Dienstag, 11. August 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik

28. Februar 2020 DKG zu steigenden Corona-Infektionszahlen

„Das Corona-Virus und seine Auswirkungen auf die Versorgung stellen für die deutschen Krankenhäuser eine große Herausforderung dar. Die Kliniken sind aber bestmöglich aufgestellt und bereiten sich intensiv auf steigende Infektions- und Patientenzahlen vor“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Georg Baum.
Anzeige:
Basistext
Die Isolierung von Corona-Patienten bzw. Verdachtsfällen dient derzeit der Eindämmung der Ausbreitung des Virus, nicht der Behandlung der Kranken. Ein Isolierzimmer kann fast jedes Krankenzimmer mit eigener Nasszelle sein. Wichtig ist, dass sich eine eventuell vorhandene geschlossene Lüftung deaktivieren lässt. Zudem können Zimmer nachträglich mit Schleusen ausgestattet werden. In so einem Fall wird zum Beispiel der Eingangsbereich eines Krankenzimmers mit Folien abgetrennt. Auf diese Weise kann die Zahl der Isolier- und Schleusenzimmer schnell erhöht werden. Im Vordergrund stehen aber die Einhaltung der Hygienevorschriften („Kittelpflege“, Desinfektion mit viruszerstörenden Mitteln), die Behandlung von Nebenerkrankungen und die Eindämmung weiterer Infektionen, zum Beispiel durch die Verringerung der Kontakte auf ein Minimum.

Bei der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Verdacht auf das Corona-Virus sind die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) für die Klinik maßgeblich. Alle Krankenhäuser sind aufgefordert, die aktuellen Informationen aus dem RKI und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  regelmäßig abzurufen und für Mitarbeiter und Patienten bereitzustellen. Im Falle einer Pandemie verfügen die Kliniken über klare Pläne. Die praktische Umsetzung solcher Pläne wird regelmäßig trainiert.

Wesentliche Maßnahmen sind:
 
  • Information und Schulung der Mitarbeiter
  • Prüfung von Beständen und Bevorratung mit persönlicher Schutzausrüstung, Arzneimitteln und viruszerstörenden Desinfektionsmitteln
  • Information von Patienten und Besuchern
  • Abtrennung von Isolationsbereichen
  • Mögliche Zugangskontrollen einrichten

Hinsichtlich der Testung ist es wichtig, dass nicht nur nach ganz engen Vorgaben der Pandemiepläne des RKI vorgegangen wird. Tests, die nach ärztlichem Ermessen notwendig sind, auch wenn die Patienten keine Exposition hatten, sollen von den Kassen erstattet werden. Diese Erwartungshaltung haben die Krankenhäuser an die Kostenträger.

Auch wenn die Kliniken gut aufgestellt sind, fordern sie hohe Infektionszahlen dennoch heraus. Die Grippe-Epidemie von 2017/18 hat aber gezeigt, dass die Krankenhäuser mit solchen Herausforderungen umgehen können. In diesen Extremfällen werden alle Kräfte gebündelt, um die Versorgung der Erkrankten zu sichern. Elektive Leistungen müssen dann selbstverständlich zurückgestellt werden.

In der jetzigen Situation wird deutlich, wie wichtig es ist, flächendeckend Krankenhäuser und Kapazitäten zur Versorgung zu haben. Mehr als 1.400 internistische Abteilungen und über 1.200 Intensivstationen stehen mit ca. 28.000 Intensivbetten bereit, um Patienten zu versorgen. „Menschen, die Sorge haben, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, sollten keinesfalls direkt in die Notaufnahmen oder zu ihrem Hausarzt gehen. Die lokalen Gesundheitsämter haben zu diesem Zweck spezielle Telefonnummern eingerichtet, unter denen möglicherweise Infizierte weitere Anweisungen und Beratung erhalten. Üblicherweise wird im begründeten Verdachtsfall ein Abstrich bei den potentiell Infizierten zuhause vorgenommen und sofort in einem Labor überprüft. Hilfe gibt auch die Nummer des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117. Im begründeten Verdachtsfall sollten Betroffene bis zur Abklärung vor allem Kontakte zu anderen Menschen vermeiden“, so Baum.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern
© Alexander Raths / Fotolia.com

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem...

Kassen-Experten: Demenzkranke öfter ohne Medikamente pflegen

Kassen-Experten: Demenzkranke öfter ohne Medikamente pflegen
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Bei der Pflege demenzkranker Menschen sollten aus Sicht von Experten der Krankenkassen Alternativen zu Medikamenten eine größere Rolle spielen. Es gebe eine Vielzahl anderer Verfahren wie Training von Alltagstätigkeiten, Übungen zum Gestalten von Beziehungen oder körperliche Aktivierung, teilte der Medizinische Dienst der gesetzlichen Kassen in Berlin mit. Dabei müsse man sich im Klaren sein, dass dies personal- und zeitintensiv sei und Folgen für die Personalbemessung und die Besetzung habe.

Schuppenflechte in Gelenken: Neue Therapien bei Psoriasis-Arthritis

Schuppenflechte in Gelenken: Neue Therapien bei Psoriasis-Arthritis
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Mit Rheuma werden gemeinhin Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen bezeichnet, oft einhergehend mit einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit. Etwa 200 bis 400 einzelne Erkrankungen werden mittlerweile unter Rheuma verzeichnet, die sich im Beschwerdebild, dem Verlauf und der Prognose sehr unterscheiden. Entgegen weit verbreiteter Meinung ist es keine Erkrankung nur älterer Menschen, betont Prof. Christoph Baerwald, 1. Sprecher des Rheumazentrums am Universitätsklinikum Leipzig anlässlich des...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"DKG zu steigenden Corona-Infektionszahlen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden