Sonntag, 19. Mai 2019
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik

14. März 2019 BVMed zu MDS/MDK-Gutachten: "MedTech-Industrie stärker einbinden"

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hält es für erforderlich, dass die Medizinprodukte-Industrie bei der Begutachtung von stationären Leistungen mit Medizinprodukten durch die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDS/MDK) stärker eingebunden wird. Zur Bildung einer adäquaten Informationsgrundlage müsse es einen strukturierten Dialog zwischen dem Medizinischen Dienst, den Anwendern und den Herstellern geben, so der DRG-Fachbereich des BVMed in einem Positionspapier.
Anzeige:
Fachinformation
Neben der erforderlichen Anpassung der Prozesse fordern die Industrieexperten mehr Transparenz der Verfahren und eine bessere Qualifizierung der Gutachter des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) und des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). "Durch mehr Transparenz und Abbau der Bürokratie bei den sozialmedizinischen Prüfungsverfahren für Prozeduren mit Medizintechnologien im stationären Sektor können die Beteiligten entlastet und die Patientenversorgung verbessert werden", so BVMed-Fachbereichssprecher Günther Gyarmathy.

Hintergrund der BVMed-Initiative ist die im Koalitionsvertrag formulierte Absicht, die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung zu stärken, deren Unabhängigkeit zu gewährleisten und für bundesweit einheitliche und verbindliche Regelungen bei ihrer Aufgabenwahrnehmung Sorge zu tragen. Der BVMed teilt dabei die Kritik der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) am derzeitigen Verfahren im Prüfprozess des stationären Sektors und setzt sich für weniger Bürokratie und mehr Transparenz ein.

Die Begutachtung durch Ärzte des MDS und des MDK sei ein entscheidender Bestandteil der Anspruchs- und Sachleistungsprüfung und soll nach Ansicht des BVMed Bestandteil der Verwaltungsprozesse der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben. Dringend erforderlich sei allerdings eine Stärkung der Kompetenz von MDS und MDK. Denn die Erfahrungen mit den stationären Prüfverfahren hätten gezeigt, dass die notwendige Informationsgrundlage zur Begutachtung von Einzelfällen fachlich oftmals unzureichend und unvollständig sei, die notwendigen spezifischen Sachkenntnisse nicht flächendeckend zur Verfügung stünden und keine Verfahrenstransparenz gewährleistet werde, so die BVMed-Experten. Dies könne zu ungerechtfertigten Leistungseinschränkungen bis hin zur vollständigen Leistungsverweigerung für medizinisch notwendige Behandlungsmethoden im Krankenhaus führen.

Die derzeitige Begutachtungspraxis und -qualität sowie die Systemeffizienz sollten nach Ansicht der BVMed-Experten durch folgende Änderungen an den bestehenden MDS/MDK-Strukturen verbessert werden:
 
  • Schaffung der Möglichkeit zur Stellungnahme als Beteiligte im Verfahren zur Erstellung von allen Begutachtungsrichtlinien und Grundsatzgutachten durch die betroffenen Medizinprodukteunternehmen und den BVMed.
  • Schaffung einer gesetzlichen Fortbildungsverpflichtung für gutachterlich beschäftigte Ärzte beim MDK zur Absicherung der Gutachtenqualität.
  • Regionsübergreifender bundesweiter Einsatz fachärztlicher Ressourcen zur Gewährleistung einer inhaltlich fallspezifischen Begutachtungsqualität und zur Vermeidung regionaler Ungleichheiten in der Patientenversorgung (Wechsel von regionalem zu disziplinärem Bezug).
  • Verankerung der Prüfung vor Ort als Grundlage für einen verpflichtend qualifizierten Falldialog im Rahmen der Prüfungen gem. §275 Abs. 1 Nr. 1 SGB V bei Leistungen nach §39 SGB V.
  • Zu erstellende Gutachten des MDK aus Prüfungen gem. §275 Abs. 1c SGB V sollen einvernehmlicher Bestandteil des verpflichtenden Falldialogs werden. Das Einvernehmen ist vor Gutachtenüberstellung an die beauftragende Krankenkasse herzustellen.

Mit den Vorschlägen will der BVMed-Fachbereich die Patientenversorgung im stationären Sektor verbessern, aber auch die Arbeitsbelastung der Krankenhäuser, Krankenkassen, Medizinischen Dienste und Sozialgerichte reduzieren.

Quelle: BVMed - Bundesverband Medizintechnologie


Das könnte Sie auch interessieren

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage
© Oleg / fotolia.com

Wer darüber nachdenkt, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte sich von einer möglichen Gewichtszunahme nicht abhalten lassen. Denn obwohl auch Übergewicht mit Gesundheitsrisiken verbunden ist, überwiegt der gesundheitliche Nutzen durch einen Nikotinverzicht noch immer deutlich. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen US-Studie, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) nimmt den Forschungsbericht zum Anlass, einmal mehr auf die...

Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Jetzt gegen Grippe impfen lassen
© Eisenhans / Fotolia.com

Die vergangene Grippesaison 2016/2017 sorgte in Deutschland für rund sechs Millionen Infektionen. Wer sich diesen Winter vor einer Grippe schützen möchte, sollte sich jetzt impfen lassen. „Der Körper benötigt nach der Grippeimpfung rund zwei Wochen, bis ein ausreichender Virenschutz aufgebaut ist. Wer sich rechtzeitig auf das größte Ansteckungsrisiko vorbereiten will, sollte also jetzt zum Arzt gehen“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Insbesondere ältere Menschen mit Risiko für einen schweren...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"BVMed zu MDS/MDK-Gutachten: "MedTech-Industrie stärker einbinden""

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.