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Gesundheitspolitik

10. September 2019 Bundesärztekammer mahnt Selbstbestimmung bei Intensivpflege an

Die Bundesärztekammer mahnt bei den Reformplänen für die Pflege schwerkranker Menschen mit künstlicher Beatmung weitere Ausnahmen an, um die Selbstbestimmung aller Patienten zu erhalten. Es sei grundsätzlich zu befürworten, dass außerklinische Intensivpflege in der Regel in Pflegeeinrichtungen oder speziellen "Pflege-WGs" erbracht werden solle, erklärte die Kammer am Dienstag in Berlin. Es sollten aber Ausnahmen für Erwachsene in heimischem Umfeld möglich sein. Die jetzigen Pläne würden bestimmte Patientengruppen durch den "rigiden Ausschluss einer häuslichen Versorgung" in der Möglichkeit einer selbstbestimmten und frei gewählten Lebensführung einschränken.
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Laut einem ersten Entwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen Menschen, die etwa nach einem Unfall künstlich beatmet werden müssen, eine bessere Betreuung bekommen. Um höhere Qualitätsstandards zu verankern, soll eine Intensivpflege in der eigenen Wohnung dafür künftig die Ausnahme sein. Weiterhin Anspruch auf Intensivpflege zu Hause haben sollen minderjährige Kinder. Ausnahmen sollen zudem möglich sein, wenn die Unterbringung in einer Einrichtung nicht möglich oder zumutbar ist.

Die Bundesärztekammer betont in ihrer Stellungnahme für eine Anhörung zu dem Entwurf, im Hinblick auf die Lebensqualität und -perspektive der Betroffenen sollten die geeignete Wohnform und die nötige Versorgungsform gemeinsam ermittelt werden, auch vor dem Hintergrund von Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. "Dies darf nicht auf bestimmte Altersgruppen beschränkt werden."

Spahn hatte die Pläne gegen wachsende Proteste verteidigt. Das Ministerium betonte zugleich, dass man auch Kritik von Betroffenen ernst nehme und in den Beratungen mit aufgreifen wolle.

Quelle: dpa


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