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Gesundheitspolitik

20. Juli 2018 HIV-Vorbeugung auf Kassenkosten gefordert

Krankenversicherte mit erhöhtem HIV-Risiko sollen sich nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) künftig auf Kassenkosten per Medikament vor einer Ansteckung schützen können. Erstattet werden soll die Präexpositionsprophylaxe (PrEP), die laut Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft für Situationen entwickelt wurde, in denen keine klassische Vorbeugung mittels Kondomen oder Enthaltsamkeit möglich sei. Spahn sagte dem "Deutschen Ärzteblatt" am Freitag, er wolle dafür sorgen, dass Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko einen gesetzlichen Anspruch auf ärztliche Beratung, Untersuchung und Arzneimittel zur PrEP erhalten.
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Die Krankenkassen entgegneten, zur Senkung des Infektionsrisikos seien insbesondere Kondome verfügbar, die der Eigenverantwortung für gesundheitsbewusste Lebensführung zuzurechnen seien, wie Verbandssprecher Florian Lanz dem "Ärzteblatt" sagte. Spahn betonte, er wolle auch Aufklärung und Information zu HIV stärken. "Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass die HIV-Infektionszahlen durch PrEP deutlich gesenkt werden können", unterstrich er zugleich.

Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe sprach von einem "Meilenstein". Spahns Schritt werde viele Infektionen verhindern. Hilde Mattheis, SPD-Berichterstatterin für sexuelle Vielfalt im Gesundheitsausschuss, begrüßte Spahns Ankündigung: "Ich bin froh, dass die Union hier ihre ideologischen Scheuklappen abnimmt und pragmatisch im Sinne der Versicherten Politik machen will."

Laut Arzneimittelkommission der Ärzte ist die PrEP sinnvoll insbesondere im Bereich der MSM ("Männer, die Sex mit Männern haben") mit häufig wechselnden Partnern sowie in Umfeldern, in denen der Schutz durch Kondome für Frauen nicht ohne Weiteres möglich sei.

Quelle: dpa


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