Dienstag, 14. Juli 2020
Navigation öffnen

Gesundheitspolitik

26. Januar 2017 Zweites Pflegestärkungsgesetz: Die wichtigsten Veränderungen

Seit dem 1. Januar 2017 gilt in Deutschland das Zweite Pflegestärkungsgesetz. Damit hat die Bundesregierung die Inhalte der Pflegeversicherung umfassend reformiert. Die Einführung der Pflegegrade statt Pflegestufen, ein verändertes Begutachtungsinstrument und verbesserte Leistungen sind die größten Änderungen der Reform. Das neue Gesetz regelt nun auch eine umfassende Versorgung und somit gleichberechtigte Pflege von Menschen mit geistigen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen.
Anzeige:
Fachinformation
Die Pflegekasse zahlt für Pflegepersonen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause pflegen, Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Voraussetzung ist der Anspruch der zu pflegenden Person auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Nach der neuen Pflegereform werden die Beiträge bereits ab einer wöchentlichen Pflegezeit von mindestens zehn Stunden an mindestens zwei Tagen pro Woche gezahlt. Außerdem übernimmt die Pflegekasse Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, wenn die versicherungspflichtige Beschäftigung des pflegenden Angehörigen pausiert oder aufgegeben werden muss. Die gesetzliche Unfallversicherung gilt auch für Pflegepersonen ununterbrochen.

Die Neuerungen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes

Das neue Pflegegesetz zielt darauf ab, die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Personen so lange wie möglich zu erhalten. Daran orientiert sich auch das neue Begutachtungsinstrument.
 
Die Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade erfolgt automatisch


Leistungen

Die folgenden Beträge für Leistungen gelten seit 1. Januar 2017:
 
Leistungsbeiträge ab 2017: Die Höhe richtet sich nach den ermittelten Pflegegraden


Reform: Was bedeutet das für Pflegebedürftige?

Wenn bereits Pflegebedürftigkeit vorliegt oder ein Angehöriger gepflegt wird, muss man sich um nichts kümmern. Die Pflegekasse übernimmt die Einstufung in den neuen Pflegegrad. Die Überleitung erfolgte automatisch, ohne dass ein Antrag gestellt werden musste.

Im Falle einer neu eingetretenen Pflegebedürftigkeit erfolgt die Begutachtung für die Betroffenen oder Angehörigen wie bisher vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Als Grundlage dient das neue Begutachtungsinstrument. Dieses besteht aus sechs Kriterien, die bei der Begutachtung der pflegebedürftigen Person herangezogen werden: Bewegungsfähigkeit, sprachliche und geistige Kompetenz, Verhalten, Selbstversorgung, Selbstständigkeit im Umgang mit Krankheit und Medikamenten, Tagesgestaltung und mit anderen Menschen in Kontakt treten.

Jedes Kriterium wird unterschiedlich gewichtet, Bewegung zum Beispiel 10%. Zusammen ergeben sie 100%. Jeder Pflegegrad hat eine bestimmte Punktezahl, die erreicht werden muss, um jeweils eingestuft zu werden.

Die Infografik veranschaulicht das System der Einstufung:
 
Sytem der Einstufung in Pflegegrade


Noch mehr ausführliche Informationen zur Pflegereform bietet die AOK Hessen auf folgenden Seiten: hessen.aok.de.

Quelle: AOK Hessen


Anzeige:
Basistext

Das könnte Sie auch interessieren

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?
© JPC-PROD / Fotolia.com

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte,...

Lückenschluss zwischen ambulanter und stationärer Versorgung

Lückenschluss zwischen ambulanter und stationärer Versorgung
© upixa - stock.adobe.com

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) erweitert sein Angebot für Patienten mit chronischen Schmerzen durch die Eröffnung einer neuen Schmerztagesklinik. Die Patienten kommen jeden Morgen zur Behandlung und erhalten nach einem individuellen Behandlungsplan ihre Therapien. In Seminaren erfahren sie Wissenswertes über krankheits- und schmerzbezogene Themen. Am Nachmittag gehen die Patienten dann wieder nach Hause. Sie bleiben somit in ihrem häuslichen Umfeld integriert – mit allen Aufgaben und Belastungen – und können beispielsweise ihre...

Wenn das Wetter krank macht: Tipps gegen Wetterfühligkeit

Wenn das Wetter krank macht: Tipps gegen Wetterfühligkeit
© Thaut Images - stock.adobe.com

Mal Sonne, mal Regen, mal warm, mal kalt: Der Frühling bringt – oft in schneller Abfolge – die unterschiedlichsten Wetterverhältnisse mit sich. Viele Menschen leiden dann unter der sogenannten Wetterfühligkeit. Genaue Zahlen gibt es nicht, schätzungsweise kämpft aber jeder zweite Deutsche mit den entsprechenden Symptomen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, gibt Tipps, wie Wetterfühlige gegensteuern können.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Zweites Pflegestärkungsgesetz: Die wichtigsten Veränderungen "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden