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Gesundheitspolitik

29. März 2017
Seite 1/2
Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt

Durch den Klimawandel steigen nicht nur die Temperaturen - auch der Wasserhaushalt verändert sich. Niederschlag, Verdunstung und Grundwasserneubildung werden in Zukunft einem neuen Rhythmus gehorchen. Welche Folgen diese Veränderungen für Wasserstände, Ökosysteme, aber auch für Nutzer wie etwa die Landwirtschaft haben, haben Forscher des Climate Service Center Germany (GERICS) in einem neuen Bericht zusammengestellt. Unter den Autoren ist Stefan Hagemann vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.
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Der Rekordsommer 2003 ist vielen Menschen noch gut im Gedächtnis: Während einer Hitzewelle in der ersten Augusthälfte stiegen die Temperaturen an einigen Orten in Deutschland auf über 40 Grad Celsius, viele Menschen litten unter der extremen Wärme. Da das ganze Jahr über nur wenig Niederschlag gefallen war, sanken die Wasserpegel in Flüssen und Talsperren im Spätsommer teils drastisch ab. Auf einigen Abschnitten der Elbe und der Donau musste die Schifffahrt eingestellt werden. Kernkraftwerke drosselten ihre Leistung, weil nicht genug Kühlwasser vorhanden war. Pflanzen vertrockneten auf den Feldern, und die Waldbrandgefahr stieg.

Die globale Erwärmung wird ähnliche Dürreperioden in Zukunft begünstigen, schreiben die Autoren der GERICS-Studie „Der Einfluss des Klimawandels auf die terrestrischen Wassersysteme in Deutschland“, die im Februar 2017 erschienen ist. Die Analyse fasst die Ergebnisse von 29 Einzelstudien zusammen, die zwischen 2009 und 2013 entstanden sind und sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt in Deutschland beschäftigen. Die sechs Autoren betonen, dass sie keine exakten Vorhersagen dazu treffen können, wie sich die Abflussmengen oder Wasserstände einzelner Flüsse entwickeln werden. Einige Trends und deren Folgen sind allerdings absehbar.

So zeigen Beobachtungen, dass die Niederschläge in Deutschland seit 1881 um 11% zugenommen haben – eine Entwicklung, die sich Prognosen zufolge fortsetzen wird. Fast überall in Deutschland regnet es im Winter deutlich mehr, teils ist die Niederschlagsmenge in der kalten Jahreszeit um 30% gestiegen. Im Sommer dagegen ist es in vielen Bundesländern sogar trockener geworden.

Längere Phasen mit niedigen Pegelständen

Als Folge werden sich auch die Pegelstände der großen Flüsse verändern, schreiben die Autoren. In den meisten Fließgewässern ist der Wasserstand bislang im Frühjahr zur Schneeschmelze am höchsten und im Sommer oder Herbst am niedrigsten. Generell gehen die Autoren davon aus, dass sich die Phasen mit niedrigen Wasserständen bis zum Ende des Jahrhunderts verlängern werden. Das hat beispielsweise Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt. Für die Elbe rechnen Hagemann und Kollegen ab dem Jahr 2050 mit einer schlechteren Schiffbarkeit im Sommer, vor allem in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. „Das Niedrigwasser wird früher eintreten, länger andauern und unter die üblichen Niveaus fallen“, heißt es in dem Bericht. Beim Rhein können die Forscher dagegen keinen Trend erkennen, und bei der Donau wird der Pegel in Zukunft wahrscheinlich schon im Spätsommer und nicht erst im Herbst seinen niedrigsten Stand erreichen – wegen der früheren Schneeschmelze.
 
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