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Gesundheitspolitik

19. Januar 2017 Professur für Gesundheitstechnologien: Forschen zu nutzerorientierten Gesundheitstechnologien

Die Digitalisierung verändert nahezu alle Lebensbereiche. Sie hat auch großes Potential Prävention, Therapie und Pflege positiv zu unterstützen. Davon ist Dr. Wolfgang Deiters überzeugt, der am 1. Januar 2017 eine Professur für Gesundheitstechnologien im Department für Community Health an der Hochschule für Gesundheit (hsg) übernommen hat.
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Fachinformation
Der demographische Wandel bringt eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich, sei es die quartiersnahe Versorgung von Menschen, die auch im zunehmenden Alter im gewohnten Umfeld leben möchten, sei es die Aufrechterhaltung von Versorgungsstrukturen in Regionen, in denen die Bevölkerung abnimmt, sei es die Versorgung spezifischer Communities in einer sich immer weiter verändernden Gesellschaft. Die Liste dieser Themen lässt sich noch um ein Vielfaches erweitern.

„Technische Assistenzsysteme können Sicherheit und Betreuung in ein Wohnumfeld bringen. Telemedizin beziehungsweise mhealth, also Mobile Health im Sinne von mobiler Gesundheit, kann helfen, räumliche Distanzen in medizinischen Betreuungsprozessen zu überbrücken oder Patienten engmaschiger zu betreuen und so medizinische Versorgung und Pflege qualitativ hochwertiger zu gestalten. Moderne Apps auf dem Smartphone können Zugang zu Gesundheitsdiensten bieten, sie können Sprachbarrieren abbauen oder auch Health Communities, wie zum Beispiel Patientengruppen mit gleichen Krankheitsbildern, zusammen bringen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Deiters, der Anfang Januar 2017 eine Professur für Gesundheitstechnologien im Department für Community Health an der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum übernommen hat.  

Das Potential solcher Anwendungen kennt Wolfgang Deiters genau, weiß aber auch von den Schwierigkeiten, solche Lösungen erfolgreich in die Praxis zu bringen: Oftmals wird von den Entwicklern zu technikzentriert und an den Bedarfen vorbei gedacht. Manchmal besteht bei den Anwendern aber auch eine Voreingenommenheit, Technologien in stark zwischenmenschlich geprägte Betreuungs- und Pflegeprozesse einzubeziehen. „Erfolgreiche Innovation wird damit auch zu einem Kommunikationsprozess“, so Deiters. Dieses Wissen bringt der Technologieexperte aus seinen vorherigen Tätigkeiten in die Arbeiten an der hsg mit ein. Durch seine langjährigen Erfahrungen in der angewandten Forschung in der Fraunhofer Gesellschaft kennt er den Stand der technologischen Entwicklungen, hat aber auch hinreichend Innovationsbarrieren, die einer erfolgreichen Umsetzung neuer Lösungen in die Praxis im Wege stehen, kennen gelernt.

Wolfgang Deiters studierte Informatik an der Universität Dortmund und promovierte zum Thema Management von Geschäftsprozessen an der Technischen Universität Berlin. Im Anschluss daran wechselte er an das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) und war dort in verschiedenen Funktionen beschäftigt, unter anderem entwickelte und leitete er in den letzten zehn Jahren die Arbeiten des Institutes im Geschäftsfeld eHealthcare. Wissenschaftlich beschäftigt sich Deiters mit den Themen Prozess- und Workflow-Management sowie mit der Informationslogistik, dabei mit besonderem Fokus auf den Geschäftsfeldern Ambient Assistend Living, also um altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben, und eHealthcare, in dem es um informationstechnische Lösungen für die mobile Gesundheitsversorgung geht.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Digitalisierungsstrategien im Gesundheitswesen, nutzerorientierte digitale Gesundheitsdienste für Prävention, Therapie und Pflege, sozio-technische Systeme für ein gesundes und langes Leben sowie Hospital Engineering (Krankenhauslogistik).

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Wolfgang Deiters einen ausgewiesenen Experten mit etablierten Kontakten in die Forschung und Praxis gewinnen konnten. So kann er unmittelbar aktuelle Erkenntnisse nutzerorientierter Gesundheitstechnologien in unsere Studiengänge und Forschung einbringen“, betonte Prof. Dr. Heike Köckler, Dekanin des Departments of Community Health der hsg.

„Am Wechsel zur hsg hat mich der Perspektivenwechsel in der Gestaltung von Gesundheitstechnologien gereizt“, sagte Wolfgang Deiters. „Mit ihrer Ausrichtung ist die hsg eine exzellente Forschungsumgebung, um echte Anwendungsbedarfe für technologische Lösungen zu erarbeiten und diese evaluieren zu können beziehungsweise um neue, Technik gestützte Versorgungsstrukturen zu entwickeln. Die hsg ist damit DER Ort sowohl für eine nutzerorientierte Forschung als auch um innovative Konzepte über die Lehre in die Praxis zu transportieren. Hinzu kommt der Standort Bochum mitten im Ruhrgebiet. Hier findet sich die dichteste Landschaft an Gesundheitseinrichtungen, Forschungsstandorten und auch Unternehmen in der Bundesrepublik, was ein quasi unerschöpfliches Netzwerk an Kooperationspartnern darstellt.“  

Wolfgang Deiters ist verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt mit seiner Familie im Ruhrgebiet.

Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Deiters, Tel.: +049(0)234 77727- 704, E-Mail: wolfgang.deiters(at)hs-gesundheit.de

Quelle: Hochschule für Gesundheit


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