Donnerstag, 20. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik

21. November 2017 APS engagiert sich für Berichts- und Lernsysteme im ambulanten Bereich

Seit 2005 engagiert sich das APS mit Erfolg bei der Implementierung und der Weiterentwicklung von Berichts- und Lernsystemen (CIRS): Als wichtiger Bestandteil des klinischen Risikomanagements sind nun alle Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken verpflichtet, ein internes Berichts- und Lernsystem einzurichten. Die Teilnahme an einrichtungsübergreifenden Fehlermeldesystemen (üFMS) wird durch finanzielle Zuschüsse gefördert. Mit dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland hat das APS ein System dieser Art initiiert und mit aufgebaut. Da es inzwischen eine Reihe einrichtungsübergreifender Berichts- und Lernsysteme in Deutschland gibt, zieht sich das APS aus der Trägerschaft des Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland (KH-CIRS-Netz D) zurück, um aus unabhängiger Position die Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Systeme fördern zu können. Seit diesem Jahr nun nimmt das APS auch CIRS im ambulanten Sektor in den Fokus.
Einrichtungsübergreifende Berichts- und Lernsysteme sind öffentlich zugänglich. Mitarbeiter in gesundheitlichen Einrichtungen können hier – anonym, vertraulich und ohne das Risiko von Sanktionen – Fehler, Risiken, kritische Ereignisse und Beinahe-Schäden rund um ihre Arbeit eingeben. Aus diesen Berichten werden dann Risiken für die Patientensicherheit identifiziert und Verbesserungs- und Präventionsmaßnahmen abgeleitet. „Diese Berichts- und Lernsysteme ermöglichen das gemeinsame Lernen aus Fehlern und tragen so maßgeblich zu einer guten Sicherheitskultur bei“, führt Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des APS, aus.
 
Das APS hat zusammen mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Deutscher Pflegerat (DPR) das KH-CIRS-Netz-D (www.kh-cirs.de) entwickelt, das 2010 an den Start ging. „Angesichts der erfreulichen Entwicklung ist dies ein guter Zeitpunkt, um sich aus der Rolle des Mitbetreibers des Krankenhaus-CIRS-Netzes zurückzuziehen“, so Hedwig François-Kettner. Dies folgt der seit Gründung des APS geltenden Devise, dass das APS nicht notwendigerweise die Aufgaben übernehmen muss, die andere bereits gut übernehmen. „Wir sehen uns als Impulsgeber für strategische Ausrichtungen und entwickeln Anregungen zum Ausbau von Patientensicherheit. Aus diesem Grund möchten wir das Instrument CIRS auch in diesem Bereich weiterentwickeln und sehen hier vor allem Potentiale in der Förderung von Austausch und Vernetzung zwischen den einrichtungsübergreifenden Systemen. „Damit wollen wir die weitere Verbesserung einer patientenorientierten Sicherheitskultur in Deutschland unterstützen“, betont die Vorsitzende des APS.
 
Das APS setzt damit in der Verbesserung der Patientensicherheit im ambulanten Bereich neue Akzente. „Auch in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), Apotheken und Tageskliniken kommt es jeden Tag zu Fehlern“, weiß Hedwig François-Kettner. Wie beim CIRS im Krankenhaussektor könnten Ärzte, Medizinische Fachangestellte, Apotheker und Pflegekräfte auch hier aus den Fehlern anderer lernen und so die Patientensicherheit verbessern. „Nach den guten Erfahrungen mit CIRS im Krankenhaus sind wir optimistisch, hier ebenfalls Verbesserungen erzielen zu können“, sagt Hedwig François-Kettner.
 
Die neue Arbeitsgruppe „CIRSambulant“ ist Teil des Projektes CIRSforte, das vom Innovationsfonds des Bundesministeriums für Gesundheit finanziert wird und in dem das APS als Partner eingebunden ist. Hier werden Handlungsempfehlungen für die Nutzung von Berichts- und Lernsystemen im ambulanten Bereich erarbeitet.
 
Ab April 2018 erfolgt die Praxisphase des Projektes CIRSforte, in der die Empfehlungen in rund 400 ambulanten Praxen umgesetzt und bewertet werden. Zu diesem Zweck werden noch interessierte Praxisnetze oder andere Praxiszusammenschlüsse gesucht: Bewerbungsmöglichkeiten unter http://www.aps-ev.de/
 
Die ersten Projektergebnisse und der weitere Ablauf werden auf dem CIRSforte-Symposium am Mittwoch, 24.01.2018 nachmittags in Berlin vorgestellt.
 
Weitere Informationen zum Projekt und zum Symposium unter: www.cirs-ambulant.de

Quelle: Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.


Das könnte Sie auch interessieren

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf
© Africa Studio / Fotolia.com

Kinder von alkoholkranken Eltern haben keinen normalen Alltag und ihre Sorgen beschränken sich nicht mehr auf Schule oder Freizeit-Aktivitäten. Oftmals müssen sie sich viel zu früh Aufgaben und Sorgen eines Erwachsenen stellen und sind der Situation ausgeliefert. In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen Kinder in einer solchen Situation. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder ist alkoholabhängig.

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline
© Photographee.eu / Fotolia.com

Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich...

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz

Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz
© deagreez / fotolia.com

Mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zur Arbeit? Für viele Migränepatienten ist das Alltag. Ein Großteil der 900.000 an Migräne leidenden Deutschen schleppt sich trotz starker Schmerzen zur Arbeit – aus Angst einen schlechten Eindruck bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten zu hinterlassen. Denn wer über Kopfschmerzen klagt, trifft immer noch auf Vorurteile. Nicht selten wird Migräne belächelt und als Ausrede abgetan. Zum Tag der Arbeit berichten Migränepatienten und Nutzer der Kopfschmerz- und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"APS engagiert sich für Berichts- und Lernsysteme im ambulanten Bereich"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.