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Gesundheitspolitik

25. April 2019 Gesundheit durch Gastroenterologie: DGVS startet Informationskampagne

Magen, Darm, Leber, Speiseröhre, Galle und Bauchspeicheldrüse – das Fachgebiet der Gastroenterologie umfasst nicht nur ein einzelnes Organ, sondern ein komplex vernetztes Organsystem. Krankheiten der Verdauungsorgane sind Volkskrankheiten: Jedes Jahr werden in Deutschland 2,5 Millionen Patienten mit diesen Krankheiten in Kliniken behandelt – Tendenz steigend. Um auf die große Bedeutung der Verdauungsorgane für Gesundheit und Allgemeinbefinden aufmerksam zu machen, startet die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) die Initiative „Gesundheit durch Gastroenterologie“, die Patientenaufklärung mit konkreten politischen Forderungen verbindet.
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Wer unter Bauchschmerzen oder Durchfällen leidet, findet in der Regel schnell den Weg zum Gastroenterologen. Aber auch Beschwerden, die der Laie nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Verdauungssystem bringt, können auf ein gastroenterologisches Problem hindeuten. Rückenschmerzen etwa können Hinweis auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sein, hinter ständiger Müdigkeit kann sich eine Lebererkrankung verbergen. Auch der Zustand der Darmflora macht sich nicht nur bei der Verdauung bemerkbar: Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Millionen Mikroorganismen in unserem Darm eine Rolle bei der Entstehung verschiedenster Erkrankungen – von Herz-Kreislauf-Leiden über psychischen Störungen bis hin zur Adipositas – spielen.
 
„Mit unserer Informationskampagne ‚Gesundheit durch Gastroenterologie‘ möchten wir das Bewusstsein schärfen, welch zentrale Rolle die Verdauungsorgane für unsere Gesundheit spielen“, sagt Professor Dr. med. Frank Lammert, Präsident der DGVS und Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum des Saarlandes.
 
Zentraler Apell der DGVS: Die Schaffung eines organübergreifenden Forschungsverbundes Gastroenterologie, in dem Erkrankungen der Verdauungsorgane und ihr Einfluss auf andere Krankheitsprozesse im Körper grundlegend erforscht werden. „Um die genauen Einflüsse von Umweltfaktoren und Genen auf das Verdauungssystem und andere Organe besser verstehen zu können, bedarf es intensiver Forschungsaktivitäten – vor allem mehr Wissen um molekulare Entstehungsprozesse ist notwendig. Nur auf dieser Basis lassen sich neue Präventionskonzepte entwickeln, die helfen, schwerwiegende Folgeerkrankungen zu vermeiden“, so Professor Dr. med. Christian Trautwein, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen. „Unser Ziel ist, dass kein Patient mehr an malignen Erkrankungen der Verdauungsorgane sterben muss. Mit der Darmkrebsvorsorge hat die Gastroenterologie gezeigt, dass es prinzipiell möglich ist, Krebs zu verhindern.“  
 
Weil Alkohol an der Entstehung von mehr als 200 Krankheiten beteiligt ist und ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Leber- oder Darmkrebs ist, fordert die DGVS zudem, die Aufklärung über die Risiken des Alkohols zu intensivieren und ein Werbeverbot für alkoholische Getränke einzuführen.
 
Zur Prävention schwerwiegender Lebererkrankungen fordert die DGVS, die Bestimmung der Leberwerte in den Gesundheitscheck aufzunehmen, den die gesetzlichen Krankenkassen ihren Mitgliedern ab 35 Jahren alle drei Jahre anbieten. Insbesondere für Risikogruppen, etwa Menschen mit starkem Übergewicht, ist dies wichtig. Denn über Blutwerte und Ultraschalluntersuchungen lassen sich viele Erkrankungen der Leber frühzeitig erkennen und besser behandeln.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)


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