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Gesundheitspolitik

03. April 2020 Corona-Gegenmaßnahmen zeigen Wirkung - aber keine Entwarnung

Seit fast zwei Wochen gelten die strengen Kontaktbeschränkungen in Deutschland. Sie sollen die Ausbreitung des Coronavirus bremsen. Und nach der Beobachtung von Forschern gelingt dies auch. Sie warnen aber vor falschen Schlussfolgerungen.
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Wissenschaftler beobachten erste Erfolge der verhängten Kontaktbeschränkungen, mit denen die Corona-Pandemie in den Griff bekommen werden soll. Für eine Lockerung der Maßnahmen ist es aber noch zu früh, wie der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, am Freitag erläuterte. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland überstieg die Zahl von 80.000. Mehr als 1.000 Menschen sind inzwischen an den Folgen des Coronavirus gestorben.

Maßnahmen zeigen Wirkung

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zeigen nach Beobachtung des Robert-Koch-Instituts in Deutschland messbar Wirkung. Ein infizierter Mensch stecke seit einigen Tagen im Durchschnitt nur noch einen weiteren Menschen an, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. In den vergangenen Wochen habe der Wert bei fünf, manchmal sogar bei sieben Menschen gelegen, die ein Infizierter ansteckte. Ein Grund zur Entwarnung seien die neuen Daten aber noch nicht: Erst, wenn ein Infizierter im Durchschnitt weniger als einen Menschen anstecke, lasse die Epidemie langsam nach. "Wir müssen unter eins kommen. Ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen gelingt", sagte Wieler. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht für sein Land einen leicht positiven Trend bei den Neuinfektionen, wie er am Freitag deutlich machte. Bayern ist das Bundesland mit den meisten Corona-Infektionen.

Mehr als 80.000 Infektionen und über 1.000 Tote in Deutschland

In Deutschland sind bis Freitagvormittag mehr als 80.500 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 73.900) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mindestens 1.022 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 879) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 19.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 277 Toten und NRW mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 220 Toten. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Kanzlerin Merkel verlässt Quarantäne - nicht infiziert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag nach zwölf Tagen Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, sie habe ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen. Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Videoschalte. Merkel hatte drei Corona-Tests machen lassen, die alle drei negativ waren. Merkel war seit dem 22. März in Quarantäne, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Beatmungsplätze in Krankenhäusern frei

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass in Deutschland in der nächsten Zeit jeder schwerkranke Covid-19-Patient versorgt werden kann. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die nächsten zehn, vierzehn Tage schaffen werden, dass es gelingen wird, jedem Patienten, der einen Beatmungsplatz braucht, einen solchen zu ermöglichen", sagte Verbandspräsident Gerald Gaß am Freitag in der RTL/n-tv-Sendung "Frühstart". Derzeit würden 2.500 Corona-Patienten in deutschen Krankenhäusern beatmet, erklärte Gaß. Man sei darauf eingerichtet, dass noch deutlich mehr Patienten in den Kliniken ankämen. "Wir haben aber auch noch gut 10.000 Beatmungsplätze frei."

Bund und Lufthansa verhandeln über Staatsbeteiligung

Die Verhandlungen zu einer möglichen Beteiligung des deutschen Staats an der Lufthansa kommen voran. Das Unternehmen ist wegen der massiven Flugabsagen infolge der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten. Nach Fortschritten in den Gesprächen solle nun zügig entschieden werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen. Der DAX-Konzern bestätigte Verhandlungen über verschiedene Beteiligungsformen des Staates. Man sei im engen Austausch zu allen Regierungen im Heimatmarkt und anderen Stellen wie der staatlichen KfW-Bank, um die Liquidität zu sichern. Lufthansa betreibt Airlines in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien. Der dickste Brocken im Portfolio ist die deutsche Kerngesellschaft Lufthansa, die für knapp die Hälfte des Konzernumsatzes steht.

Paketmengen wie in Vorweihnachtszeit

Der Paket-Dienstleister DHL meldet nach einigen Wochen Corona-Krise steigende Paketzahlen. Man sehe nun "eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahres zu dieser Zeit liegt", sagte ein Post-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Über Ostern werde die Menge voraussichtlich weiter steigen. "Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag in unserem Netzwerk zeigt uns, dass gerade auch kleine Händler verstärkt auf DHL setzen, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen", sagte Post-&-Paket-Vorstand Tobias Meyer. Es könne dadurch auch vereinzelt zu Verzögerungen kommen, etwa bei Abholungen.

Corona lähmt Dreharbeiten zum Jubiläums-"Tatort"

Wegen der Corona-Pandemie liegen die Dreharbeiten für eine Reihe von "Tatort"-Krimis auf Eis. Betroffen ist auch der für dieses Jahr vorgesehene Jubiläums-Fall zum 50. Geburtstag der Reihe. Es ist eine Doppel-Episode der TV-Ermittler aus München und Dortmund. Der Dreh des zweiten Teils des Jubiläums-"Tatorts" mit dem Titel "In der Familie" ruhe aufgrund der aktuellen Beschränkungen bis auf Weiteres, teilte der Westdeutsche Rundfunk in Köln auf Anfrage mit. Der Bayerische Rundfunk in München verwies ergänzend auf "Pläne, wie die Sendeplanung zum Jubiläum noch gehalten werden könnte". Die Ausstrahlung war zu Beginn der Dreharbeiten für den Herbst 2020 angekündigt worden.

Chinesische Stadt verbietet Essen von Hunden und Katzen

Wegen des Coronavirus-Ausbruchs hat die südchinesische Stadt Shenzhen das Essen von Hunden und Katzen verboten. Das Verbot soll vom 1. Mai an gelten, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Es ist Teil einer weitreichenderen Verordnung, die den Verzehr von Wildtieren untersagt. "Hunde und Katzen haben eine viel engere Beziehungen zum Menschen aufgebaut als alle anderen Tiere", hieß es in einer Erläuterung. Da der Ursprung des Coronavirus auf einem Markt für Wildtiere in der zentralchinesischen Stadt Wuhan vermutet wird, hatte
Chinas Zentralregierung Ende Januar bereits angeordnet, den Handel mit Wildtieren zu untersagen.

Quelle: dpa


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