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Gesundheitspolitik

07. Dezember 2016 „Internet of Things“: Der disruptive Wandel von Industrie und Dienstleistung im Fokus der Forschung

Das „Internet of Things“ wird die Wirtschaft auf den Kopf stellen, die Beziehungen von Unternehmen und ganzen Branchen verändern und das Verhältnis von Industrie und Dienstleistung neu definieren. Das dichte Netz von digitalen Daten und Informationen bildet eine neue Basis für die Gestaltung von Geschäftsmodellen, Wertschöpfung und Arbeit. ISF-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen analysieren im Rahmen des Verbundprojekts digit-DL, wie das „IoT“ Wirtschaft und Arbeitswelt verändert, identifizieren die Chancen und Risiken dieser Entwicklung und entwickeln gemeinsam mit Unternehmen und Beschäftigten betriebliche Strategien für eine nachhaltige Gestaltung des Transformationsprozesses.
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Fachinformation
Die massenhafte Verbreitung von Sensoren und ihre Vernetzung in der Cloud erzeugt ein immer genaueres digitales Abbild der stofflichen Welt und ihrer Prozesse in Echtzeit. Wertschöpfungsketten werden von den industriellen Prozessen über die Dienstleistungen bis hin zum Endverbraucher unternehmens- und branchenübergreifend vernetzt und neu gestaltet. Neue Geschäftsfelder wie „Smart Factory“, „Smart Health“ oder „Smart City“ sind bereits in aller Munde. Damit entsteht eine neue Sicht auf die digitale Ökonomie.

„Entscheidend ist dabei, dass IoT, so wie es die Unternehmen im Silicon Valley verstehen und mit großer Energie vorantreiben, das Verhältnis von Dienstleistungen und Industrie revolutioniert“, erklärt PD Dr. Andreas Boes, Vorstandsmitglied des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München. Dienstleistungen sind im IoT nicht länger nur Anhängsel der Produktion oder Teil eines „hybriden Leistungsbündels“. Es deutet sich vielmehr an, dass, wer die Daten und die darauf aufbauenden Services beherrschen wird, künftig auch die industriellen Wertschöpfungssysteme dominiert.

„Diese Entwicklung birgt ein disruptives Veränderungspotenzial für die gesamte Wirtschaft“, betont der digit-DL-Projektkoordinator. „Die Wucht der Veränderungen“ erreiche damit auch reife industrielle Kernbranchen wie den Maschinenbau, die chemische oder die Elektroindustrie. Damit verbinden sich neue Möglichkeiten für datenbasierte Geschäftsmodelle und Dienstleistungen. Gleichzeitig liegen jedoch Chancen und Risiken für den Standort Deutschland dicht beieinander: Wenn sich die industriellen Wertschöpfungssysteme im „Internet of Things“ neu strukturieren, droht die Industrie mit ihrer bisherigen Vormachtstellung unter Druck zu geraten.

Vor diesem Hintergrund plädiert Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, dafür, ausgehend von den exzellenten Kernkompetenzen der deutschen Industrie systematisch neue Kompetenzen im Bereich Digitalisierung weiter zu entwickeln. Die IG Metall ist Verbundpartner im Projekt digit-DL. „Ob Services, Produktion oder eine erfolgreiche Kombination: Voraussetzung für Erfolg ist, dass die Beschäftigten und Interessenvertreter den Wandel mitgestalten“, erklärt Benner. Dazu gehöre eine innovative Qualifizierung. Gleichzeitig müsse sich die Unternehmenskultur verändern, damit die Beschäftigten die notwendigen Freiräume für Kreativität erhielten, betont Benner.

Die durch den Vormarsch des „IoT“ ausgelöste Veränderungsdynamik stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Sie erfasst alle Ebenen der Organisation von den Geschäfts- und Innovationsmodellen über die Arbeitsorganisation bis hin zur Qualifikation der Beschäftigten. Diese Herausforderungen nimmt das Projekt digit-DL als Ausgangspunkt, um aufbauend auf neuen Erkenntnissen, die in Intensivfallstudien bei Vorreiterunternehmen sowohl in Deutschland als auch im Silicon Valley gewonnen werden, gemeinsam mit den Unternehmen, den Sozialpartnern und den Beschäftigen nachhaltige betriebliche Gestaltungsstrategien für Wertschöpfung und Gute Arbeit im „Internet of Things“ zu entwickeln.

Zum Projekt

digit-DL ist ein Verbundprojekt unter Leitung des ISF München und in Zusammenarbeit mit der IG Metall. Es wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und im Rahmen der Förderinitiative „Innovation mit Dienstleistungen“ in enger Zusammenarbeit mit dem Projektträger Karlsruhe (PTKA) durchgeführt (Laufzeit: Dezember 2013 bis November 2017). Praxispartner sind andrena objects ag, Continental AG, DB Systel GmbH, Fiducia & GAD IT AG, Software AG, szenaris GmbH und die Taunus Sparkasse. Neben dem Unternehmens- und Transfernetzwerk widmet sich auch der hochrangig besetzte Expertenkreis „Unternehmen der Zukunft“ zentralen Zukunftsfragen und den Herausforderungen der digitalen Wirtschaft.

Quelle: ISF München - Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V.


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