Donnerstag, 21. März 2019
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik

02. Januar 2019 DKG zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat auf Antrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) eine Überprüfung und Überarbeitung des Verfahrens für planungsrelevante Qualitätsindikatoren einschließlich der Darstellung der Ergebnisse beschlossen. Denn die am 31.10.2018 erfolgte erste Veröffentlichung hat zu erheblichen Fehlinterpretationen der Ergebnisse und in der Folge zu Fehlinformationen und Verunsicherung der Öffentlichkeit geführt.
"Insbesondere die Reaktionen der Presse auf die Veröffentlichung des Berichts zeigen, dass dringender Handlungsbedarf zur Überarbeitung des Verfahrens besteht. Dementsprechend sind im Verfahren der Datenvalidierung und der Datenbewertung sowie bei der Ergebnisdarstellung des Verfahrens der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren Änderungen notwendig. Wir wollen Transparenz, aber wir müssen die einzelnen Indikatoren und die Ergebnisse auch erklären, damit ihre wirkliche Aussagekraft deutlich wird. Mit einem einzelnen Indikator wird ja nur ein Detailaspekt mit zudem hohen Zufälligkeitseffekten betrachtet. Über die tatsächlichen Behandlungsergebnisse sagen diese Werte häufig nichts aus", erklärte Dr. Gerald Gaß, Präsident der DKG.

Dies wird an Einzelfällen sehr deutlich. Beispielhaft wurde eine Klinik mit dem Begriff der unzureichenden Qualität belegt, weil sie die Zeitvorgabe von der Entscheidung bis zur Durchführung eines Notkaiserschnitts in einem einzigen Fall nicht eingehalten hatte. Dies war aber nur deswegen passiert, weil die Patientin dem Eingriff zunächst widersprochen hat. Ebenso wurden Krankenhäuser bei der pathologischen Abklärung eines Mammakarzinoms während der Operation auffällig. Diese Krankenhäuser führten intraoperative Schnellschnittuntersuchungen des entnommenen Gewebes durch, weil sie diese Untersuchung als höherwertig angesehen haben, als die mit dem Indikator geforderte Untersuchung. Nach entsprechenden Fachgesprächen führen diese Kliniken nun die geforderte Untersuchung lückenlos durch. Auch hier ist es zweifelhaft von "unzureichender Qualität" zu sprechen. Zudem kann aus dieser angeblichen "unzureichenden Qualität" in einem einzigen Indikator nur sehr selten auf die Qualität der betroffenen Leistung, aber niemals auf die Qualität der ganzen Fachabteilung oder sogar des ganzen Krankenhauses geschlossen werden.

Diese Beispiele machen deutlich, dass eine verantwortungsbewusste Veröffentlichung nur mit Kommentierung und weiteren Erläuterungen erfolgen kann. "Wir müssen zudem sehen, dass bei den planungsrelevanten Indikatoren einzelne Indikatoren schon auf Rot schalten, wenn es einen einzigen Fall gibt. Bei knapp der Hälfte der 71 Krankenhäuser beruht die Aussage der "unzureichenden Qualität" auf einem einzigen Behandlungsfall. Einzelereignisse sind dem Grunde nach nur in seltenen Fällen hinreichend zur Feststellung unzureichender Versorgungsqualität. Auch hier bedarf es der Nachbesserung. Genauso darf ein Dokumentationsfehler nicht automatisch dazu führen, dass gute Leistung mit einem schlechten Label gebrandmarkt wird. Wir müssen die planungsrelevanten Indikatoren für die gesetzlich vorgesehene Aufgabe verwenden. Sensationsgesteuerte Presseveröffentlichungen mit hohem Fehleinschätzungspotential gehören nicht dazu. Für die Information der Patienten gibt es andere Mittel. Qualitätsberichte und Krankenhausportale sind geeigneter, um eine informierte Patientenentscheidung zu erreichen", so Gaß.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG)


Das könnte Sie auch interessieren

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich
© pressmaster / Fotolia.com

In Deutschland werden jedes Jahr über 500 klinische Forschungsstudien zu neuen Therapien und Medikamenten durchgeführt. Ein Großteil betrifft Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD, Arthrose oder Schuppenflechte und richtet sich an chronisch kranke Patienten. Leider weiß die Mehrheit dieser Patienten nichts über aktuelle Studien und die Möglichkeiten, die sich daraus für sie ergeben können. Hier setzt das Aufklärungsprinzip von Mondosano an und bietet einfach aufbereitete Informationen zu neuen Therapieformen und Forschungsprojekten. Bei...

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern
© bubutu / Fotolia.com

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder...

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November
© ag visuell / Fotolia.com

Bei einer großen Telefonaktion am 18. Deutschen Lebertag, der unter dem Motto „An die Leber denken!“ steht, beantworten sechs erfahrene Ärzte alle Anrufer-Fragen rund um die Themen Leber, Lebergesundheit und Lebererkrankungen. Am Montag, 20. November 2017, sind die Leber-Spezialisten von 14:00 bis 16:00 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 für jeden Interessierten und Betroffenen erreichbar. Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 18. Deutschen Lebertages – Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e. V. und Gastro-Liga e....

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline
© Photographee.eu / Fotolia.com

Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"DKG zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.