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Gesundheitspolitik

22. Februar 2020 Studie zur Patientensicherheit in der ambulanten Versorgung zeigt Verbesserungspotential

Eine Forschergruppe rund um Professor Max Geraedts hat erstmals mittels einer Bevölkerungsbefragung erhoben, wie viele Patientensicherheitsprobleme den Bürgerinnen und Bürgern in der ambulanten Versorgung auffallen und wo die Schwerpunkte der berichteten Probleme sind. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit begrüßt die Erhebung und ruft dazu auf, die Ergebnisse konstruktiv zu nutzen, um Verbesserungen in der Patientensicherheit in der ambulanten Versorgung zu entwickeln und umzusetzen.
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Fachinformation
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) setzt sich seit mittlerweile fast 15 Jahren dafür ein, einen offenen Blick auf Probleme der Patientensicherheit zu richten und aus Fehlern für die Zukunft zu lernen. Dafür ist es von zentraler Bedeutung, dass es nicht zur Skandalisierung kommt: Dass überall Fehler auftreten, wo Menschen arbeiten, ist normal – gerade auch in ambulanten Praxen, in denen viele Menschen mit unterschiedlichsten Anliegen zum Teil unter erheblichem Zeitdruck und oft ohne kurzfristige kollegiale Rücksprache- und Korrekturmöglichkeiten medizinisch betreut werden. Auch kommen hier viele Schnittstellenprobleme zum Tragen. Deshalb ist es wichtig, die jetzt erstmals vorliegenden quantitativen Ergebnisse zu den berichteten Patientensicherheitsproblemen nicht als Überraschung einzustufen. Es ist ein Verdienst der jetzt vorliegenden Studie, hier erstmals einen Einblick in den Umfang der Patientensicherheitsprobleme und deren Verteilung zu ermöglichen.

„Im Krankenhausbereich gab es vor 15 Jahren, zur Gründungszeit des APS, mutige Ärztinnen und Ärzte, die sich sogar in der BILD-Zeitung dazu bekannt haben, dass ihnen Fehler unterlaufen sind. Das hat den Weg freigemacht für viele Verbesserungsansätze und mehr Offenheit, um Fehler nicht zu vertuschen, sondern ihre Ursachen zu suchen und zu reduzieren,“ sagt Dr. med. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS. „Ich wünsche mir von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen den gleichen Mut, denn nur durch genaues Hinsehen können wir erreichen, dass sich etwas verbessert!“

Befragungen zur Patientensicherheit sind grundsätzlich schwierig, weil die Einschätzung von professionellen Kräften und Betroffenen über Vorliegen, Schwere und Ursachen von Patientensicherheitsproblemen variiert und es derzeit keine Routinedaten gibt, die hier Auskunft geben könnten. Gerade für die ambulante Versorgung reicht es auch nicht aus, die Behandlungsakten auszuwerten, da die Patientinnen und Patienten die Praxen unmittelbar nach der Behandlung und damit möglicherweise wieder verlassen, lange bevor Auswirkungen auftreten. Entsprechend erfahren nicht selten auch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte gar nicht vom Patientensicherheitsproblem.

„Im APS sind wir davon überzeugt, dass es von unschätzbarem Wert ist, die Patientinnen und Patienten selbst einzubeziehen, um die Sicherheit in der Versorgung zu bewerten und zu verbessern. Deshalb gibt das APS auch zahlreiche Patienteninformationen heraus, die die Menschen dabei unterstützen, selbst zu ihrer Sicherheit beizutragen,“ sagt Marcel Weigand, Generalsekretär des APS. „Eine Bürgerbefragung zur Abschätzung der Größenordnung von Patientensicherheitsproblemen im ambulanten Bereich ist folgerichtig.“

Quelle: Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS)


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