Donnerstag, 25. Februar 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Pneumovax
Pneumovax

Gesundheitspolitik

06. Juli 2017 Zukunft der Krebsforschung und -medizin sichern

Der Wissenschaftsstandort Deutschland ist gefährdet: Immer seltener engagieren sich junge Wissenschaftler in der Krebsforschung. „Der Mangel an Nachwuchswissenschaftlern droht, die Forschungskultur in der Onkologie in Deutschland aus der Bahn zu werfen“, warnte Professor Dr. Martin Eilers auf der Jahrespressekonferenz der Deutschen Krebshilfe am 5. Juli 2017 in Berlin.
Anzeige:
Xelevia
 
Professor Eilers ist Vorsitzender des Fachausschusses "Forschung" und des Beirates der Deutschen Krebshilfe. Die Deutsche Krebshilfe forderte die Wissenschafts- und Gesundheitspolitik auf, hier tätig zu werden. Um eine entsprechende Entwicklung anzustoßen, hat sie ein Förderprogramm ausgeschrieben. Damit wird fünf Medizinischen Fakultäten der Aufbau nachhaltiger Strukturen ermöglicht – jeder Standort erhält fünf Jahre lang zwei Millionen Euro pro Jahr. Neben der Vorstellung dieser Initiative zog die Deutsche Krebshilfe über ihre Einnahmen und Aktivitäten im Jahr 2016 Bilanz.

„Das Geschäftsjahr 2016 war für die Deutsche Krebshilfe ein außergewöhnliches und erfolgreiches Jahr“, resümierte Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Organisation. „Regulär sollten wir von Einnahmen in Höhe von 107,8 Millionen Euro sprechen. Und das wäre bereits ein ausgesprochen erfreuliches Ergebnis – vergleichbar mit dem Vorjahr. Wir haben jedoch im vergangenen Jahr eine ungewöhnlich hohe Erbschaft erhalten, die sich am Jahresende auf 141,4 Millionen Euro bezifferte. So beliefen sich unsere Einnahmen im Geschäftsjahr 2016 insgesamt auf 249,2 Millionen Euro.“ Rund 200 Millionen Euro der Einnahmen stammten aus Erbschaften und Vermächtnissen – die Zuwendung aus dem besonderen Nachlassfall eingeschlossen. Hinzu kamen fast 380.000 Einzelspenden von Privatpersonen und Firmen mit einer Summe von insgesamt 28,6 Millionen Euro, die Beiträge des Mildred-Scheel-Förderkreises, die Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen, Kondolenzspenden sowie Zuweisungen aus Geldauflagen zugunsten der Deutschen Krebshilfe. Insgesamt 127 Projekte sowie weitere Programme und Initiativen hat die Deutsche Krebshilfe mit den Einnahmen aus 2016 gefördert oder auf den Weg gebracht, um die Versorgung krebskranker Menschen zu verbessern.

Die Forschung, so Nettekoven, sei eines der wichtigsten Instrumente, um in der Krebsbekämpfung weiter voranzukommen. So stellte die Deutsche Krebshilfe beispielsweise 1,6 Millionen Euro für ein Verbundprojekt bereit, bei dem Gehirnmetastasen im Fokus stehen. In fünf Teilprojekten untersuchen Wissenschaftler aus ganz Deutschland verschiedene Angriffspunkte für neue Therapiemöglichkeiten. „Nach einer dreijährigen Förderperiode mit experimentellen Forschungsarbeiten soll das vielversprechendste Therapieprinzip für Lungen-, Brust- oder Hautkrebs in einer klinischen Studie überprüft werden“, so Nettekoven.

Weiterhin stellte die Organisation Mittel für Projekte zur Verbesserung der psychosozialen und psychoonkologischen Versorgung, beispielsweise für 18 Krebsberatungsstellen sowie für die wichtige Arbeit von Krebs-Selbsthilfeorganisationen, bereit – rund 9 Millionen Euro. Mit 4,7 Millionen Euro unterstützte die Deutsche Krebshilfe insgesamt 8.250 krebskranke Menschen im Rahmen ihres Härtefonds. Rund 10.000 Menschen nahmen den Informations- und Beratungsdienst – das INFONETZ KREBS – in Anspruch.

