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Gesundheitspolitik

03. März 2020 Life-Science-Research- und Diagnostika-Industrie im Kampf gegen das Coronavirus

„Die Life-Science-Research- und die Diagnostika-Industrie stehen bereit, den weiteren Ausbruch des Coronavirus zu bekämpfen.“ Dies erklärt Ulrich Schmid, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH) angesichts der aktuellen Situation. Nach den Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind derzeit fast 90.000 Menschen weltweit mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert, das für mehr als 2.900 Todesfälle verantwortlich ist. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers ist wahrscheinlich.
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Die Verfügbarkeit präziser, schneller und leicht handhabbarer Labortests ist Voraussetzung, um Infektionsfälle zu identifizieren, medizinische Maßnahmen einzuleiten und die weitere Verbreitung einzudämmen. Mit Hochdruck entwickelt die Diagnostika-Industrie entsprechende Tests. Inzwischen stellen rund zehn Unternehmen Tests auf das Coronavirus her. Diese werden dem Gesundheitssystem über den normalen Weg des Inverkehrbringens (CE-Kennzeichnung), über eine nationale Sonderzulassung beim Bundesamt für Medizinprodukte und Arzneimittelsicherheit (BfArM) oder als Forschungsreagenzien zur Verfügung gestellt.

Eine ausreichend große Zahl ärztlicher Labore kann in Deutschland das Virus detektieren. Bei Vorliegen einer entsprechenden Indikation erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Durchführung eines Labortests auf das Coronavirus. „Unsere Industrie ist darauf vorbereitet, Produktionskapazitäten hochzufahren, sollte dies durch einen deutlichen Anstieg der Testungen notwendig werden“, sagt Schmid. Die Unternehmen liefern Detektionsverfahren und Testkits in die betroffenen Gebiete aus – weltweit.

Technologien der Life-Science-Research-Industrie (LSR) haben Forschern die schnelle Charakterisierung und Einordnung des Coronavirus ermöglicht. Eine zentrale Rolle spielt hier das von LSR-Unternehmen entwickelte Next Generation Sequencing (NGS). Die Testkits der Diagnostika-Industrie enthalten u. a. sogenannte „Primer“, künstliche, passgenaue Bausteine zum Erbgut des Coronavirus, die anhand der ursprünglichen Virusgenom-Sequenzierung abgeleitet wurden und die Diagnose von SARS-CoV-2 ermöglichen. Anhand von Speichel- oder Hustensekret der Patienten erfolgt die Testung auf den Erreger mit Hilfe der „real-time RT-PCR“ (reverse transcriptase polymerase chain reaction), einer molekulardiagnostischen Nachweismethode, die ebenfalls von der LSR-Industrie entwickelt wurde und in jedem gut ausgestatteten Labor möglich ist. In Echtzeit können Forscher oder Mediziner noch während der laufenden Testung und in kürzester Zeit mithilfe fluoreszenzmarkierter PCR-Produkte erkennen, ob eine Kettenreaktion ausgelöst wird. Sie ist die Bestätigung, dass es sich tatsächlich um SARS-CoV-2 handelt.

Durch die zeitnahe Erforschung des Coronavirus unterstützt die LSR-Industrie auch die Entwicklung und Herstellung eines möglichen Impfstoffes.

„Unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Infektion in China haben die LSR- und Diagnostikabranche ihre Innovationskraft und Reaktionsgeschwindigkeit unter Beweis gestellt“, sagt Verbandschef Schmid. Der VDGH sichert bei der Bereitstellung von Reagenzien und Testgeräten eine enge Kooperation der Industrie mit den nationalen und internationalen Behörden zu.

Quelle: VDGH - Verband der Diagnostica-Industrie e. V.


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