen Jahr 65 Digitalisierungsprojekte realisiert: So dokumentieren Ärzte und Pflegepersonal ihre Arbeit jetzt ausschließlich mobil per iPads und die Apotheke der Einrichtung sei an das Krankenhaus Informationssystem (KIS) angeschlossen. „1967 gab es in Südafrika die erste Herztransplantation. Doch bis 2017 hat sich beispielsweise an der medizinischen Dokumentation nichts geändert. Seit 2019 ist dieser Prozess nun digitalisiert“, sagte Berger während seiner Präsentation auf der Gemeinsam #360digital.

 „Digitale Unterstützung wird hier dringend benötigt.“

In seinem Vortrag: „Auf dem Weg in das Gesundheitswesen der Zukunft“ konstatierte Dr. Martin Sedlmayr, Professor für medizinische Informatik an der TU Dresden: 17 Jahre dauere es im Schnitt, bis eine Innovation es in die Praxis schaffe. „Dabei wird die digitale Unterstützung hier dringend benötigt”, betonte Sedlmayr. „Eine Künstliche Intelligenz kann Ärzte und Pfleger maßgeblich unterstützen, um für jeden einzelnen Patienten eine individuell bestmögliche Therapie und Behandlung zu finden.”

Aktuell strömten viele Unternehmen in den Markt, die mit der Gesundheitsbranche ursprünglich nichts zu tun haben, sei es Google oder Autobauer Ford. Hinzu kämen unerwartete Möglichkeiten: So habe das Robert Koch Institut festgestellt, dass sich der Ausbruch von Infektionskrankheiten anhand von Social-Media-Aktivitäten viel früher erkennen lässt, als es die Meldeblätter bei den Ärzten vermögen. Das Gros der Bevölkerung sei bereit, so Sedlmayr weiter, seine Daten für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen, allerdings müssten Freigabe und Schutz für den Einzelnen zu kontrollieren sein. Eine gute Idee sei sicherlich, in den Unikliniken Datenzentren zu errichten, die der Forschung als lokale Hubs dienen. Untereinander vernetzt stünde auf diese Weise ein hervorragender Datenfundus zur Verfügung.

Eines der wichtigsten Themen im Gesundheitswesen ist derzeit Telemedizin: So betonte Dr. Olaf Müller, Managing Director des Carus Consilium Sachen, im Anschluss die Rolle der Telemedizin für die begleitende Versorgung von chronisch kranken Menschen. So ließen sich etwa Herzkranke besser versorgen und müssten nachweislich kürzer im Krankenhaus bleiben. Hier sei dringend eine Lösung für die Masse gefragt. Die Technik sei bereits entwickelt, es fehle lediglich an der Finanzierung. Außerdem sei eine bundesweit einheitliche Patientenakte erforderlich, wie es sie in Österreich bereits gibt.

„Von der Digitalisierung der Gesundheitsbranche werden alle profitieren“

Nach der Netzwerkpause informierten sich die Gäste über gesetzliche Neuerungen und Abkündigungen zum Jahreswechsel sowie neueste Entwicklungen rundum das Krankenhausinformationssystem iMedOne.

Beim abschließenden Get-together zeigten die Teilnehmer sich sehr zufrieden: „Ich schätze den Austausch unter Fachkollegen bei diesem jährlichen Branchentreffen sehr“, sagte etwa Dr. Marcus Hahn, aus dem Bereich Analytics und Development der Knappschaft Kliniken. „Hier höre ich von den Erfahrungen anderer Einrichtungen und wir kommen wieder in den gezielten Austausch. Mein Fazit: Von der Digitalisierung des Gesundheitswesens werden alle profitieren, die Patienten ebenso wie die Ärzte, die Krankenkassen und die beteiligten Unternehmen.“

Quelle: Deutsche Telekom AG


Das könnte Sie auch interessieren

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht
© imagesetc / Fotolia.com

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)  34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
© Racle Fotodesign / fotolia.com

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreicht nur etwa ein Fünftel der Frauen (20,5%) und ein Viertel der Männer (24,7%) in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung bewegt sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche (1). Doch regelmäßige Bewegung schützt nicht nur vor Übergewicht...

17. Patientenforum Lunge in Stuttgart

17. Patientenforum Lunge in Stuttgart
© adimas / Fotolia.com

Am 25. März veranstaltet der Lungeninformationsdienst zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung in Stuttgart sein 17. Patientenforum Lunge. Das Thema: „Aktuelles zu klinischen Studien in der Lungenforschung – Wie nützen sie den Patienten?“ Erstmals findet die Veranstaltung im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin statt. Ein weiterer Kooperationspartner ist der Deutsche Lungentag.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Aufbruchstimmung dank Telemedizin, KI und Co"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Trump bricht US-Beziehung zur WHO ab – Weil er die WHO neben China als verantwortlich für die SARS-CoV-2-Pandemie erachtet, hat der US-Präsident den Austritt der USA aus der WHO beschlossen (dpa, 30.05.2020).
  • Trump bricht US-Beziehung zur WHO ab – Weil er die WHO neben China als verantwortlich für die SARS-CoV-2-Pandemie erachtet, hat der US-Präsident den Austritt der USA aus der WHO beschlossen (dpa, 30.05.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden