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Gesundheitspolitik

13. Februar 2019 Gates: Stiftung könnte Gesundheitsfonds nie allein finanzieren

Mit Spendenzusagen in Milliardenhöhe gehört die Gates Foundation zu den wichtigsten Förderern internationaler Entwicklungshilfe. Das soll auch so bleiben, sagt Microsoft-Gründer Bill Gates. Den Kampf gegen Krankheiten wie HIV/Aids empfindet er als moralische Pflicht.
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Fachinformation
Der Jahresbrief von Bill und Melinda Gates ist eine Art Guckkasten in die Gemüter zwei der einflussreichsten Wohltäter weltweit. In dem Schreiben denkt das Milliardärs-Paar jedes Jahr laut über die drängendsten Fragen unserer Zeit nach. Bill Gates, der nach Gründung der Firma Microsoft zu einem der reichsten Menschen der Welt wurde, spricht im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur über Pläne der Stiftung, die #MeToo-Bewegung in der Technologie-Branche und seine Begeisterung für künstliches Fleisch.

Was hat Sie seit Jahresbeginn am meisten überrascht?

Gates: Beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Anfang Januar) lenken nationale Themen oder Fragen, die nur wohlhabende Länder beschäftigen, oft ab. Ich fragte mich, ob ich zwischen Protesten in Frankreich, der Brexit-Entscheidung und der "America First"-Haltung der USA die Botschaft über den Erfolg von Gesundheits-Fonds abliefern und neue Zusagen bekommen kann. Ich war ziemlich überrascht, dass die Menschen immer noch Interesse daran haben, wo etwas gut funktioniert und wo etwas schief läuft.

Stehen Sie angesichts von Regierungen, die künftig womöglich weniger Hilfen zahlen, stärker unter Druck?

Gates: Über die vergangenen 20 Jahre wurden für den Globalen Fonds (zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria) mehr als 100 Milliarden Dollar (89 Mrd Euro) gezahlt. Die Gates Foundation hat davon mehr als zehn Milliarden Dollar getragen. Wir halten das für eine fantastische Investition und werden sie aufrecht erhalten. Von den anderen 90 Milliarden könnten wir aber nicht mal einen Bruchteil tragen. Die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Japan haben wirklich geholfen, die Bereitstellung von Medikamenten im großen Maßstab möglich zu machen. Bis wir ein Heilmittel gegen Aids haben, besteht eine moralische Verpflichtung, das zu einer Priorität zu machen.

Welche bahnbrechenden Erfindungen, um Schäden für die Umwelt so gering wie möglich zu halten, begeistern Sie derzeit besonders?

Gates: Es gibt Fortschritte beim sogenannten künstlichen Fleisch. Das ist immer noch ein sehr, sehr kleiner Prozentsatz, aber einige der beteiligten Unternehmen bauen aus und ich erwarte, dass das Produkt sich immer weiter verbessern wird.

Die #MeToo-Bewegung hat sich auch auf die Technologie-Branche ausgeweitet, auch dort gibt es Vorwürfe von Sexismus am Arbeitsplatz. Wie haben Sie diese Branche wahrgenommen?

Gates: Ich bin seit 2008 nicht mehr in Vollzeit bei Microsoft beschäftigt. Aber mehr Geschlechtergleichheit hat viele gute Folgen. Frauen fühlen sich wohler, auch Gespräche und der Umgang miteinander ändern sich. Viel dreht sich jetzt um weibliche Vorbilder und darum, was Frauen abschreckt, aber Wandel braucht Zeit.

Was würden Sie Männern in der Tech-Industrie raten?

Gates: Ein mangelndes Bewusstsein gibt es denke ich nicht. Einige Verhaltensweisen sind tief verwurzelt und werden durch Training nicht zu ändern sein. Hilfreich sind öffentlich bekannte Beispiele von ungeheuerlichem Verhalten. Sie erinnern dich an die Wichtigkeit und den Wert davon, Frauen gut zu behandeln.


Zur Person: Bill Gates (63) wurde in Seattle geboren und brach ein Harvard-Studium ab, um sich ganz seiner Firma Microsoft zu widmen. Dem Magazin "Forbes" zufolge hat er ein Vermögen von 96,4 Milliarden Dollar (85,4 Mrd Euro) und ist nach Amazon-Gründer Jeff Bezos damit der zweitreichste Mann der Welt. Zusammen mit seiner aus Texas stammenden Frau Melinda (54) gründete er 2.000 die Bill & Melinda Gates Foundation, die unter anderem gegen Krankheiten wie HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose in armen Ländern kämpft. Das Paar wohnt im US-Staat Washington und hat drei Kinder.

Quelle: dpa


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