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Gesundheitspolitik

02. Oktober 2018 DGVS: Gesundheitsgefährdenden Konsum von Alkohol eindämmen

Der Konsum von Alkohol hat 2016 weltweit zu rund drei Millionen Todesfällen geführt. Dabei gehören gastroenterologische Erkrankungen zu den häufigsten durch Alkohol bedingten Todesursachen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Report der Weltgesundheitsorganisation. In ihrem Aufruf an die Politik „Gesundheit durch Gastroenterologie“ fordert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) eine bessere Aufklärung über die Gefahren des Alkohols und mehr Regularien für die alkoholproduzierende Industrie, auf diese Risiken hinzuweisen.
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Fachinformation
Der Konsum von alkoholischen Getränken ist gesellschaftlich breit akzeptiert. „Die Problematisierung von Alkohol konzentriert sich noch immer überwiegend auf die Abhängigkeit – aber Alkohol ist nicht nur ein Suchtmittel, sondern auch ein Körpergift, das bereits in moderaten Mengen den Organismus schädigt“, sagt Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen und Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
 
2016 hat der Konsum von Alkohol weltweit zu drei Millionen Todesfällen geführt, so der aktuelle WHO-Bericht „Global status report on alcohol and health 2018“. Die häufigsten alkoholbedingten Todesursachen sind bei den Männern Unfälle und Gewaltverletzungen, bei den Frauen Herz-Kreislauferkrankungen. Bei beiden Geschlechtern liegen gastroenterologische Erkrankungen an zweiter Stelle der durch Alkohol bedingten Todesfälle, so die WHO.
 
Alkohol ist Treiber für Krankheiten des gesamten Organismus und an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt. Innerhalb des Bauchraums und Verdauungstrakts werden vor allem Leber, Pankreas und Darm geschädigt. Eine Auswertung von 14 prospektiven Kohortenstudien zeigte, dass bereits der Konsum von 100 Gramm Alkohol pro Woche mit einem 15-prozentigen Anstieg des Darmkrebsrisikos einhergeht. Die Metaanalyse zeigte zudem, dass die Gruppe der stärksten Konsumenten im Vergleich zu den Probanden mit dem geringsten Alkoholkonsum ein um rund 50% erhöhtes Darmkrebsrisiko aufweisen.
 
„De facto schadet Alkohol dem Körper ab dem ersten Tropfen – so etwas wie risikofreien oder gar gesundheitsfördernden Konsum von Alkohol gibt es nicht“, betont Trautwein. Eine im August veröffentlichte Publikation im renommierten Fachblatt LANCET kommt zu dem Ergebnis: Das für die Gesundheit sicherste Level von Alkoholkonsum beträgt Null.
 
In ihrem aktuellen Aufruf „Gesundheit durch Gastroenterologie“ fordert die DGVS unter anderem eine bessere Aufklärung über die Gesundheitsrisiken von Alkohol und mehr Regularien für die alkoholproduzierende Industrie, auf diese Risiken hinzuweisen. Das Positionspapier der Fachgesellschaft legt dar, welche Initiativen in Forschung, Prävention und Behandlung notwendig sind, um die Volkskrankheiten der Verdauungsorgane in Zukunft angemessen zu versorgen und Neuerkrankungen vermeiden zu können.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V.

Literatur:

Global status report on alcohol and health 2018. Geneva: World Health Organization; 2018.
Alcohol use and burden for 195 countries and territories 1990–2016: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2016; Lancet 2018; 392: 1015–35.
Moskal A et al, Alcohol intake and colorectal cancer risk: a dose-response meta-analysis of published cohort studies. Int J Cancer. 2007 Feb 1;120(3):664-71.


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