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Gesundheitspolitik

06. Mai 2020
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Corona global: Wie ein Virus die Welt verändert

Wo bereitet das Coronavirus gerade die größten Probleme? Wo beginnt die Rückkehr in die Normalität? Und welche Hilfen gibt es für die betroffenen Menschen? Diesen Fragen sind Korrespondenten der dpa in aller Welt nachgegangen - von Rom über Moskau bis Nairobi.
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Nicht nur Deutschland freut sich darauf, dass die coronabedingten Beschränkungen und Auflagen allmählich gelockert werden. Auch in anderen Ländern wie Frankreich oder Finnland fiebern die Menschen der Rückkehr ins normale Leben entgegen. Der zwangsweise Rückzug ins Private war auch nicht unbedingt gesund, sondern beförderte die Leibesfülle, wie jetzt in Italien festgestellt wurde. Aber normal wird das Leben rund um den Globus noch lange nicht sein. Litauen zeigt allerdings, wie man mit einer Einschränkung wie der Maskenpflicht kreativ umgeht.

Finnland - Die Finnen dürfen bald wieder ins Restaurant

Im hohen Norden der EU macht sich Finnland auf den vorsichtigen Rückweg in Richtung Normalität. Dank des Rückgangs der Ausbreitung des Virus will die Regierung nach und nach die Corona-Maßnahmen zurückfahren. Laut Ministerpräsidentin Sanna Marin soll es noch im Mai Lockerungen geben.

Besonders wichtig für die Finnen wird aber der 1. Juni sein: Ab dann dürfen die Restaurants und Cafés in Helsinki und dem Rest des Landes schrittweise wieder öffnen, sollte bis dahin keine epidemiologische Einschätzung dagegen sprechen. Die Lokale sollen dabei aber unter anderem die Kundenanzahl und auch die Zeiten begrenzen, in denen Alkohol ausgeschenkt wird.

Sportveranstaltungen sollen ab dem 1. Juni unter bestimmten Auflagen ebenfalls wieder erlaubt sein, auch Museen, andere kulturelle Stätten, Schwimmbäder und Jugendzentren werden dann schrittweise wieder geöffnet. Zudem dürfen sich dann wieder bis zu 50 Menschen am selben Ort versammeln - bislang liegt die Obergrenze bei 10 Personen.

Frankreich - Lockerungen werden verkehrstechnisch zur Bewährungsprobe

Die Lockerungen in Frankreich ab dem 11. Mai stellen besonders die Hauptstadt Paris auf die Probe - vor allem verkehrstechnisch. Wegen der Abstandsregelungen kann die Pariser Metro nur einen Bruchteil der Fahrgäste transportieren. Deshalb will die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo entlang stark frequentierter Metrolinien provisorische Fahrradwege bauen, wie sie am Dienstag in der Zeitung "Le Parisien" ankündigte.

Insgesamt sollen 50 Kilometer Fahrspuren, die normalerweise für Autos reserviert sind, künftig Fahrrädern vorbehalten sein. Vor den Toren der Stadt soll es außerdem zusätzliche Parkplätze für Autos geben.

Allerdings sollten besser nicht alle Autofahrer auf die Metro ausweichen. Denn in der Metro, den Vorstadtzügen und Bussen gelten ab dem 11. Mai Maskenpflicht und strenge Abstandsregeln. Zudem bietet die Nahverkehrsgesellschaft RATP nur 70% der eigentlichen Kapazität an. Es droht der Kollaps.

Was die Situation noch erschwert: Zu Beginn der Beschränkungen hatten Hunderttausende Paris verlassen und waren aufs Land ausgewichen. Viele von ihnen werden nun spätestens Ende dieser Woche zurückkehren.

Österreich - Umfangreicher Zwischenbericht zu Ischgl liegt vor

Zu den Ereignissen in der Corona-Krise im Skiort Ischgl liegt nun ein Zwischenbericht der österreichischen Polizei mit etwa 1.000 Seiten vor. Dieser sei "sehr detailliert und umfangreich", sagte am Dienstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr. Nach Durchsicht der Akten werde entschieden, ob ein begründeter Verdacht vorliege.

Seit Ende März läuft bei der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gefährdung durch ansteckende Krankheiten. Dem Verfahren haben sich laut Staatsanwaltschaft inzwischen auch 321 Betroffene angeschlossen, die meisten stammen aus Deutschland.

