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Gesundheitspolitik

02. Dezember 2019 Patientendaten sinnvoll für Krankheitsvorsorge nutzen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Paul Alfred Grützner, hat sich für eine sinnvolle Nutzung von Patientendaten bei der Krankheitsvorsorge ausgesprochen. "Der Schutz persönlicher Daten ist ein hohes Gut jedes Menschen. Aber ein falsch verstandener Datenschutz lässt keine Rückschlüsse auf Optimierungspotenzial zu – sowohl strukturell als auch prozessual für die einzelne Klinik", sagte Grützner vor einer Fachkonferenz am Freitag in Ludwigshafen.
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Für die Betroffenen bedeute eine vollständige Anonymisierung der Daten, wie die Datenschutz-Grundverordnung fordert, keinen Nutzen. "Zudem bietet eine undifferenzierte Anonymisierung keine Möglichkeit, die Sterblichkeit zu verringern und das Ergebnis in der Versorgung der Schwerverletzten weiter zu optimieren", sagte der Ärztliche Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Ludwigshafen.

Über Länder wie Estland, die Gesundheitsdaten auf dem Ausweis speichern, sagte Grützner, dies könne man nicht pauschal beantworten. "Natürlich muss der Schutz der individuellen Daten gesichert sein. Bei einem Schwerverletzten kann aber die Information auf Ausweis oder Gesundheitskarte einem Arzt lebensrettende Information bieten."

Estland sei in der Digitalisierung der Medizin bedeutend fortschrittlicher als Deutschland. "Es bedarf eines nüchternen Diskurses unter Zurückstellung parteipolitischer Partikularinteressen, um für unser Land die medizinische Versorgung mit den vorhandenen Ressourcen zu verbessern", betonte Grützner.

Bei der Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) wollten unter anderem Vertreter aus Rettungs- und Sicherheitsorganisationen sowie Politik und Bundeswehr beraten.

Quelle: dpa


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