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Gesundheitspolitik

04. Juli 2016 TK fordert schnelle Umsetzung des digitalen Medikationsplans

Senioren in Rheinland-Pfalz bekommen häufig Medikamente verordnet, die für sie gefährlich werden können. Das ergab eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach erhielten im vergangenen Jahr knapp 18% der Rheinland-Pfälzer über 65 Jahre Pillen mit Wirkstoffen, die auf der so genannten Priscus-Liste stehen.

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Basistext

Priscus-Liste dient Orientierung
 
Die Priscus-Liste führt 83 Wirkstoffe auf, die für Menschen ab 65 wegen ihrer Nebenwirkungen potentiell ungeeignet sind. "Die Medikamente können natürlich für den Patienten das Mittel der Wahl sein. Sie sollten daher nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Wichtig ist, dass der Arzt zwischen Nutzen und Risiko der Wirkstoffe abwägt", erläutert Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung. Senioren sind besonders anfällig für Neben- und Wechselwirkungen von Arzneien.Techniker Krankenkasse Ihre Organe arbeiten nicht mehr so schnell, Wirkstoffe können nicht so gut aufgenommen beziehungsweise abgebaut werden. Mögliche Folgen: Schwindel, Gangunsicherheit, Sturzgefahr, Nierenschäden oder Magenblutungen.
 
Medikationsplan wichtig
 
Da zudem viele Senioren mehrere Medikamente einnehmen, kann es zu Wechselwirkungen der verschiedenen Wirkstoffe kommen. Wie wichtig es ist, dass Patienten und Ärzte einen Überblick über die verordneten und selbst gekauften Medikamente haben, hat der Gesetzgeber längst erkannt. Ab 1. Oktober dieses Jahres soll jeder Patient einen Medikationsplan erhalten - allerdings nur in Papierform. Bodemar: "Solche Daten gehören in eine elektronische Patientenakte. Der Zeitplan des E-Health-Gesetzes sollte daher unbedingt eingehalten werden, damit die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden."
 
TK nimmt Vorreiterrolle ein
 
Bei der Optimierung der Patientenversorgung im Bereich der Arzneimittel nimmt die TK in Rheinland-Pfalz eine Vorreiterrolle ein und setzt dabei auf die Digitalisierung. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium, der Unimedizin und der Landesapothekerkammer wurde das innovative Projekt "Vernetzte Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) mit dem elektronischen Medikationsplan in Rheinland-Pfalz" ins Leben gerufen. In diesem Rahmen erhalten Patientinnen und Patienten nach einem stationären Krankenhausaufenthalt einen Medikationsplan, der von Hausärzten und Apotheken elektronisch aktualisiert werden kann. So sollen ebenfalls unerwünschte Wirkungen, Doppelverordnungen oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln vermieden werden.
 
Arzneimittel-Kontoauszug
 
Um die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten generell sicherer zu machen, bietet die TK schon seit Jahren einen speziellen "Arzneimittel‑Kontoauszug" für Senioren an. Er listet alle verordneten Medikamente der letzten zwei Jahre auf und weist auf Medikamente hin, die gefährlich sein könnten. Patienten, die ein entsprechendes Mittel erhalten, sollten die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Der Arzneimittel‑Kontoauszug kann telefonisch oder im Internet unter www.tk.de (Suchbegriff TK‑ViA, Webcode 109386) bestellt werden.

Quelle: Techniker Krankenkasse Rheinland-Pfalz


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