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Gesundheitspolitik

11. Oktober 2020 KKH-Umfrage: Herkömmliche Fitness-Apps bereits sehr beliebt

Erstmals können Gesundheits-Apps in Deutschland vom Arzt verschrieben werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat zwei digitale Anwendungen geprüft und als Kassenleistung zugelassen. Dabei handelt es sich um die Tinnitus-Therapie Kalmeda sowie die digitale Unterstützung Velibra für Patienten mit Angststörungen. Weitere solcher Apps befinden sich aktuell im Prüfverfahren und werden nach Abschluss ins Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) aufgenommen.
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„Damit haben Ärzte ab sofort die Möglichkeit, die DiGAs auf Kassenkosten zu verordnen, wenn sie diese in der Behandlung für medizinisch sinnvoll erachten“, erklärt Maren Teichmann vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Hannover. „Versicherte können ihr Rezept für die DiGA ganz einfach bei uns einreichen. Dafür haben sie einen Monat Zeit, nachdem sie das Rezept in der Praxis erhalten haben. Alles Weitere erledigen wir. Es fällt keine Zuzahlung an.“

Im Gegensatz zu herkömmlichen Fitness-Apps unterstützen die DiGAs ganz konkret bei ernährungsrelevanten Krankheiten, Schmerztherapien oder psychischen Erkrankungen. Außerdem bieten die Apps auf Rezept eine höhere Sicherheit in Bezug auf die persönlichen Daten und eine bessere Qualität. Bezogen auf die Preispolitik gibt es allerdings noch kritische Stimmen. „Aktuell müssen wir als Krankenkasse ein Jahr lang jeden beliebigen Preis zahlen, den die Hersteller bestimmt haben. Erst nach einem Jahr gilt dann der verhandelte Preis, auf den sich der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und Hersteller geeinigt haben“, erläutert Maren Teichmann.

Die neuen DiGAs auf Kassenleistung dürften zukünftig bei vielen Patienten auf Zustimmung treffen. Denn bereits die Idee, mit herkömmlichen Apps Gesundheitsdaten aufzuzeichnen, finden laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der KKH mehr als zwei Drittel der Befragten gut. Vor allem die jüngere Generation der 18 bis 29-Jährigen steht dem Trend positiv gegenüber. Dementsprechend hat sich auch die Zahl der tatsächlichen Anwender von bislang auf dem Markt befindlichen Fitness-Trackern & Co. zwischen 2015 und 2019 verdoppelt. Nahezu jeder dritte befragte Bürger im Alter von 18 bis 50 Jahren nutzt solche herkömmlichen Gesundheits-Apps als Armband oder auf dem Smartphone oder Tablet. „In erster Linie geschieht dies zur Eigenmotivation und als Anreiz für eine gesündere Lebensweise“, so Maren Teichmann.

Der Einfluss von Ärzten auf die Nutzung der herkömmlichen Gesundheits-Apps war bislang gering. Nur 4% der Anwender gaben an, diese auf Empfehlung des Arztes installiert zu haben. Das dürften mit der Möglichkeit, DiGAs auf Rezept zu verordnen, bald deutlich mehr sein. Weitere Informationen zum Thema DiGAs gibt es unter: http://www.kkh.de/diga

Quelle: KKH Kaufmännische Krankenkasse


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