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Gesundheitspolitik

17. Mai 2019 Implantateregister: Nur jede vierte Klinik in Bayern macht freiwillig mit

An diesem Freitag beschäftigt sich der Bundesrat mit dem Gesetzesentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium, um ein verpflichtendes Register für eingesetzte Implantate einzurichten. Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern, begrüßt es sehr, dass sich die Bundesländer so zügig mit dem Thema befassen. "Das verpflichtende Register, das wir schon seit Jahren fordern, erhöht die Patientensicherheit und verbessert die Qualität der Gesundheitsversorgung", sagt Bredl.
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Nur 54 von rund 190 Kliniken in Bayern machen beim Endoprothesenregister mit

In Bayern liefern bisher nur 54 der rund 190 chirurgischen Kliniken, die zum Beispiel Hüft- und Knieimplantate einsetzen, regelmäßig Daten an das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). "Es ist enttäuschend, wenn sich bisher nur jede vierte bayerische Klinik freiwillig am EPRD beteiligt, das es bereits seit acht Jahren gibt", so der bayerische TK-Chef. "An der gesetzlichen Verpflichtung führt kein Weg mehr vorbei." Um Produktmängel oder Serienfehler frühzeitig zu erkennen, braucht das EPRD aussagekräftige Daten von möglichst allen Krankenhäusern.

Hohe Anzahl an Revisionseingriffen reduzieren

Die Kliniken in Bayern haben 2017 rund 40.000 Hüft-Endoprothesen und über 31.000 Knie-Endoprothesen eingesetzt. Im gleichen Jahr erfolgten mehr als 4.600 Eingriffe zum Austausch von Hüftgelenken, beispielsweise wegen Produktmängeln, gelockerter Teile, Implantatbrüchen, -fehllagen oder -instabilitäten. Bei den Kniegelenken waren es etwa 3.200 Wechseloperationen.

"Diese hohe Zahl der Revisionseingriffe zeigt, wie wichtig das verpflichtende Register ist, um beispielsweise Serienfehler und regelmäßige Qualitätsprobleme schnell zu erkennen", so der bayerische TK-Leiter Bredl. "Die operierenden Kliniken können damit Defizite rasch beheben und die Behandlungsqualität deutlich erhöhen. Das kann vielen Patienten belastende Eingriffe ersparen."

Zulassungskriterien für Medizinprodukte verschärfen

Hardy Müller, der vor kurzem von der TK zum ersten Beauftragten für Patientensicherheit einer Krankenkasse bestellt wurde, setzt sich gleichzeitig dafür ein, die Zulassungskriterien für Medizinprodukte wie Endoprothesen zu verschärfen. "Bislang sind sie so locker, dass für die Patienten ein zu hohes Risikopotenzial besteht", kritisiert der Gesundheitswissenschaftler und Generalsekretär des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS).

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Bayern


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