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Gesundheitspolitik

02. Mai 2012 Hartmannbund: „Politischer Zwang wird scheitern – wer mehr Hausärzte will, muss Strukturprobleme lösen“

Im Vorfeld der Bundesratssitzung am 11. Mai hat der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, Kristian Otte, die Länder vor einer Fortsetzung ihrer Blockade der vom Bundesgesundheitsministerium geplanten Reform der Approbationsordnung für Ärzte gewarnt. „Damit verhindert die Länderkammer das von uns seit langem eindringlich geforderte Ende des Hammerexamens und die Einführung einer bundesweiten PJ-Mobilität“.
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Otte kritisierte, dass einige Ländervertreter vor allem durch ihr Festhalten an einem Pflichtabschnitt Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr (PJ) mutwillig die von den Studierenden sehnsüchtig erwarteten Änderungen aufs Spiel setzten. „Nach unserem Kenntnisstand wird der Bundesrat am 11. Mai über eine solche Regelung befinden, eine Zustimmung wäre ein Skandal“, sagte Otte. „Wir lehnen jegliche Verpflichtung über die bisherigen Pflichtabschnitte hinaus ab, egal ob in einem PJ-Tertial, -Quartal oder im Rahmen von Quotenregelungen. Und wir wissen dabei auch die überwiegende Mehrheit der ärztlichen Verbände hinter uns.“
 
Die Medizinstudierenden im Hartmannbund sind sich einig, dass für jeden Studierenden eine grundlegende Ausbildung in den Bereichen der Inneren Medizin und Chirurgie wichtig für jedwede spätere Berufsausübung ist. Aber, so Otte: „Jeder, der zusätzlich ein weiteres Gebiet mit unmittelbarer Patientenversorgung wählt, hat die Bandbreite der Allgemeinmedizin bereits zum größten Teil abgedeckt.“ Das Medizinstudium diene der umfassenden medizinischen Ausbildung und dürfe nicht zum Instrument einer Staatsmedizin degradiert werden, die alleine zum Ziel habe, den selbst verschuldeten Ärztemangel zu beheben. „Der geplante Zwang zur Allgemeinmedizin mutet geradezu planwirtschaftlich an. Wer Hausärzte haben will, dem wird nichts anderes übrig bleiben, als endlich die hausärztliche Tätigkeit attraktiver zu gestalten“, so Otte.
 
Beängstigend nannte der Hartmannbund-Studentenvorsitzende auch die Pläne zur Deckelung der PJ-Aufwandsentschädigung auf Bafög-Niveau und für eine Schutzklausel bei der PJ-Mobilität. „Hier führen die Länder einen aussichtlosen Kampf gegen eine nicht aufzuhaltende Entwicklung: Solange die Universitäten entscheiden dürfen, mit welchen Lehrkrankenhäusern sie zusammenarbeiten möchten, ist eine bundesweite PJ-Mobilität nichts als Makulatur“, entrüstet sich Otte.

Quelle: Pressemitteilung des Hartmannbunds


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