Freitag, 29. Mai 2020
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik

12. September 2019 DGVS begrüßt Initiative zur verbesserten Krebsprävention

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) begrüßt die jüngste Initiative des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe, gemeinsam das Potenzial der Krebsprävention besser auszuschöpfen. Aus Sicht der DGVS ist es wichtig, insbesondere die individualisierte Prävention voranzutreiben, um die Gesundheitsvorsorge zu erleichtern, in dem sie sich mehr am wissenschaftlich begründeten, individuellen Risiko des Patienten orientiert. Viele Krebserkrankungen entwickeln sich als Folge chronischer Entzündungs- und Krankheitsprozesse. Hierbei spielen Fehlfunktionen der Verdauungsorgane eine zentrale Rolle. Die DGVS fordert, diese Zusammenhänge besser zu erforschen, um wirksame Prävention möglich zu machen.  
Anzeige:
Das DKFZ und die Deutsche Krebshilfe planen ein Nationales Krebspräventionszentrum, in dem die Präventionsforschung des DKFZ gebündelt wird, sowie eine Präventionsambulanz und ein Informationszentrum entstehen sollen. Des Weiteren ist geplant, zielgruppengerechte Präventionsprogramme für den bundesweiten Einsatz zu entwickeln.
 
„Prävention ist entscheidend, wenn es darum geht, Krankheiten zu vermeiden oder ihren Verlauf aufzuhalten – deshalb ist die Initiative von DKFZ und Deutscher Krebshilfe, Präventionsforschung auszubauen und Prävention mehr zu fördern, grundsätzlich ein richtiger Schritt“, sagt Professor Dr. med. Christian Trautwein, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen. „In der Gastroenterologie kommt mit der Darmkrebsfrüherkennung eine der effektivsten Präventionsmaßnahmen zum Einsatz, die zeigt, dass es prinzipiell möglich ist, Krebs zu verhindern, bevor er entsteht.“  
 
Die Verdauungsorgane haben eine Steuerungsfunktion für den gesamten Organismus. Insofern sind Krankheiten der Verdauungsorgane Motor für viele Zivilisations- und Krebserkrankungen: Studien weisen darauf hin, dass vor allem Fehlfunktionen des Darms und Störungen des Darm-Mikrobioms bei der Entstehung chronischer Erkrankungen der Verdauungsorgane sowie sich daraus entwickelnder Krebsarten, aber auch bei Diabetes Mellitus, Morbus Parkinson oder der Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen. „Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch wenig bekannt – diese Zusammenhänge zwischen Fehlfunktionen der Verdauungsorgane und Entstehung von Volkskrankheiten besser zu erforschen, ist essentiell, um wirksame Präventionsstrategien entwickeln zu können“, so Trautwein.
 
Hinzu kommt: Die Anfälligkeit für verschiedene Krankheiten ist individuell sehr unterschiedlich. Um Prävention zukünftig wirksamer zu gestalten, ist es deshalb zentral, das Risiko des Einzelnen genauer zu beziffern und individualisierte Risikoprofile auf Basis molekularer Erkenntnisse zu erstellen. Das würde auch helfen, die Motivation des einzelnen Patienten für eine Präventionsmaßnahme zu erhöhen. „Die Zukunft der Prävention gehört personalisierten Vorsorgekonzepten, nicht guten Ratschlägen nach dem Gießkannenprinzip“, sagt Frank Lammert, Präsident der DGVS und Direktor der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums des Saarlandes. „Daher sollte in der Forschung die individualisierte Prävention in besonderer Weise vorangetrieben werden. Voraussetzung dafür sind bundesweit vernetzte Forschungsaktivitäten.“
 
Da die Verdauungsorgane ein Motor für die Entstehung vieler, auch bösartiger, Erkrankungen im gesamten Körper sind, sollte die Gastroenterologie in die nun geplanten Forschungsaktivitäten eingebunden werden. „So lassen sich ganzheitliche Präventionskonzepte entwickeln, die nachhaltig wirksam sind – im Kampf gegen Krebs und andere Volkskrankheiten“, so Lammert.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

Literatur:

https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/dkfz-pm-19-39-Nationale-Krebspraeventionswoche-startet-auf-Initiative-von-Deutscher-Krebshilfe-und-Deutschem-Krebsforschungszentrum.php


Das könnte Sie auch interessieren

Fasten 2019: Immer mehr Menschen halten es für sinnvoll

Fasten 2019: Immer mehr Menschen halten es für sinnvoll
© beats_ / fotolia.com

Fasten liegt im Trend: Immer mehr Deutsche halten es für gesundheitlich sinnvoll. Die Zahl der Fasten-Befürworter stieg in den vergangenen Jahren stetig an. Lag sie vor acht Jahren noch bei 53 Prozent, sind es nun 63 Prozent – ein Plus von fast 20 Prozent. Vor allem unter jungen Menschen ist der bewusste Verzicht weit verbreitet. Dabei möchten immer mehr Fasten-Fans auf Alkohol verzichten: Die geplante Abstinenz liegt mit 73 Prozent so hoch wie nie zuvor. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Auch auf...

Depression – verstecken ist kein Ausweg

Depression – verstecken ist kein Ausweg
© www.deinwegraus.de

Unter dem Titel „Depression – verstecken ist kein Ausweg“ macht das Freiburger Bündnis gegen Depression mit einer Kampagne auf sein Anliegen aufmerksam. Prof. Berger, Vorsitzender des Freiburger Bündnisses e.V. gegen Depression betont, dass depressive Störungen, obwohl sie zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland gehören, hinsichtlich ihrer Bedeutung noch immer stark unterschätzt werden. Dabei hat gerade erst eine weltweit durchgeführte Studie der WHO („Global burden of disease“) gezeigt: Depressionen sind eine der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"DGVS begrüßt Initiative zur verbesserten Krebsprävention"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Söder wird bedroht – Wie bereits Christian Drosten und Karl Lauterbach vor ihm, hat nun auch Markus Söder eine postalische Drohung erhalten: Ein Umschlag mit einem Reagenzglas „voll“ SARS-CoV-2 und der Aufforderung dies zu trinken, um immun zu werden (dpa, 29.05.2020).
  • Söder wird bedroht – Wie bereits Christian Drosten und Karl Lauterbach vor ihm, hat nun auch Markus Söder eine postalische Drohung erhalten: Ein Umschlag mit einem Reagenzglas „voll“ SARS-CoV-2 und der Aufforderung dies zu trinken, um immun zu werden (dpa, 29.05.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden