Montag, 25. Mai 2020
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik

18. März 2020 Hartmannbund: Rückwirkende Korrektur der Telefonsprechstundenhonorierung gefordert

Die von Minister Spahn initiierte Möglichkeit, Versicherte per Telefon eine Woche ohne Kontakt in der Praxis krankschreiben zu können, ist in Zeiten einer Virus-Pandemie epidemiologisch zweifelsfrei sinnvoll, sagte das Hartmannbund-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Lipp. Eine aktuelle Ausnahmeregelung ermöglicht es Ärzten, für Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege bei Fehlen eines Verdachtes auf eine Coronavirus-Infektion nach telefonischer Anamnese eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) für bis zu 7 Tage auszustellen.
Anzeige:
Der Leipziger Allgemeinmediziner Dr. Thomas Lipp stellt aber fest: "Der zeitliche Aufwand der Patientenerfassung, der einer telefonischen Anamnese einhergeht, und das Abklären der vielen damit auflaufenden weiteren Probleme ist, wie die jetzigen Erfahrungen zeigen, mit dem einer normalen Sprechstunde vergleichbar. Daneben geht mit der Telefonsprechstunde auch eine hohe Verantwortung einher, schließlich muss sich der der Arzt vom Zustand des Patienten überzeugen. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum die Vergütung bei zwei Patienten trotz gleicher Leistung nur ein Bruchteil sein soll, nur weil der eine zufällig im Quartal in der Praxis war und der andere nicht." Damit ist es völlig verständlich, wenn Ärzte diese wichtige Versorgungsaufgabe nicht in angemessener Weise durchführen können.

Lipp fährt fort: "Ich fordere unseren Gesundheitsminister und v.a. Herrn Kollegen Gassen daher auf, einmal einen Blick in unser Nachbarland Frankreich zu richten. Dort setzt man zur Verlangsamung der Virusinfektionen in einem weitaus stärkerem Maße auf Telemedizin, und die Ärzte bekommen telefonische Sprechstunden wie normale Praxisbesuche von der Krankenversicherung vergütet. Die bei uns stattfindende Unterscheidung der Vergütung in Abhängigkeit von bisher erfassten und nicht erfassten Patienten würde dort nur Kopfschütteln auslösen. Aus meiner Sicht sind finanzielle Abschläge für telefonische AUs nicht nur das falsche Signal, gerade in Zeiten einer Virus-Pandemie, sondern konterkarieren das Ziel einer ansteckungsreduzierenden Versorgung. Demzufolge fordere ich daher die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auf, alle telefonischen Krankschreibungen aufgrund von Erkrankungen der oberen Atemwege rückwirkend und unmittelbar mit der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale abzurechnen zu können.

Quelle: Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.


Das könnte Sie auch interessieren

5 Tipps für ein Leben mit Diabetes

5 Tipps für ein Leben mit Diabetes
© pikselstock / fotolia.com

Laut der Deutschen Diabetes-Hilfe erkranken jeden Tag rund 1.000 Menschen in Deutschland neu an Diabetes. Mediziner unterscheiden dabei je nach Ursache zwischen zwei Typen. Sowohl der Typ 1 als auch der Typ 2 äußern sich in einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel aufgrund von Insulinresistenz oder -mangel. Dadurch staut sich Zucker in den Blutgefäßen an. Bleibt eine Diabeteserkrankung unentdeckt, führt dies zur Schädigung der Blutgefäße und anderer Organe. Damit Betroffene trotz Erkrankung ihr Leben genießen können, gilt es...

So gelingt rückenfreundliches Gärtnern

So gelingt rückenfreundliches Gärtnern
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Steigende Temperaturen, mehr Sonnenschein und Freude am Pflanzen locken zu dieser Jahreszeit wieder viele in den Garten. Fernab von Büro und PC sorgt die Arbeit mit den eigenen Händen für wohltuende Abwechslung. Studien belegen zudem zahlreiche positive Effekte der Gartenarbeit auf die körperliche, geistige und soziale Gesundheit. Wer regelmäßig gärtnert, baut zum Beispiel Stress ab und zeigt bessere koordinative Fähigkeiten. Die Aktion Gesunder Rücken e. V. erklärt, worauf Sie achten sollten, um den Rücken dabei nicht zu überlasten.

Kassen-Experten: Demenzkranke öfter ohne Medikamente pflegen

Kassen-Experten: Demenzkranke öfter ohne Medikamente pflegen
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Bei der Pflege demenzkranker Menschen sollten aus Sicht von Experten der Krankenkassen Alternativen zu Medikamenten eine größere Rolle spielen. Es gebe eine Vielzahl anderer Verfahren wie Training von Alltagstätigkeiten, Übungen zum Gestalten von Beziehungen oder körperliche Aktivierung, teilte der Medizinische Dienst der gesetzlichen Kassen in Berlin mit. Dabei müsse man sich im Klaren sein, dass dies personal- und zeitintensiv sei und Folgen für die Personalbemessung und die Besetzung habe.

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hartmannbund: Rückwirkende Korrektur der Telefonsprechstundenhonorierung gefordert"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Bund will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern – Einige Lockerungen sind jedoch vorgesehen (dpa, 25.05.2020).
  • Bund will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern – Einige Lockerungen sind jedoch vorgesehen (dpa, 25.05.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden