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Gesundheitspolitik

09. Oktober 2020
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Warnung vor unkontrollierter Corona-Ausbreitung - Großstädte im Fokus

Bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland gibt es eine rasante Entwicklung. Der Bundesgesundheitsminister und andere warnen: Die Lage könnte außer Kontrolle geraten - vor allem in Großstädten. Das ruft auch die Bundeskanzlerin auf den Plan.
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Sprunghaft steigende Corona-Infektionszahlen in Deutschland alarmieren die Bundesregierung und Wissenschaftler. Dabei rückt zunehmend die Entwicklung in den Großstädten in den Fokus. Gesundheitsminister Jens Spahn rief am Donnerstag zu Wachsamkeit und raschem Gegensteuern vor Ort auf, um die Lage im Griff zu behalten. Der jüngste Anstieg auf mehr als 4.000 Neuinfektionen binnen eines Tages sei besorgniserregend, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Der Präsident des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnte: "Es ist möglich, dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet." Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sieht bereits den Beginn einer sogenannten zweiten Welle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will trotzdem einen zweiten Lockdown vermeiden. "Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt", sagte sie bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen.

Wie das RKI am Donnerstag mitteilte, meldeten die Gesundheitsämter 4.058 neue Corona-Infektionen in den vorherigen 24 Stunden. Das sind gut 1.200 mehr als am Mittwoch, als mit 2.828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Höher war der Stand zuletzt in der ersten Aprilhälfte gewesen. Auch rings um Deutschland steigen die Infektionszahlen wieder stark an.

Als ein Schlüssel in Deutschland wird die Entwicklung in den Großstädten angesehen. In der Hauptstadt Berlin und in anderen Städten hat die sogenannte 7-Tage-Inzidenz den kritischen 50er-Wert bereits überschritten. In Berlin sprang der Wert am Donnerstag auf 52,8. Zuvor war er nur in einigen Stadtbezirken über der Grenze von 50 gelegen. In Frankfurt am Main schnellte der Wert am Donnerstag sogar auf 59,1 hoch.

Merkel will mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der elf größten deutschen Städte an diesem Freitag in einer Videokonferenz die Lage beraten. Sie werde sich über die Corona-Lage und die vor Ort eingeleiteten Maßnahmen informieren, sagte ein Regierungssprecher.

Kanzleramtschef Braun sagte im "Frühstart" von RTL/ntv, man sehe in einigen Großstädten nicht nur, dass der wichtige 50er-Grenzwert überschritten werde, sondern auch, dass die Zahlen sehr schnell anstiegen. "Das heißt, dass die Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern möglicherweise an einigen Stellen nicht mehr funktioniert, und das ist der klassische Beginn einer zweiten Welle." Über diese Regionen müsse man die Kontrolle zurückgewinnen. Dabei müsse auch wieder über Kontaktbeschränkungen nachgedacht werden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin", einige Städte wie Berlin "stehen kurz davor, die Kontrolle zu verlieren". Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte bereits am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin" gesagt: "Die Pandemie wird in den Metropolen entschieden."

Gesundheitsminister Spahn betonte am Donnerstag, es gelte zu verhindern, dass es mit schnelleren Zuwächsen zu einem Moment komme, "wo wir die Kontrolle verlieren". Er sagte zugleich: "Da sind wir noch nicht." Es komme nun auf die Balance aus Zuversicht und Achtsamkeit an. Dies betreffe auch alle Bürger - beim Einhalten von Schutzregeln wie Abstand und Masken sowie Vorsicht bei Feiern.

"Es liegt an uns allen, ob wir es schaffen", sagte Spahn. "Wenn 80 Millionen mitmachen, sinken die Chancen des Virus gewaltig." Diese Pandemie sei auch "ein Charaktertest für uns als Gesellschaft", der nur gemeinsam zu bestehen sei. In der kalten Jahreszeit komme es ergänzend aufs Lüften und ein breites Nutzen der Corona-Warn-App an. Es gebe inzwischen mehr Wissen und Instrumente für den Kampf gegen das Virus. Die Zahl der Todesfälle und Intensivpatienten in den Kliniken sei momentan nach wie vor vergleichsweise niedrig.
 
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