Auch 2016 hat die Deutsche Krebshilfe ihre Informations- und Aufklärungsarbeit fortgeführt – unter anderem durch Kampagnen und Initiativen zur Krebsprävention. Experten schätzen, dass in Deutschland rund die Hälfte aller Krebserkrankungen auf Lebensstilfaktoren zurückzuführen sind wie Rauchen, eine unausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol und zu viel UV-Strahlung. „Doch nicht nur jeder Einzelne von uns kann etwas tun, um seine Gesundheit zu schützen. Auch die Verhältnisse innerhalb unserer gesellschaftlichen Strukturen müssen risikoarm gestaltet werden“, so Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Die Herausforderung bestehe darin, die Gesundheit der Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld zu stärken – also in Kita, Schule, Freizeit oder am Arbeitsplatz. Fritz Pleitgen dankte in diesem Zusammenhang der Gesundheitspolitik, die mittlerweile die Prävention als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit hoher Relevanz wahrnehme.

Förderprogramm „Mildred-Scheel-Nachwuchszentren“

Die Deutsche Krebshilfe hat das neue Förderprogramm zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Krebsforschung als Anschub- und modellhafte Strukturförderung von sogenannten Mildred-Scheel-Nachwuchszentren ausgeschrieben. Mit diesem Programm wird fünf Medizinischen Fakultäten der Aufbau nachhaltiger Strukturen ermöglicht. An den geförderten Einrichtungen sollen zukünftig modellhaft konkrete Lösungswege aufgezeigt und umgesetzt werden. Die Deutsche Krebshilfe erwartet, dass die Wissenschafts- und Gesundheitspolitik auf ihre Initiative reagiert und langfristig flächendeckend Strukturverbesserungen ermöglicht.

Die Ausschreibung für das Förderprogramm finden Sie unter:
https://www.krebshilfe.de/forschen/foerderung/ausschreibungen/
Das Positionspapier der Deutschen Krebshilfe zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses finden Sie unter:
https://www.krebshilfe.de/forschen/foerderung/foerderschwerpunkte/mildred-scheel-nachwuchszentren/

Quelle: Deutsche Krebshilfe


Anzeige:
Pradaxa
Pradaxa

Das könnte Sie auch interessieren

Coronavirus: Die Angst geht um

Coronavirus: Die Angst geht um
© dottedyeti - stock.adobe.com

Das Coronavirus hält die Welt seit Wochen in Atem. Drastische Maßnahmen werden in China, aber zum Beispiel auch in Deutschland ergriffen, um die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit zu verhindern. Auch wenn das Kern-Infektionsgebiet Wuhan rund 8.300 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt liegt: Bei vielen Menschen weckt das Ängste. So sind in hiesigen Apotheken beispielsweise vereinzelt Mund- und Atemschutzmasken ausverkauft. Michael Falkenstein, Experte für Psychologie von der KKH Kaufmännische Krankenkasse, erklärt, woher solche Ängste kommen...

Schuppenflechte in Gelenken: Neue Therapien bei Psoriasis-Arthritis

Schuppenflechte in Gelenken: Neue Therapien bei Psoriasis-Arthritis
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Mit Rheuma werden gemeinhin Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen bezeichnet, oft einhergehend mit einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit. Etwa 200 bis 400 einzelne Erkrankungen werden mittlerweile unter Rheuma verzeichnet, die sich im Beschwerdebild, dem Verlauf und der Prognose sehr unterscheiden. Entgegen weit verbreiteter Meinung ist es keine Erkrankung nur älterer Menschen, betont Prof. Christoph Baerwald, 1. Sprecher des Rheumazentrums am Universitätsklinikum Leipzig anlässlich des...

Schlaflose Nächte und grüner Star gehen oft Hand in Hand

Schlaflose Nächte und grüner Star gehen oft Hand in Hand
© HQUALITY - stock.adobe.com

Menschen, die an der Augenerkrankung grüner Star (Glaukom) leiden, sind häufig auch von Schlafstörungen betroffen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass verschiedene Probleme beim Ein- oder Durchschlafen mit einem grünen Star verbunden sind1. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Schlafstörungen entweder ein Risikofaktor für das Glaukom oder eine Folge dessen sein könnten. Die DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft erinnert vor diesem Hintergrund daran, dass der grüne Star nur durch eine augenärztliche Untersuchung entdeckt...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Zukunft der Krebsforschung und -medizin sichern"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Risikogruppen: Empfehlungen der STIKO
  • Risikogruppen: Empfehlungen der STIKO