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Gesundheitspolitik

17. Juli 2019 Krankenhaus Rating Report 2019

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung, der zufolge mehr als jedes zweite Krankenhaus in Deutschland überflüssig sein soll, hat heftige Diskussionen ausgelöst. Insgesamt acht renommierte Gesundheitsforscher kommen zu dem Ergebnis, dass nicht jede Krankheit überall auf hohem Niveau behandelt werden könne. Es fehle an Erfahrung und Fachpersonal. Dadurch könnten Patienten unnötige Komplikationen erleiden, im schlimmsten Fall sogar sterben.
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Fachinformation
Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am RWI Essen, ist einer der beteiligten Wissenschaftler der Studie. Er ist zudem Mitautor des „Krankenhaus Rating Reports 2019. Das Ende des Wachstums?“. Der aktuelle Report präsentiert die Ergebnisse der wirtschaftlichen Lage von deutschen Krankenhäusern basierend auf 466 Jahresabschlüssen von Krankenhäusern aus dem Jahr 2016 und 84 aus dem Jahr 2017 und liefert damit fundiertes Hintergrundwissen zur aktuellen Diskussion.

Der aktuelle Krankenhaus Rating Report kommt zu dem Ergebnis, dass die wirtschaftliche Lage im Jahr 2017 schlechter ist als im Jahr zuvor. Ausschlaggebend für die schlechtere wirtschaftliche Lage dürfte u.a. der Rückgang der stationären Fallzahl im Jahr 2017 um 0,5% gewesen sein. Gründe hierfür sind u.a. die zunehmende Ambulantisierung, der Personalmangel, ein bereits hoher Sättigungsgrad bei u.a. kardiologischen und orthopädischen Leistungen und intensivere MDK-Prüfungen.

Große Krankenhäuser haben typischerweise ein besseres Rating als kleine, auch ein hoher Grad an Spezialisierung beeinflusst das Rating positiv. Kliniken in freigemeinnütziger und privater Trägerschaft schneiden besser ab als öffentlich-rechtliche Kliniken.

Die Krankenhausstrukturen sind nach wie vor in vielen Regionen ungünstig, insbesondere durch hohe Standortdichte, viele kleine Einheiten und eine geringe Spezialisierung. Am schlechtesten fällt das Rating in Niedersachsen/Bremen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg aus, signifikant besser in Ost-Deutschland.

Um weiterhin die sichere Versorgung der Patienten zu gewährleisten, müssen Änderungen im Gesundheitssystem vorgenommen werden. Den aktuell eingeschlagenen Weg in die Selbstkostendeckung sieht der aktuelle „Krankenhaus Rating Report“ als einen Irrweg. „Wir brauchen neue sektorenübergreifende Vergütungsmodelle“, sagt RWI-Gesundheitsexperte Augurzky. „Zudem muss die bestehende Lücke bei der Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser geschlossen werden, idealerweise mit Investitionen in nachhaltige Krankenhausstrukturen“, so Augurzky. „Ohne Digitalisierung und Zuwanderung ist der Fachkräftebedarf im deutschen Gesundheitswesen nicht zu decken“, ergänzt Dr. med. Sebastian Krolop (HIMSS, Healthcare Information and Management Systems Society).

Zu diesen und vielen weiteren Ergebnissen kommt die fünfzehnte Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“, der gemeinsam vom RWI, der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit Deloitte und der HIMSS erstellt wurde.

Quelle: medhochzwei Verlag


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