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Gesundheitspolitik

09. Juli 2012 BZgA-Direktorin: Neue Wege 25 Jahre nach «Gib Aids keine Chance»

Das Logo von «Gib Aids keine Chance» ziert seit etlichen Jahren Plakate, Schulhefte und Werbespots. Die zuständige Bundesbehörde zieht eine positive Bilanz. Weniger Geld zwingt die Experten dort zu neuen Strategien.

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25 Jahre nach dem Start der Kampagne «Gib Aids keine Chance» sieht Elisabeth Pott noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. «Ich würde nie behaupten, wir sind schon am Ende aller Aufklärungsstrategien, weil es offensichtlich Menschen gibt, die wir noch nicht gut genug erreicht haben», sagte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) der Nachrichtenagentur dpa. Etwa 86 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schützen sich laut Pott mit Kondomen vor einer Infektion. Das bedeute allerdings auch, dass sich mehr als 10 Prozent nicht ausreichend schützten.

Wegen eines knapperen Budgets setzt Pott auf neue Geldgeber und das Internet. «Ende der 90er Jahre wurden die Mittel immer weiter gekürzt.» Die Arbeit der Bundeszentrale habe dadurch nicht mehr so viele Menschen erreichen können wie zuvor. Zwischen 2003 und 2006 seien dann die Neuinfektionen mit dem HI-Virus in Deutschland angestiegen. «Das konnten wir dann durch neue Wege stabilisieren.»

Dazu suchte sich die Bundeszentrale andere Partner. Seit 2005 unterstütze der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) die Kampagnen mit 3,4 Millionen Euro jährlich. Außerdem lasse der Fachverband Außenwerbung Plakate kostenlos aushängen. «2011 hatten wir erstmal wieder einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionszahlen auf 2.700», sagte die BZgA-Direktorin. «Der Wissensstand über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten liegt bei 90 Prozent in der Bevölkerung. Das Schutzverhalten ist langsam und kontinuierlich gewachsen.»

Fernsehspots zur besten Sendezeit – das sei allerdings vorbei. «Diese Aufklärungsschiene haben wir heute nicht mehr», sagte Pott. Dafür setze die Bundeszentrale zunehmend auf das Internet. «Daraus kann natürlich grundsätzlich der Eindruck entstehen, es wird nicht mehr so viel aufgeklärt.»

Die 1967 gegründete Kölner Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat etwa 180 Mitarbeiter. Die Fachbehörde des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt Strategien zur Gesundheitserziehung und Prävention. Die 1987 begonnene Kampagne «Gib Aids keine Chance» ist das bisher umfassendste Programm.


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