Dienstag, 10. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik

20. November 2019 Zystoskopie in der Urologie

Anlässlich des vom Berufsverband der Deutschen Urologen e. V. (BvDU) angestrebten vorübergehenden Zystoskopieverzichtes geht die Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) in einer Stellungnahme auf die wissenschaftlichen Hintergründe der Maßnahmen der Aufbereitung von Instrumenten ein, die zur Blasenspiegelung (Zystoskopie) verwendet werden.
Die Blasenspiegelung ist eine Routineprozedur, bei der die Harnröhre, der Durchgang der Prostata und die Harnblase auf krankhafte Veränderungen untersucht werden.​ Hierfür können Instrumente unterschiedlicher Materialien eingesetzt werden, die teilweise eine unterschiedliche Methodik der Aufbereitung notwendig machen. Ziel ist in allen Fällen, dass der Patient mit einem sterilen Instrumentarium behandelt wird, sodass es zu keiner Übertragung von infektiösen Erregern aus anderen Quellen auf den Patienten kommt. Dies wird mit dem Begriff Sterilität beschrieben. Dies heißt allerdings nicht, dass durch die Blasenspiegelung keine Erreger in die Harnblase des Patienten eingebracht werden könnten. D.h. es kann auch durch ein steriles Instrumentarium z.B. eine Blasenentzündung im Anschluss an die Prozedur entstehen, da Erreger aus der patienteneigenen Flora in die Harnblase gelangen können.

Die notwendige Aufbereitung des Instrumentariums wird in Deutschland durch das Robert Koch-Institut vorgegeben und in verschiedene Sterilitätsklassen eingeteilt, die sich nach dem Einsatzspektrum und dem Instrumentenaufbau richten. Für Instrumente, die zur Blasenspiegelung verwendet werden, gilt die Klasse semikritisch B. Dies bedeutet, dass Bakterienarten, die im Bereich der Harnblase eine Rolle spielen, durch die Sterilprozedur sicher abgetötet werden müssen. Es spielt hierbei keine Rolle, ob die in Frage kommenden Bakterien eine Resistenz gegenüber Antibiotika aufweisen oder nicht, da antibiotikaresistente Erreger gleichermaßen auf die Sterilisationsprozedur ansprechen wie antibiotikasensible Erreger.

Die aktualisierten Richtlinien für die Anforderungen der Aufbereitung der Instrumente zur Blasenspiegelung, die in Deutschland durch das Robert Koch-Institut vorgegeben werden, gelten seit 2012 und sind im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht (Bundesgesundheitsblatt 2012; 55:1244-1310). Allerdings haben sich in den letzten Jahren die Materialien der Instrumente geändert, die es erlauben eine Blasenspiegelung für den Patienten deutlich angenehmer durchzuführen, indem flexible Instrumente vermehrt eingesetzt werden. Dies führt auf der anderen Seite zu einem gewissen Mehraufwand, um eine sachgerechte Aufbereitung  des Instrumentes durchführen zu können, da diese aufgrund konstruktiver Besonderheiten als Medizinprodukte mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung ein­gestuft werden. Dieser Mehraufwand wird allerdings derzeit nicht separat vergütet.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie betont, dass sie die aktuellen Richtlinien zur Aufbereitung von urologischem Instrumentarium generell akzeptiert und empfiehlt, sich danach zu richten. Allerdings wäre es folgerichtig, da von Urologen vermehrt neue, für den Patienten deutlich weniger belastende Instrumentenmaterialien eingesetzt werden, diesen Mehraufwand der Aufbereitung auch adäquat vergütet zu bekommen.
 

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Rassweiler
Präsident
 
Dr. Thomas Speck
Vorstand Wissenschaft und Praxis
 
Prof. Dr. Florian Wagenlehner
Vorsitzender des Arbeitskreises Infektiologie und Hygiene

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

17. Patientenforum Lunge in Stuttgart

17. Patientenforum Lunge in Stuttgart
© adimas / Fotolia.com

Am 25. März veranstaltet der Lungeninformationsdienst zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung in Stuttgart sein 17. Patientenforum Lunge. Das Thema: „Aktuelles zu klinischen Studien in der Lungenforschung – Wie nützen sie den Patienten?“ Erstmals findet die Veranstaltung im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin statt. Ein weiterer Kooperationspartner ist der Deutsche Lungentag.

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen
© psdesign1 / Fotolia.com

Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters
© wavebreak3 / fotolia.com

Rheuma ist keine Frage des Alters Rheumatoide Arthritis ist eine von mehr als 200 verschiedenen Rheuma-Erkrankungen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober   Mehr als jeder Zehnte glaubt, Rheuma sei eine altersbedingte Krankheit, die einfach hingenommen werden müsste (1). Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen anläßlich des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen. Dabei kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Auch viele junge Menschen erkranken an Rheuma: Rund 20.000 Kinder und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Zystoskopie in der Urologie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.