Der Wintersportort Ischgl in Tirol gilt als Hotspot, der maßgeblich zur Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas beigetragen haben soll. Eine zu klärende Frage ist, ob dort rechtzeitig gehandelt wurde.

Italien - Corona-Krise schlägt sich auch auf Bauch nieder

Der Supermarkt als einzige Möglichkeit rauszugehen, keine Bewegung und Naschen ohne Ende: Die Italiener haben in der fast zwei Monate langen strikten Quarantäne nach Angaben des Landwirtschaftsverbandes Coldiretti einige Kilos zugelegt. Es habe zwischen dem 16. März und 12. April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen wahren "Boom" von "Comfort Food" gegeben - also an Backzutaten, Keksen, Fertiggerichten, Frittierfetten und Süßigkeiten.

Zur ungesunden Ernährung komme dazu, dass sich die Menschen quasi nur zwischen Küche, Wohn- und Schlafzimmer bewegt hätten. Sport war bis zum vergangenen Montag nicht erlaubt - außer man begnügte sich damit, rund um sein Haus zu joggen. Nun ist Laufen, Radfahren oder Spazierengehen wieder im Park erlaubt. Gewicht zu verlieren ist nun nach einer Coldiretti-Umfrage das Ziel von 47% der Befragten.

USA - düstere Prognosen für Infektions- und Todeszahlen

Mehr als 30 Millionen Menschen hat die Corona-Krise in den USA inzwischen ihren Job gekostet. Präsident Donald Trump drängt daher darauf, dass die 50 US-Bundesstaaten die Wirtschaft wieder öffnen. Trump hat sich optimistisch gezeigt, dass der schlimmste Teil der Krise überwunden ist - das könnte aber verfrüht gewesen sein.

Die "New York Times" veröffentlichte jetzt eine vom Gesundheitsministerium und der Katastrophenschutzbehörde Fema zusammengestellte interne Präsentation, die zwei Diagramme mit dem Vermerk "nur für den Dienstgebrauch" beinhaltet. Eines sagt voraus, dass die Zahl der neuen Corona-Fälle bis zum 1. Juni auf rund 200.000 pro Tag zunehmen könnte. Zuletzt verzeichnete die Gesundheitsbehörde CDC von Sonntag auf Montag einen Anstieg um knapp 30.000.

Experten erwarten einem weiteren Diagramm zufolge, dass die Zahl der Todesfälle bis zum 1. Juni auf etwa 3.000 pro Tag steigen könnte. Von Sonntag auf Montag hatte die Gesundheitsbehörde ein Plus von 1.719 Toten vermeldet. Der Vizesprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, wies die Prognosen zurück.

Russland - Zwei Ferkel als Hilfe in Sibirien

Wer in Sibirien seine Arbeit wegen der Corona-Krise verloren hat, kann nicht nur auf finanzielle Hilfe hoffen. In der Region Kurgan an der Grenze zu Kasachstan wollen die russischen Behörden der Not leidenden Bevölkerung auch ganz praktisch helfen: entweder mit zwei Ferkeln oder einem Kalb samt Futter oder Kartoffeln zum Pflanzen im Garten. Das alles werde kostenlos sein, schrieb Gouverneur Wadim Schumkow bei Instagram.

Wegen der Epidemie und des niedrigen Ölpreises verschärft sich die wirtschaftliche Lage im größten Land der Erde weiter. Deshalb wurde unter anderem eine Anhebung der Hilfe für Arbeitslose von 8.000 auf 12.130 Rubel (141 Euro) pro Monat beschlossen. In der Region Kurgan sollen einige Arbeitslose zumindest in den nächsten Wochen eine neue Jobperspektive bekommen und zum Beispiel Dörfer reinigen und Wälder aufräumen. Dafür stehen den Behörden zufolge 25 Millionen Rubel (305.000 Euro) bereit.
 
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EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Erster Lockdown seit Monaten – Ab 14 Uhr dürfen die Berchtesgadener nur noch aus trifftigen Gründen ihre Wohnungen verlassen (dpa, 20.10.2020).
  • Erster Lockdown seit Monaten – Ab 14 Uhr dürfen die Berchtesgadener nur noch aus trifftigen Gründen ihre Wohnungen verlassen (dpa, 20.10.2020).